Wenn der Wunsch der Pflege-Charta einmal Wirklichkeit wird

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Mal rauskommen: Eine Projektarbeit von Altenpflegeschülerinnen erfüllt Seniorinnen diesen Wunsch.
Mal rauskommen: Eine Projektarbeit von Altenpflegeschülerinnen erfüllt Seniorinnen diesen Wunsch. (Foto: Rudi Multer)
stellv. Redaktionsleiter

Einen Erlebnistag im Kloster Sießen haben Schülerinnen der Altenpflegeschule in Bad Saulgau für Seniorinnen aus der Region gestaltet. Für die drei beteiligten Altenpflegeschülerinnen war es eine Projektarbeit, für die Seniorinnen ein schöner Tag.

Melanie Gromer, Lenka Seitzinger und Anna Müller besuchen die Klasse 3BFA2 an der Helene-Weber-Schule. Hinter der Abkürzung verbergen sich jede Menge Informationen, die sich so lesen lassen: Die drei absolvieren eine dreijährige Ausbildung und befinden sich im zweiten Ausbildungsjahr. Eine Projektarbeit ist in diesem Abschnitt Teil der Ausbildung. Ihr Thema: „Die Integration alter Menschen in die Gesellschaft“. Alle drei Schülerinnen absolvieren derzeit ein Praktikum an Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege in der Region.

Sie organisierten für drei Seniorinnen einen Ausflug ins Kloster Sießen. Im Hummel-Saal erklärte Schwester M. Heidrun Keckeisen dort in anschaulichen Worten die berühmte, von Schwester M. Capistrana Bucher gestaltete, große Krippe aus Naturmaterialien.

Der 90-jährigen Elisabeth Scheck aus Kappel bei Bad Buchau gefällt das: „Sogar die kleinsten Tierchen kann man hier sehen“. In ihrem Elternhaus wurden auch Krippen gebastelt, erinnert sie sich. Von der Sozialstation Riedlingen betreut, wohnt Elisabeth Scheck im Bad Buchauer Teilort. Nur selten findet sie die Möglichkeit herauszukommen.

Darauf kommt es den Schülerinnen der Altenpflege an: „Altenpflege ist mehr, als alte Menschen zu versorgen“, sagt Melanie Gromer. Die Teilhabe dieser Menschen sei in der deutschen Pflege-Charta als Recht von Seniorinnen festgeschrieben.

Wie lässt sich das mit der Realität in der Pflege vereinbaren? „Es ist derzeit eher ein Wunsch von uns als Realität“, so Gromer. Die Pflegekassen würden solche Aktionen wie in Sießen nicht bezahlen. Und dass die Schülerinnen von ihren Betrieben dafür freigestellt wurden, sei den Ausbildungsbetrieben schon hoch anzurechnen. Für die drei Seniorinnen in Sießen ist das Seniorenrecht zumindest für einen Tag Realität geworden – und der Tag endete bei Kaffee und Kuchen im Klostercafé.

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