Völkerverständigung auf dem langen Weg zum Nordkap

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 Wiedersehen macht Freude: Peter Hug (links), Heike Klaner, Hans-Willi Giebelen, Egon Fleischner mit Frau Silvia, Hermann Geng u
Wiedersehen macht Freude: Peter Hug (links), Heike Klaner, Hans-Willi Giebelen, Egon Fleischner mit Frau Silvia, Hermann Geng und Gabi Fuchs mit Ehemann Willy treffen sich nach ihrer Fahrt mit Oldtimertraktoren zum Nordkap in Bogenweiler. (Foto: Roland Mutschler)
Roland Mutschler

Für Oldtimertraktoren und ihre Fahrer gibt es legendäre Ziele, die sie alle Jahre wieder ansteuern, darunter landschaftliche Hochkaräter wie den Großglockner in Österreich oder das Stilfser Joch in Italien. Hermann Geng aus Bogenweiler und Schlepperfreunde aus Süddeutschland und aus den Niederlanden haben sich in diesem Sommer die Verrücktheit ausgedacht, mit Traktoren, Baujahr 1965 und älter, in mehreren Wochen bis zum Nordkap und wieder zurück zu tuckern. Am vergangenen Wochenende trafen sich die Abenteurer wieder – bei Hermann Geng in Bogenweiler.

Die Fahrer, noch etwas älter als ihre Liebhaberfahrzeuge, die solche Strapazen auf sich genommen haben, sind wohl von den Genen her für solch ein Hobby vorbelastet. Sei es, dass sie in der Landwirtschaft groß geworden sind, dass sie beruflich als Maschinenschlosser oder im Landhandel unterwegs waren. „Wenn du so ein Vorhaben als Urlaubsreise genießen willst, musst du dich in ein Kreuzfahrtschiff setzen. Mit 30 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit und angehängtem Wohnwagen ist es einfach nur ein Erlebnis, ein Abenteuer“, sagt der Niederländer Hans-Willi Giebelen über die Liebhaberei, über Zeit und Muße und über das Thema Entschleunigung.

Große Faszination erfahren die Nordkap-Fahrer durchweg auch dadurch, dass sie Schäden an ihren Zugmaschinen, die bei über 9000 Kilometer zuhauf vorkommen, selbst reparieren und wieder instandsetzen können, „und das ohne Laptop und Software“, so Hermann Geng. Lichtmaschinenregelung, Batterie, Anlasser, abgebrochene Halterungen, Dieselleitung, Elektrik – „trotz eigener Mechanikerfähigkeiten haben wir großartige Hilfe und Unterstützung in aller Herren Länder erfahren bis hin zum Einfliegen eines Ersatzteiles mit dem Flugzeug“, so Egon Fleischner aus Neuburg an der Donau beim Wiedersehen in Bogenweiler.

Einladungen zum Grillabend

Vier Fahrgemeinschaften waren getrennt unterwegs zum Nordkap. In einem Punkt waren sich aber alle Abenteurer auffällig einig – die in Ost- und Nordeuropa erfahrene Gastfreundschaft der Menschen, die Freundlichkeit und auch Hilfsbereitschaft, waren überwältigend. Trotz Sprachbarrieren gab es Einladungen zum Mittagessen oder Grillabend, großartige Völkerverständigung und zahllose gemeinsame Fotos mit den Einheimischen waren an der Tagesordnung. Bleibende Eindrücke bei allen Beteiligten, herrliche Wahrnehmungen von Bergen, Sümpfen, Wäldern und Seen, beim Treffen in Bogenweiler funkelten die Augen der Berichterstatter immer noch.

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