Im Hinspiel zeigt der FC Ostrach - wie hier Fabian Riegger - etwas mehr Einsatz als nervöse Mengener. Am Ende siegt Ostrach dur
Im Hinspiel zeigt der FC Ostrach - wie hier Fabian Riegger - etwas mehr Einsatz als nervöse Mengener. Am Ende siegt Ostrach durch Treffer von Markus Gipson, Yannick Ender und Mirko Schiemann, bei einem Gegentreffer durch Anton Hartock (rechts) verdient mit 3:1. (Foto: Thomas Warnack)
Sportredakteur

Es ist angerichtet. Am Samstag, um 14 Uhr, steht in Ostrach das zweite Derby der Landesligasaison zwischen Ostrach und Mengen an. Das Spiel wurde von ursprünglich 18 Uhr auf 14 Uhr vorverlegt, um nicht im Buchbühl unter dem Flutlicht spielen zu müssen. Denn eigentlich wollte man ein Abendspiel auf dem Kunstrasen spielen, doch angesichts der fast frühlingshaften Witterung in den vergangenen Wochen beschloss man, ins Buchbühl „umzuziehen“, um dort die bessere Infrastruktur zu nutzen. Da aber der Regen in den vergangenen Tagen dem Ostracher Rasen arg zusetzte, droht eine erneute Verlegung - auf den Kunstrasen. Eine Entscheidung darüber fällt am Samstagmorgen.

Sportlich sind beide Mannschaften gerüstet. Der FC Mengen hat seine jüngsten beiden Spiele (3:0 Dotternhausen, 2:1 Balingen II) gewonnen und steht mit 27 Punkten auf Rang sechs. Einen Zähler und zwei Plätze vor Ostrach. Doch Mengens Trainer Miroslav Topalusic weiß, dass sich seine Elf steigern muss, um den dritten Sieg in Folge einzufahren. „Gegen Dotternhausen haben wir schlecht gespielt, gegen Balingen haben hatten wir auch ein bisschen Glück. Balingen vergab die Riesenchance zum 2:0 und wir machen den Ausgleich. Am Ende hatten wir den Sieg vielleicht aus kämpferischer Sicht verdient, weil wir es mehr wollten, aggressiver waren. Aber es hätte auch sein können, dass wir statt mit sechs Punkten nur mit einem Zähler aus den beiden Spielen dastehen“, erinnert sich der Mengener Coach.

Auch sein Gegenüber Timo Reutter, der gemeinsam mit Christian Söllner das Ostracher Trainerduo bildet, ist eigentlich ganz zufrieden mit der Ausbeute zuletzt, trotz „nur“ zwei Unentschieden gegen Balingen II (2:2) und in Biberach (1:1). „In Biberach können, ja müssen wir am Ende gewinnen. Wir haben in der zweiten Halbzeit gut gespielt, hatten die Riesenchance, Biberach hatte in der zweiten Halbzeit keine einzige Gelegenheit“, sagt Reutter.

Schon im Hinspiel hatte das Spiel das Prädikat Derby verdient. 800 Zuschauer pilgerten ins Ablachstadion, darunter sicher auch viele „Nicht-Stammgäste“ der beiden Mannschaften. Die sahen einen 3:1-Sieg des FC Ostrach. „Sicher waren wir im Hinspiel ein bisschen nervös, wir haben halt nicht die vielen routinierten Landesligaspieler wie sie Ostrach hat“, sagt Miroslav Topalusic. Auch für ihn ist das Aufeinandertreffen im Buchbühl etwas Besonderes. „Für mich ist es der erste Auftritt als Trainer einer Gästemannschaft in Ostrach. Ich hoffe, ich setze mich auf die richtige Bank“, sagt der Mengener Coach im Scherz. Knapp vier Jahre hielt er das sportliche Zepter in Ostrach in der Hand, führte die Mannschaft bis auf Platz drei in der Landesliga. „Auch für meine Spieler ist das eine besondere Partie.“

Abwehr gegen Offensive

Klar, schließlich gibt es genügend Querverbindungen. Man kennt sich. „Im Hinspiel waren wir großzügig und haben den Ostrachern die drei Punkte überlassen, vielleicht tun sie das ja im Rückspiel“, sagt Topalusic - und weiß genau, dass dem nicht so sein wird. Die größere Erfahrung sei das Plus der Ostracher. Er weiß, dass das Derby auch ein Kampf der Systeme wird: „Bei Ostrach steht hinten meist die Null. Ostrach wird tief stehen, uns kommen lassen und dann auf Konter spielen.“

Timo Reutter rechnet mit einem ähnlichen Szenario. „Es wird ein interessantes Spiel. Gute Offensive gegen gute Defensive. Unsere Mannschaft steht gut und jede andere Mannschaft hat es schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen“, sagt Reutter. Beide rechnen damit, dass zum Klassenerhalt 40 Punkte notwendig sind. Topalusic sagt: „Wichtig ist, dass wir sechs Mannschaften hinter uns lassen. Dann ist egal, wie viele Mannschaften aus der Verbandsliga runterkommen. Wir sind noch lange nicht am Ziel.“ Ähnlich sieht das Timo Reutter: „Natürlich ist das ein spezielles Spiel, aber am Ende geht es auch nur um drei Punkte. Gewinnen wir, ist es schön, verlieren wir und ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen, ist es so. Dann war Mengen besser und wir akzeptieren das. Ich denke, wir brauchen 40 Punkte, um die Klasse zu sichern. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.“

Fair soll es bleiben

Bei aller Brisanz ist beiden klar, wie wichtig der faire Umgang miteinander am Samstag ist. Egal ob auf dem Platz, am Spielfeldrand oder auf den Rängen. „Fair soll es zugehen“, wünscht sich Topalusic. „Und am Ende wäre es sehr gut, wenn beide Mannschaften in der Liga bleiben, damit wir auch in der kommenden Saison ein Derby haben.“ Und auch Timo Reutter hofft darauf, dass alle Beteiligten ruhig bleiben, auch von Außen keine Unruhe ins Spiel hineingetragen wird. Natürlich läge das auch am Verhalten auf der Bank und am Spielfeldrand. „Da können wir schon drauf einwirken, auch wenn es im Buchbühl alles ein bisschen enger ist, als in Mengen, wo du noch die Leichtathletikbahn dazwischen hast.“

Personell haben beide unterschiedliche Voraussetzungen. Während Ostrach fast vollzählig antreten kann, muss Mengen auf zwei wichtige Spieler sicher verzichten. „Hinter ein, zwei Spielern stehen Fragezeichen“, sagt Miroslav Topalusic. Sicher ausfallen werden Kapitän und Sechser Kevin Hartl, dessen Knieprobleme zu groß sind. „Wir hatten gehofft, dass die Winterpause reicht, damit sich Kevin auskurieren kann. Dem war aber nicht so.“ Sicher fehlen wird auch Anton Hartock, der privat verhindert ist. Ein Fragezeichen steht hinter Dennis Ivanesic, der gegen Balingen II wegen einer Zerrung fehlte. „Ich bin aber zuversichtlich, dass Dennis spielen kann. Er konnte ja schon im Hinspiel nicht spielen, wegen seines studienbedingten Budapestaufenthalts. Da wird er sich das Rückspiel kaum nehmen lassen“, sagt Topalusic. Beim FC Ostrach fehlt nur der rotgesperrte Ladislav Varady, der wegen einer Gegenspielerbeleidigung in einem Testspiel insgesamt viermal zuschauen muss und noch zweimal fehlt. Ansonsten sind alle Spieler an Bord, auch der zuletzt gelb-rot-gesperrte Yannick Ender.

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