Albverein enthüllt Lehrtafel bei der Mauruskapelle

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An der historischen Maurus-Kapelle wird die 50. Lehrtafel eingeweiht.
An der historischen Maurus-Kapelle wird die 50. Lehrtafel eingeweiht. (Foto: Susanne Grimm)
Susanne Grimm

Im Beisein zahlreicher Gäste hat der Gauobmann des Schwäbischen Albvereins (SAV) Obere Donau, Claus Bayer, die 50. Lehrtafel in der Nähe der Maurus-Kapelle enthüllt. Sie zeigt die Felsen mit den ehemaligen Burgen der Herren von Wildenstein mit kurzen Erläuterungen zum geschichtlichen Hintergrund. Mit dabei waren der Vorsitzende des Schwäbischen Heimatbundes (SHB), Josef Kreuzberger, dessen Vereinigung erst kürzlich die Region zur „Kulturlandschaft des Jahres 2018“ gekürt hat.

Der Ehrengauobmann des SAV, Willi Rößler, stellte im Rahmen dieser Enthüllung die Tafel vor und führte die rund 50 Gäste in die Historie der örtlichen Kulturlandschaft ein. Die Erzählweise des mittlerweile 91-jährigen Urgesteins des SAV war dabei so packend, dass Landrätin Stefanie Bürkle fand, man solle seine Ausführungen abrufbereit aufnehmen, so dass sie jeder Interessierte an den Tafeln abhören könne. Weil der SAV seit Jahren Heimat und Geschichte widerspiegelt, sei es ihr eine Ehre, bei dieser Tafeleinweihung dabei zu sein. „Der Schwäbische Albverein tut mit diesen Tafeln genau das, was der Status ,Kulturlandschaft’ aussagen will.“ Nämlich den Menschen Augen und Ohren öffnen, damit sie Heimat neu entdecken. „Gerade in unruhigen Zeiten wie heute suchen die Menschen nach ihren Wurzeln“, so die Landrätin.

„Für den Schwäbischen Heimatbund ist es immer ein Anliegen gewesen, eine Kulturlandschaft ganzheitlich zu betrachten“, sagte Josef Kreuzberger. Dazu gehörten neben der „Hardware“ auch die „weichen“ Faktoren wie das Brauchtum der Menschen vor Ort. Als Beispiel nannte er die Erntedankfeste, das Maibaumsetzen und andere regionale Besonderheiten. „Wir wollen auf die große Vielfalt auf allen Ebenen hinweisen, denn das ist es, was eine Kulturlandschaft ausmacht“.

Der Geschäftsführer des Naturparks Obere Donau, Bernd Schneck, sprach den Verantwortlichen des SAV Respekt und Anerkennung aus, denn „50 Tafeln müssen erst einmal geschaffen, finanziert und aufgestellt werden“. Bei 43 der bisher 50 aufgestellten Tafeln konnten Zuschüsse der EU, der Glücksspirale und des Leader-Projekts geltend gemacht werden, sieben sind ungefördert vom SAV realisiert worden.

„Dieses hier“, deutete Schneck auf die neue Tafel, „ist von uns finanziert worden“. Damit der SAV weiterhin so aktiv die Wanderwege betreut, überreichte Schneck dem Gauwegewanderwart des SAV, Wolfgang Grandi, der die Tafeln gesetzt hat, einen Hammer. „Der Schwäbische Albverein hat in den letzten Jahren an historischen und geologischen Stätten des Oberen Donautales heimatgeschichtliche Lehrtafeln wie diese aufgestellt“, sagte Willi Rößler. Von Steinzeithöhlen über alte Höfe, Burgen, Ruinen, aber auch Straßen- und Bahnbau sowie über Geologische Besonderheiten soll der Wanderer Geschichte vor Ort erfahren.

Beurons Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller zeigte sich tief beeindruckt von Rößlers lebendigem Vortrag und ungeheurem Wissen, „was so vermittelt gleichzeitig fesselnd ist und Spaß macht!“

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