Veranwortliche wappnen sich gegen Ausbruch der afrikanischen Schweinepest

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 Jäger dürfen Reste von toten Tieren künftig nicht mehr im Wald lassen. Für die ordnungsgemäße Entsorgung bietet der Landkreis s
Jäger dürfen Reste von toten Tieren künftig nicht mehr im Wald lassen. Für die ordnungsgemäße Entsorgung bietet der Landkreis sogenannte Verwahrstellen an. Eine davon entsteht derzeit auch in Bad Saulgau. (Foto: Eric Zerm)
stellv. Redaktionsleiter

Der Landkreis Sigmaringen baut derzeit ein Netz von Verwahrstellen für verendete Tiere und Reste getöteter Tiere auf. Eine solche Einrichtung entsteht derzeit in der Nähe des Wertstoffhofes auch in Bad Saulgau. Der Grund für den Ausbau: Eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest soll verhindert werden.

Ausgangspunkt für den Ausbau ist der „Maßnahmenplan des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP)“.

Wir reden hier von einem Bauvolumen einer Einzelgarage. Stadtbaumeister Pascal Friedrich

Einer der Punkte des Maßnahmenplans: Die bereits bestehenden Verwahrstellen im Land werden derzeit durch die Stadt- und Landkreise um weitere 153 neue Stellen erhöht. So sieht es der Punkt „Einrichtung eines flächendeckenden Netzes von Verwahrstellen“ im Papier des Ministeriums vor.

Vor allem Wildschweine sind betroffen

Es geht um die Ansteckungsgefahr, insbesondere bei Wildschweinen. Die ist laut Veröffentlichung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft nämlich besonders hoch, wenn „Schweine Kontakt zum Blut oder zum Kadaver eines infizierten Tieres haben“.

Die Konsequenz aus diesem Zusammenhang: Problematische tote Tiere oder Teile von toten Tieren sollten so schnell wie möglich aus dem Wald entfernt werden.

Mit den zusätzlichen Verwahrstellen sollen die Jäger laut Landratsamt Sigmaringen dafür noch mehr Möglichkeiten erhalten. Problematisch sind vor allem der so genannte Aufbruch – die Eingeweide von erlegtem Wild – und verendete Wildschweine.

Insgesamt sechs neue Verwahrstellen sind für den Landkreis Sigmaringen vorgesehen. Laut Klaus Bissinger, Leiter des Fachbereichs Veterinärwesen, sind neue Verwahrstellen in Pfullendorf, Mengen und Gammertingen bereits in Betrieb. Bad Saulgau, Sigmaringen und Meßkirch sollen bald folgen.

Geld von Land und Kreis

Land und Landkreis finanzieren die neuen Einrichtungen, Bauherr ist die Stadt Bad Saulgau. „Wir reden hier von einem Bauvolumen einer Einzelgarage“, sagt Stadtbaumeister Pascal Friedrich über die Dimension der neuen Einrichtungen. Bisher können tote Tiere, darunter auch von Jägern im Wald gefundene Kadaver in die Verwahrstelle beim Bauhof in Bad Saulgau gebracht werden.

Die neuen Stellen müssen erhöhten Vorschriften genügen. „Bei den Verwahrstellen müssen wir bauliche Vorgaben und auch Hygienevorschriften beachten“, schreibt Klaus Bissinger in Beantwortung einer Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“.

In dem Gebäude befindet sich beispielsweise ein Kühlcontainer. Mitarbeiter der Tierbeseitigungsanlage in Warthausen (TBA) holen die toten Tiere in regelmäßigen Abständen von den Verwahrstellen zur Entsorgung ab. Die Jäger erhalten Zutritt zu dem Gebäude, um die toten Tiere ordnungsgemäß zu lagern.

Bei der Vorsorge vor der Schweinepest bauen die Behörden auf das verantwortliche Handeln der Jäger. „Für die fachgerechte Verwertung der toten Tiere ist grundsätzlich der Jäger verantwortlich“, schreibt Fachbereichsleiter Bissinger.

Der Landkreis verbessert die Infrastruktur dafür. Sogar im Fall, dass der Jäger die Tiere nicht in eine Verwahrstelle bringen könne, müsse er sicherstellen, dass die toten Tiere und Teile toter Tiere nicht länger im Wald liegenbleiben.

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