Umzug mit Vorfreude und Wehmut

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Silke Linder, Geschäftsführerin des Kaufhauses Linder’s, bereitet den Umzug auf den Marktplatz vor. Das Geschäft an der Friedri
Silke Linder, Geschäftsführerin des Kaufhauses Linder’s, bereitet den Umzug auf den Marktplatz vor. Das Geschäft an der Friedrichstraße schließt am 13. September. (Foto: Dirk Thannheimer)
Redaktionsleiter

Der Umzug rückt näher. Das Kaufhaus Linder’s schließt am 13. September sein Geschäft an der Friedrichstraße in Bad Saulgau und zieht dann auf den Marktplatz ins ehemalige Schuhgeschäft Reno ein, dessen Mieter Uwe Linder ist. Das Geschäft führt Uwe Linders Frau Silke, bei der ein bisschen Wehmut aufkommt, wenn sie an die Schließung denkt.

Seit nunmehr 15 Jahren gehen täglich etliche Kunden im Kaufhaus Linder’s ein und aus. In sechs Wochen muss die Kundschaft eine neue Richtung einschlagen, um im Kaufhaus Linder’s überwiegend Haushaltswaren und Dekoartikel zu kaufen. Grund für die Verlagerung ist die Ausweisung des neuen Sanierungsgebiets V in der Bad Saulgauer Innenstadt – zwischen der Post-/Friedrichstraße, Kaiser- und Hauptstraße. Die Firma Reisch Projektentwicklung will in diesem Sanierungsgebiet Wohnungen bauen. Und dafür benötigt sie das Grundstück, auf dem das Kaufhaus als größtes Gebäude im diesem Gebiet steht. Uwe Linder als Eigentümer der Immobilie und die Reisch Projektentwicklung haben sich inzwischen über den Kauf geeinigt.

Weniger Verkaufsfläche

„Wir haben uns bereits Ende 2017 nach einem neuen Standort umgeschaut“, sagt Uwe Linder. Was sich allerdings als gar nicht so einfach erwies, „zudem wir uns eigentlich vergrößern wollten“, ergänzt Geschäftsführerin Silke Linder. Die Suche endete, als bekannt wurde, dass das Schuhhaus Reno auf dem Marktplatz den Betrieb einstellen würde. „Dann haben wir zugeschlagen“, sagt Uwe Linder. Das Kaufhaus am Marktplatz bietet nach dem Umzug auf zwei Etagen etwa 650 statt 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche und hat keine eigenen Parkplätze direkt vor der Tür. „Dafür ist die Lage viel besser. Wir erwarten mehr Laufkundschaft“, sagt Silke Linder, die ihre sechs Mitarbeiter mitnimmt. Das sei für sie Voraussetzung gewesen.

„Es wird etwas völlig Neues für uns“, sagt Silke Linder und meint damit den Standort, die Logistik und auch das Sortiment. Das Kaufhaus streicht am Marktplatz größere Artikel wie Gartenmöbel oder Steinfiguren, verzichtet auf Putz- oder Drogerieartikel, konzentriert sich stattdessen auf sein Kerngeschäft mit Haushaltswaren, Geschenk- und Dekoartikeln, „das gut laufe“, sagt Uwe Linder. Seit Anfang Juni ist er Mieter des ehemaligen Schuhgeschäfts. Nach und nach kann das Haus mit Ware bestückt werden, während im Kaufhaus an der Friedrichstraße der Räumungsverkauf begonnen hat. „Wir werden am Marktplatz mit dem Verkauf von Weihnachtsdekoration starten“, so Silke Linder.

Eigentlich sollte der Umzug bereits Ende Juni über die Bühne gehen, aber das Bauverfahren der Reisch Projektentwicklung zieht sich etwas in die Länge. „Das kommt uns gar nicht so ungelegen. Dann haben wir mehr Zeit, das Kaufhaus komplett leerzuräumen“, ergänzt Silke Linder. Der Übergang soll fließend laufen. Silke Linder hat nicht vor, das Geschäft einen Tag wegen des Umzugs zu schließen. Der Sommerurlaub fällt dafür aus.

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