Volksbank verkleinert den Aufsichtsrat

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Alois Henne (Mitte) erhält von Mark Götz (links) eine Auszeichnung. Mit Henne freut sich Max Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf (rec
Alois Henne (Mitte) erhält von Mark Götz (links) eine Auszeichnung. Mit Henne freut sich Max Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf (rechts). (Foto: Ckw)
Christoph Klawitter

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase hat die Volksbank Bad Saulgau im vergangenen Geschäftsjahr gut genug gewirtschaftet, um eine durchschnittliche Rendite von 4,15 Prozent ausschütten zu können. Die eigentliche Dividende, die die Vertreterversammlung am Montagabend im Stadtforum einstimmig beschloss, beläuft sich dabei wie im Vorjahr auf 1,5 Prozent. Außerdem verkleinerte die Bank ihr Aufsichtsratsgremium: Alois Henne schied nach 38 Jahren aus, sein Posten wurde nicht wieder besetzt.

„Dies ist aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat vor dem Hintergrund des weiterhin niedrigen Zinsniveaus eine sehr gute Rendite“, sagte Vorstandsmitglied Klaus Thaler mit Blick auf die 4,15 Prozent. Diese setzen sich aus 1,5 Prozent Dividende und dem Volksbank-eigenen Mitgliederbonussystem zusammen, sodass am Ende eine Durchschnitts-Rendite von 4,15 Prozent steht. Insgesamt sei es ein gutes Jahr gewesen, zog Klaus Thaler eine positive Bilanz. Die Bilanzsumme stieg um 80 Millionen Euro auf 1,076 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür sind zwei Steigerungen: Die Kundeneinlagen stiegen um 9,4 Prozent, das Volumen der Bankkredite um 4,9 Prozent. Weniger positiv ist die Entwicklung beim Zinsüberschuss, der laut Klaus Thaler die wichtigste Erfolgskennzahl beim Ertrag ist: Dieser sank von 19,9 Millionen Euro auf 18,2 Millionen Euro. Unter anderem als Folge dessen sank das Betriebsergebnis von 8,2 auf 7,6 Millionen Euro.

Sein Vorstandskollege Klaus Remensperger kam in seinem Bericht auf die Filialschließungen im vergangenen Jahr zu sprechen. „Uns war klar, dass wir zu unserer Entscheidung auch kritische Stimmen hören werden“, sagte Remensperger. „Und doch konnten wir feststellen, dass uns größtenteils Verständnis für diesen Schritt entgegengebracht wurde.“ Mit der derzeitigen Filialstruktur sei man gut aufgestellt. Doch das Thema Schließungen ist deshalb langfristig nicht vom Tisch, wie Remenspergers Worte verdeutlichten. „Trotzdem werden wir weiterhin beobachten müssen, wie unsere Filialen von unseren Mitgliedern und Kunden in Beratung und Service genutzt werden“, bemerkte er.

Zwei von drei Sitzen besetzt

Ostrachs Bürgermeister Christoph Schulz und Wilhelm Zeller aus Hohentengen-Ursendorf wurden jeweils als Aufsichtsrat wiedergewählt. Wegen des Erreichens der von der Satzung vorgesehenen Altersgrenze war der ehemalige Sigmaringendorfer Bürgermeister Alois Henne nicht mehr wählbar, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Max Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf bekannt gab. Er schlug der Versammlung vor, den Posten nicht wiederzubesetzen. Das Ziel sei, das Aufsichtsratsgremium zu verkleinern, so der Erbgraf. Bei zwei Gegenstimmen folgte die Vertreterversammlung mehrheitlich diesem Vorschlag.

Auch die Vertreterversammlung könnte bald verkleinert werden: Max Erbgraf zu Königsegg-Aulendorf kündigte an, dass dieses Thema nächstes Jahr diskutiert werde. Wie er bemerkte, seien von 642 Vertretern nur 249 anwesend: „Das sind nicht einmal 40 Prozent“.

Die Verabschiedung von Alois Henne nahm Mark Götz vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband vor. Henne war 20 Jahre Aufsichtsrat bei der damaligen Raiffeisenbank Sigmaringendorf und dort stellvertretender Vorsitzender des Gremiums. Seit der Fusion mit der Volksbank Bad Saulgau ist er hier seit 18 Jahren Aufsichtsrat, sodass er insgesamt 38 Jahre Aufsichtsrat war. Mark Götz zeichnete Henne mit der Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille aus. Zu Beginn hatte Bürgermeisterin Doris Schröter die Vertreter begrüßt. „Die Jahresbilanz zeigt, dass die Menschen großes Vertrauen in die Volksbank haben“, sagte sie.

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