Willi-Burth-Schule im digitalen Zeitalter

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 Schüler der Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau arbeiten im Unterricht mit Tablets. Der Schulversuch an der gewerblichen Schule e
Schüler der Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau arbeiten im Unterricht mit Tablets. Der Schulversuch an der gewerblichen Schule endet nach dem Schuljahr 2019/2020. (Foto: Dirk Thannheimer)
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343 Computer, 32 Laptops, 81 Tablets: Der digitalisierte Unterricht gehört an der Willi-Burth-Schule – gewerbliche Schule in Bad Saulgau – seit dem Schuljahr 2017/2018 zum Standard. Vor Ablauf des Schulversuchs Ende des Schuljahrs 2019/2020 steht für Schulleiter Egbert Härtl jetzt schon fest: „Der Einsatz der Tablets ist pädagogisch sinnvoll.“

Beim „Marktplatz Ausbildung“ am Freitag, 8. Februar, zeigt die elfte Klasse des Technischen Gymnasiums der Willi-Burth-Schule mit dem Profil Gestaltung und Medientechnik den Besuchern einen Imagefilm über die gewerbliche Schule. Das Schulgebäude, Interviews mit Schülern und Schnittbilder wurden von den Schülern selbst gefilmt – und zwar mit Tablets, mit denen die elfte Klasse und zwei weitere Schulklassen sowie knapp 20 Lehrer seit zwei Jahren im Unterricht arbeiten. „Die Schüler dürfen die Tablets auch mit nach Hause nehmen“, sagt Lehrer Wolfgang Ott, pädagogischer Betreuer des Tablets-Projekts an der Willi-Burth-Schule. Aber nicht aus Gründen des Konsums: „Sie sollen sich mit dem Gerät vertraut machen und ihre Medienkompetenz stärken“, sagt Ott.

Ott wurde für diese Betreuung von der Schulleitung ausgewählt, weil er schon vor Jahren die Notwendigkeit der Digitalisierung erkannt hat und selbst das Tablet im Religionsunterricht einsetzt. „Auf dem Tablet gibt es zum Beispiel eine digitale Ausgabe der Bibel“, ergänzt Ott, dessen Aufgabe es ist, nicht nur den Schülern den richtigen Umgang mit den Tablets zu erklären, sondern auch seine Lehrerkollegen laufend zu schulen und fortzubilden.

Infrastruktur ist vorhanden

Die Infrastruktur an der Willi-Burth-Schule ist vorhanden, die technischen Voraussetzungen gegeben, auch wenn die Geschwindigkeit noch nicht ihr Maximum erreicht hat. Aber als Unterrichtsmethode verdrängt das Tablet mit all seinen Möglichkeiten und Potenzialen mehr und mehr die Kreidetafel, die zwar noch an der Wand hängt, aber immer seltener benutzt wird.

Mit einem Stift können die Schüler auf dem Tablet Tabellen erstellen, mathematische Formeln aufschreiben, aber auch Simulationen ablaufen lassen, Dateien ablegen. „Die Tablets dienen vor allem der Veranschaulichung“, sagt Wolfgang Ott, der froh ist, dass die Schulleitung mit Egbert Härtl und seinem Stellvertreter Markus Strobel den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Die Willi-Burth-Schule, deren Träger der Landkreis Sigmaringen ist, steckt noch mitten im Schulversuch, würde aber nach den positiven Erfahrungen und Rückmeldungen gerne die Digitalisierung sukzessive ausbauen. „Gerade für eine Klasse mit dem Profil Gestaltung und Medientechnik sind Tablets von großer Bedeutung“, sagt der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Strobel. Die Geräte, die bisher im Einsatz sind, wurden vom Land bezahlt. Wie die weitere Finanzierung aussehen soll, steht noch in den Sternen.

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