Wetter beherrscht die Strategie

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 Das Team Kappeler trotzt den schlechten Bedingungen und belegt mit den Fahrern Thomas Kappeler, Willy Hueppi und Thomas Gerling
Das Team Kappeler trotzt den schlechten Bedingungen und belegt mit den Fahrern Thomas Kappeler, Willy Hueppi und Thomas Gerling auf seinem Porsche 911 GT3 Cup MR (vorne) Rang zwei in der Startklasse des siebten Saisonlaufs. (Foto: Jan Brucke)
Schwäbische Zeitung

Mit dem siebten Lauf ist die VLN-Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring auf der Nürburgring-Nordschleife in das entscheidende Schlussdrittel der Saison eingebogen. Das Team Kappeler belegte in seiner Startklasse Rang zwei und den zwölften Gesamtrang.

Wie schon beim sechsten Rennwochenende herrschte am Freitagnachmittag schönstes Herbstwetter und bot damit ideale Bedingungen für das freie Training und die „Taxifahrten“ mit den Teamsponsoren. Gemäß Wetterprognose sollte in der Nacht vom Freitag auf den Samstag nochmals eine nasse Kaltfront durchziehen. Aber für den Renntag war ab 10 Uhr trockenes und zunehmend sonniges Wetter angesagt. Dies bedeutete, dass zwar das Qualifying im Regen stattfinden würde, für das eigentliche Rennen aber mit trockenen Bedingungen zu rechnen war.

Der erste Teil entpuppte sich dann auch als zu 100 Prozent korrekt, was Teamchef Thomas Kappeler veranlasste, nur einen Fahrer in das Qualifikationstraining zu entsenden, um das Risiko zu minimieren. Mit Startplatz zwei in der Klasse und Platz 19 in der Gesamtwertung war Thomas Kappeler auch absolut zufrieden.

Der zweite Teil der Wetter-Vorhersage zeigte allerdings wieder einmal wie unberechenbar das Eifelwetter sein kann: Der Start um 12 Uhr erfolgte am Renntag bei strömendem Regen. Da der Porsche GT3 Cup MR mit der Startnummer 66 im Regen nicht ganz so einfach schnell zu bewegen ist, basierte die Rennstrategie des Teams aus Bad Saulgau darauf, erst sicher durch den Regen kommen und dann im Trockenen voll anzugreifen – getreu dem Motto: „To finish first, you have to finish first!“

Der Regen wurde dann zwar immer mal wieder schwächer, aber kurz vor einem möglichen Reifenwechsel auf Slicks wurde die Nordschleife zuverlässig von Petrus jeweils wieder frisch bewässert.

Wechsel auf Slicks

Keine leichte Aufgabe für die Kappeler-Boxencrew bei diesen Bedingungen die anstehenden Fahrer- und Reifenwechsel sowie die notwendigen Tankstopps optimal miteinander zu koordinieren. Mit dem Ziel die gesamte Renndauer von vier Stunden mit möglichst wenig Boxenstopps zu absolvieren, wurden an der Box fortlaufend alle sich bietenden Wechsel-Optionen überprüft und die Strategie immer wieder den wechselnden Bedingungen angepasst - was dem Team schlussendlich ganz gut gelingen sollte.

Beim voraussichtlich letzten Boxenstopp entschloss sich das Team gleichzeitig von Regenreifen auf Slicks zu wechseln. Dem Fahrer wurde versichert, dass extrem stark vorgeheizte Reifen aufgezogen würden. Zusammen mit einer etwas vorsichtigen ersten Phase sollte dies dann auf der zunehmend abtrocknenden Nordschleife zum Erfolg führen, aber auch zu ein paar zusätzlichen Schrecksekunden für den Fahrer.

Diese Strategie ging dann auch wirklich auf und so kreuzte der gelbe Kappeler-Motorsport Porsche GT3 Cup MR nach vier nervenaufreibende Rennstunden auf Platz zwei in der Klasse und Platz zwölf in der Gesamtwertung bei schönstem Eifelwetter die Zielflagge, Lohn für ein konzentriertes Rennwochenende, in denen das Team auch in hektischen Momenten nicht die Übersicht verlor.

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