Werner Mezger spricht über Bräuche

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 Werner Mezger
Werner Mezger (Foto: privat)
Schwäbische Zeitung

Am kommenden Dienstag, 9. Oktober, hält der bekannte Professor Dr. Werner Mezger von der Universität Freiburg in der ökumenischen Senioren-Begegnung einen Vortrag zum Thema „Bräuche von Martini bis Weihnachten“. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, der Eintritt ist dank der Unterstützung durch die Bürgerstiftung frei, Gäste sind willkommen.

Die Zeit von Martini bis Weihnachten ist eine Periode besonders intensiver Brauchentfaltung. Dabei stellen sich mancherlei Fragen: Warum werden am Martinstag Gänse geschlachtet? Warum ziehen die Kinder am selben Termin mit Lampions und Laternen um? Warum beginnt ebenfalls am 11. November im Rheinland der Karneval? Was hat es mit der Adventszeit auf sich? Seit wann gibt es den Adventskranz? Warum tritt Sankt Nikolaus als Schutzpatron der Kinder auf, der quasi in der Rolle des himmlischen Hilfspädagogen die Kleinen examiniert und sie ihrem Betragen entsprechend belohnt oder bestraft? Warum hat Nikolaus einen finsteren Begleiter, dessen Namen je nach Landschaft wechselt: Ruprecht, Hans Trapp, Krampus, Klaubauf, Zwarte Piet? Seit wann und warum stellt man Christbäume auf? Wie steht es um die Tradition der Weihnachtskrippen?

Diesen und vielen anderen Aspekten geht der Vortrag anhand von Bildmaterial nach. Dabei bieten sich farbenfrohe Einblicke in Brauchformen aus ganz Europa, die in ihrer Exotik teilweise ebenso rätselhaft wie faszinierend sind. Allein die Fülle der Nikolausbräuche im alpinen Raum kennt nahezu keine Grenzen. Durch den Vergleich möglichst breit gefächerter Brauchphänomene aus unterschiedlichsten Gegenden werden dem Betrachter die Augen geöffnet für Zusammenhänge und Ideen, die in früheren Jahrhunderten selbstverständlich waren, heute jedoch in Vergessenheit geraten sind.

Werner Mezger ist seit 1996 Professor für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Freiburg. Bekannt wurde er mit zahlreichen Veröffentlichungen und er gilt inzwischen als einer der führenden Spezialisten auf dem Gebiet der Brauch- und Festtraditionen.

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