Der Siebenkreuzer Weg in Bad Saulgau ist am Mittwochmorgen durch herabstürzende Bäume blockiert.
Der Siebenkreuzer Weg in Bad Saulgau ist am Mittwochmorgen durch herabstürzende Bäume blockiert. (Foto: Feuerwehr Bad Saulgau)
unseren Redakteuren und Praktikant Thore Kurz

Eine geschlossene Schneedecke, teils glatte Straßen und umgeknickte Bäume haben die Menschen im Kreisgebiet am Mittwoch kalt erwischt. Die Region wurde von dem Wintereinbruch im Frühling überrascht.

Die Feuerwehr Bad Saulgau war schon seit 4.40 Uhr in den Bereichen zwischen Friedberg, Fulgenstadt und Bad Saulgau im Einsatz, um Straßen zu räumen. Insgesamt rückten die Wehrmänner zu 22 Einsatzstellen aus. „Priorität hatten die Zufahrten zu den Kliniken. Sie mussten als erstes freigeräumt werden“, sagt Stadtbrandmeister Karl-Heinz Dumbeck. Umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste versperrten die Fahrbahn. „Der Siebenkreuzer Weg war komplett zu“, so der Bad Saulgauer Stadtbrandmeister. Über diese Straße fahren Autos zur Reha-Klinik. Für knapp ein halbe Stunde war sogar die Zufahrt zur Notaufnahme des Krankenhauses Bad Saulgau gesperrt. Am Nachmittag beruhigte sich die Wetterlage. In den kommenden Tagen soll der Schnee laut deutschem Wetterdienst in Starkregen übergehen, womit die Hochwassergefahr im Landkreis steigen dürfte.

Auch im Bereich Mengen war die Feuerwehr damit beschäftigt, die Folgen des plötzlichen Wintereinbruchs zu beseitigen. Mehrere Bäume stürzten unter der Last des nassen Schnees um und blockierten die Fahrbahnen im Wald zwischen Mengen und Pfullendorf. Die Feuerwehr Mengen war gemeinsam mit den Abteilungen aus Rulfingen und Rosna im Einsatz, um die Bäume zu beseitigen und im Wald eingeschlossene Fahrzeuge zu befreien. Um Unfällen vorzubeugen, waren Straßen durch den Wald, etwa von Mengen nach Pfullendorf und von Rulfingen nach Rosna, zeitweise gesperrt.

50 Fälle von Verkehrsbehinderung gab es im Landkreis Sigmaringen. Zehn Unfälle wurden im Bereich des Polizeipräsidiums registriert. Fritz Bezikofer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz: „Der klebrige Schnee ist sehr schwer und die Bäume tragen schon Laub, deshalb brechen die Äste und fallen auf die Straße“. Wer jetzt schon die Sommerreifen montiert hat, war gut beraten, sein Auto stehen zu lassen. Ansonsten drohte laut Bezikofer ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderdatei in Flensburg.

Stark betroffen vom Wetterumschwung waren auch die Züge der Deutschen Bahn. Das Verkehrsunternehmen hatte mit umgestürzten Bäumen auf den Gleisen zu kämpfen. Zeitweise mussten Streckenabschnitte gesperrt werden. Betroffen war auch ein Streckenabschnitt der Donaubahn von Ulm nach Donaueschingen. Helene Beck, Redaktionsassistentin der Schwäbischen Zeitung in Bad Saulgau, war eine der Leidtragenden. Die SZ-Mitarbeiterin, die in Riedlingen wohnt, kam mit zweieinhalb Stunden Verspätung zur Arbeit. Bei der verspäteten Fahrt zwischen Riedlingen und Herbertingen sei gegen 10.15 Uhr hörbar ein Ast auf das Dach des Zuges gefallen. erzählt sie. Zwischen Herbertingen und Bad Saulgau wurden Züge durch Busse ersetzt.

Kurzschluss in Wolfartsweiler

In Teilbereichen der Netze EnBW kam es zu Stromausfällen. Im Bad Saulgauer Stadtteil Wolfartsweiler meldete der Netzbetreiber gegen 11 Uhr einen Kurzschluss aufgrund von Schneebruch und Sturm. Die betroffenen Anschlüsse in Friedberg, Tafertsweiler und Völlkofen waren nach knapp einer Stunde wieder versorgt. In Wolfartsweiler selbst gab es nach Abschluss der Reparaturen gegen 13.45 Uhr wieder Strom.

Vom Wintereinbruch betroffen sind auch die Fußballspieler. Sowohl die Bezirksligapartien im württembergischen Bezirk Donau FV Altheim - FC Laiz und TSG Rottenacker - FV Bad Saulgau als auch das erste, für Mittwoch angesetzte Halbfinale im Bezirkspokal zwischen dem SV Sigmaringen gegen die TSG Ehingen wurden abgesagt. Ebenso fallen vier Spiele der Bezirksliga Badischer Bodensee aus, unter anderem die Partie des F-Teams des SC Pfullendorf gegen den Türkischen SV Konstanz. Die Schneefälle machten die Plätze unbespielbar. Wohl einmalig für Ende April.

Traktoren stehen bereit

Einige Unternehmen und Einrichtungen hatten mit dem Wintereinbruch weniger Probleme. So hatte die Hausverwaltung Müller in Bad Saulgau Glück: Sie hat ihre beiden Räumtraktoren noch nicht für den Sommereinsatz umgerüstet. Bereits ab 2.30 Uhr konnten Mitarbeiter für befahrbare Höfe und Wege in den betreuten Häusern sorgen.

Auch die Fahrzeuge des Entsorgungsunternehmens Alba in Bad Saulgau schafften trotz des Schneegestöbers ihre Touren. Wegen der winterlichen Verhältnisse habe sich die Abholung um knapp eine Stunde verzögert, war vom Unternehmen zu erfahren.

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