Weihbischof Matthäus Karrer segnet im Kloster Sießen die Besucher

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 Schwester Manuela gibt beim Vertrauensparcours im Lichthof des Klosters Hilfestellung.
Schwester Manuela gibt beim Vertrauensparcours im Lichthof des Klosters Hilfestellung. (Foto: Anita Metzerl-Mikuteit)
Anita Metzler-Mikuteit

Tolle Programmpunkte, ein schönes Leitmotiv und ein durchgängiges Bilderbuchwetter haben am Mittwoch zahlreiche Besucher zum Kinderfranziskusfest auf das Klosterareal nach Sießen gelockt. Zwar gab es auch in den Klostergebäuden zahlreiche Angebote, doch die Mehrzahl hat sich für ein Plätzchen in der Sonne entschieden.

Nicht nur die Besucherscharen genossen die Sonne an diesem Tag in vollen Zügen. Auch die Gastgeberinnen waren bester Stimmung. Die Sonne strahlte schon am Vormittag durch die Fenster der Kapelle und tauchte die Szenerien des Auftaktspiels in ein sanftes Licht. Viele haben lange Anfahrtswege auf sich genommen. Wie die anderen teilnehmenden Kinder auch, war die Theatergruppe der Ravensburger Grundschule Klösterle schon tags zuvor angereist. So hatten sie genügend Zeit zum Proben. Alles klappte wie am Schnürchen, die Spielfreude der Kinder war groß, die Botschaft, anknüpfend an das Leitmotiv „Gut beschirmt“, leicht zu verstehen: Ihr alle seid Tag und Nacht von Gott beschützt und geborgen. Da kann auch mal ein unbefriedigender Tag mit Misserfolgen ohne weiteres weggesteckt werden.

Danach ging es raus ins Grüne. Die Hüpfburg war binnen Minuten belegt, Väter und Mütter suchten sich ein sonniges Plätzchen zum Reden, während die Kinder durch ein Stofftunnel krochen, mit gelben Säcken hüpften, Eulen aus Papprollen bastelten oder Schäflestaschen gestalteten. Beate Gröne vom Familienbund der Katholiken hat in einem Raum einen Familienparcour aufgebaut. Mit bunten Mosaiksteinen etwa konnten Kinder und Erwachsenen veranschaulichen, dass „wir alle unterschiedlich sind, aber trotzdem zusammen gehören“. Lange Schlangen gab es schon vormittags beim Strickleiterklettern. Gleich gegenüber hatten Kinder die Möglichkeit, Ministrantenkutten zu probieren und sich anschließend mit dem Papst – natürlich aus Pappe – fotografieren zu lassen. „Es sind weniger Interessenten für das Ministrantenamt als etwa vor zehn Jahren“, sagte Christina Reich von der zugehörigen Fachstelle.

Brasilianer hilft beim Parcours

Regen Andrang gab es auch beim Vertrauensparcours im schönen Lichthof. Die Augen abgedunkelt, ließen sich Kinder und Erwachsene langsamen Schrittes durch den Hindernisparcours führen. Schwester Manuela gab Hilfestellung und wurde von Yuri Soares unterstützt. Der Jugendliche aus Brasilien arbeitet als Au-pair in Kleintissen und hat den Franziskanerinnen seine Unterstützung angeboten. „Ich will einfach mithelfen und gleichzeitig natürlich die deutsche Sprache noch besser lernen“, sagt er.

Erstmals bestand die Möglichkeit, sich von Weihbischof Matthäus Karrer segnen zu lassen. Besonders von jungen Familien wurde dieses Angebot gerne angenommen. „Wir lieben dieses Fest“, sagte eine Mutter aus Zussdorf, die mit ihrer Familie regelmäßig zum Fest kommt und sich und ihren Sohn Lukas segnen ließ. Der Besucherstrom riss nicht ab. Trotzdem fanden alle ein Plätzchen, auch beim Stockbrot backen, beim Schirme bemalen, beim Zimmern einer Wandgarderobe und unzähligen anderen Angeboten mehr. Wer ein ganz ruhiges Plätzchen suchte, wurde im Franziskusgarten problemlos fündig. Traditionell endet das Fest zeitgleich an mehreren Orten mit einer Eucharistiefeier. „Es ist ein großartiger Tag“, sagte Schwester Anna-Barbara am Nachmittag und freute sich über „so viele glückliche und zufriedene Kinder“. Und über die Aussage eines Vaters, der meinte, dass an solchen Tagen spürbar sei, „dass es im Leben noch viel wichtigere Dinge gibt als ein paar Euro mehr in der Tasche – nämlich Zeit für die ganze Familie“.

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