Verwaltung denkt über Waldkindergarten nach

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 Im Freien spielen und toben: Darum geht es in einem Waldkindergarten, der vielleicht auch bald in Bad Saulgau eine Alternative
Im Freien spielen und toben: Darum geht es in einem Waldkindergarten, der vielleicht auch bald in Bad Saulgau eine Alternative für das Betreuungsangebot von Kindern sein könnte. Die Verwaltung denkt jedenfalls darüber nach. (Foto: Stefan Mattes)
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Bekommt Bad Saulgau bald einen Waldkindergarten? Bei der Einwohnerversammlung am Donnerstagabend vor etwa 70 Bürgern im Stadtforum sind jedenfalls erste Pläne für einen Waldkindergarten vorgestellt worden. Der Gemeinderat soll bei der Sitzung im Oktober darüber beraten. Unklar ist nach wie vor, ob in der Kernstadt ein neuer Kindergarten gebaut wird. Ein Konzept gibt es hierfür noch nicht.

Steigende Geburtenzahlen in Bad Saulgau stellen die Verwaltung vor große Herausforderungen. Das größte Problem dabei: Der Platz für die Betreuung von Kindern geht aus. Doch das Ziel der Verwaltung müsse sein, dass jedes Kind in Bad Saulgau einen Kindergartenplatz bekomme, sagte Bad Saulgaus Bürgermeisterin Doris Schröter, nachdem Hauptamtsleiterin Birgit Luib und Stadtbaumeister Pascal Friedrich die bauliche Entwicklung und weitere Planungen für die Schulen und Kindergärten vorgestellt hatten. Bereits in den Sommerferien wurde mit der Sanierung der beiden Schulgebäude der Walter-Knoll-Schulen – Realschule und Werkrealschule – begonnen. Die zweizügige Grundschule in Renhardsweiler nahm vor wenigen Tagen den Betrieb auf. Allerdings müssen sich die Grundschüler wegen der notwendigen Sanierungen auf Baustellenlärm einstellen. Derzeit müssen sie noch den Pausenhof überqueren, um die provisorisch eingerichteten Toiletten zu erreichen.

Provisorium „Schatztruhe“

Fest steht nach dem Beschluss des Gemeinderats auch, dass der bisherige Kindergarten in Braunenweiler abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird. In Braunenweiler entsteht ein dreigruppiger Kindergarten, „der das Leben auf dem Land zum Thema haben soll“, sagte Stadtbaumeister Pascal Friedrich, der auf Nachfrage von Ulrike Köble, Leiterin des Kindergartens Don Bosco, mitteilte, dass die Erzieherinnen bei der Planung des neuen Kindergartens mit einbezogen worden seien. Und in der Kernstadt wurde aus Platzmangel der Kindergarten „Schatztruhe im November“ vergangenen Jahres als Provisorium eingerichtet. „Wir sind aber weiter auf der Suche nach Interimslösungen“, sagte Birgit Luib.

Eine Alternative könnte daher ein Waldkindergarten sein. „Die Aktivitäten spielen sich in der Regel im Freien ab“, sagte Birgit Luib. Die Kinder werden in Waldhütten oder Bauwägen untergebracht. Gezeigt wurden den Bürgern Beispiele aus Ostrach und Ravensburg, wo sich die Waldkindergärten etabliert haben. „Die Waldkindergärten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit“, ergänzte Doris Schröter. Auch sei es weniger ein Problem, Personal für Waldkindergärten zu finden.

Nicht beantworten konnte Schröter die Frage eines Vaters, dessen zweijähriger Sohn den Kindergarten „Schatztruhe“ besucht, ob und wann ein zusätzlicher neuer Kindergarten in der Kernstadt beantwortet werde. Der marode Kindergarten in Braunenweiler sei zuerst am Zug gewesen. Weitere Planungen für einen neuen Kindergarten würden noch nicht vorliegen. Noch nicht, denn Schröter schließt einen Neubau nicht aus – als Ergänzung zu einem möglichen Waldkindergarten.

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