Unbändige Spielfreude beim Summertime Festival

Lesedauer: 4 Min
Wie Profis stehen die Nachwuchsmusiker auf der Bühne.
Wie Profis stehen die Nachwuchsmusiker auf der Bühne. (Foto: koch)
Johannes Koch

Mehr als 220 Nachwuchsmusiker haben am vergangenen Samstag beim Summertime Festival das Publikum zum Beben gebracht. Zum fünften Mal hatte die Soundwerk Musikschule unter der Leitung von Julian Seßler in ein großes Zirkuszelt eingeladen, um einen Abend voller Pop, R&B, Hip-Hop und vor allem viel Rockmusik zu erleben.

Bereits während der ersten Takte wurde deutlich, dass sich das wochenlange Üben der 28 Bands, das Investieren in professionelle Licht- und Tontechnik, aber vor allem auch das Konzept, jungen Musikern einen Rahmen zu bieten, in dem sie gemeinsam mit ihren Lehrern moderne Musikstücke vor hunderten von Zuhörern auf die Bühne bringen können, auszahlen würde. Mit einer unbändigen Spielfreude rockten die Nachwuchsmusiker Klassiker wie Bon Jovis „Livin’ on a prayer“ und Nirvanas „Smells like teen spirit“ ebenso wie „Girls just wanna have fun“ von Cindy Lauper oder „Simply the best“ von Tina Turner.

Selbstverständlich durften aber auch ganz moderne Stücke wie „Frühling“ von Fiva und Axwell Ingrossos „More than you know“ nicht fehlen. Wie routiniert hier mitunter die jungen Musiker an ihren Instrumenten wirkten, war nicht nur für die stolzen Eltern, die häufig die Auftritte mit ihren Smartphones festhielten, faszinierend. „Unmittelbar bevor es auf die Bühne geht, werden im Backstage-Bereich sechs Stationen durchlaufen“, erklärt Daniela Unmuth, die bereits seit mehreren Jahren im Soundwerk arbeitet. „Eine davon ist das Zusammenfinden als Band, aber auch das Stimmen der Saiteninstrumente gehört dazu“, schließlich solle „es vorne einfach klasse klingen“.

Und tatsächlich, als Paul, Madeleine, Constantin und Co „Hold the line“ von Toto spielen, lässt sich der Klang kaum von einer professionellen Rockband unterscheiden. Für Sängerin Madeleine ist der Auftritt einer von mehreren an diesem Abend. Gemeinsam mit ihrer Schwester Isabell und den Bandkollegen Nils, Lea, Laura und Lena hat sie vor einem halben Jahr die „Dorfkinder“ gegründet, eine Band, die vollkommen aus Schülern besteht und in der Musikschule professionell betreut wird. Ein wenig aufgeregt ist Keyboarderin Manuela. Kurz bevor sie auf die Bühne geht, atmet sie noch einmal ganz ruhig durch, während ihr Sohn Gabriel, der gleich bei „Black Velvet“ Schlagzeug spielen wird, sich mit seinen Sticks warmtrommelt. „Aufgeregt bin ich eigentlich nicht, ich will jetzt einfach nur raus auf die Bühne und loslegen“, versichert er. Gesagt, getan, das Publikum zeigt mit langanhaltendem Applaus seine Begeisterung.

Wer wollte, konnte anschließend noch den wunderbar sanften Klängen und tiefschürfenden Texten der Ravensburger Band „Peter Pux“ lauschen und danach zu Rapper „Wittek“ aus Ludwigsburg in den Abend tanzen – der gelungene Abschluss eines besonderen Festivals, das aus dem Saulgauer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen