Trommlercorps erhält letzten Schliff fürs Bächtlefest

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Leiter Volker Braig (4.v.r.) unterstützt die Schwedentrommler bei den Proben für die Auftritte beim Bächtlefest.
Leiter Volker Braig (4.v.r.) unterstützt die Schwedentrommler bei den Proben für die Auftritte beim Bächtlefest. (Foto: Fotos: Dirk Thannheimer)
Redaktionsleiter

Schüler der Klassenstufen acht bis elf des Störck-Gymnasiums Bad Saulgau üben bis zur Perfektion ihre Auftritte als Schwedentrommler und Renaissance-Trommlercorps für das Bächtlefest vom 12. bis 16. Juli. Für das Trommeln und Fahnenschwingen proben die Schüler seit den Osterferien – selbstständig und mit viel Eifer. Die beiden Leiter Volker Braig und Matthias Schweizer verpassen ihnen jetzt noch den Feinschliff.

Florian Stützle freut sich einerseits und ist andererseits auch traurig. Für den Elftklässler des Störck-Gymnasiums ist es das letzte Mal, dass er als Schwedentrommler beim Bächtlefest mitmachen darf. „Leider“, sagt Florian Stütztle, der bei der Probe bei der Kälberweide mit seiner Trommel in zweiter Reihe steht und mit den Schlegeln auf seinen Einsatz wartet. „Doppelt, rechts, links, doppelt“, gibt Volker Braig die Schlagfolge vor. „Das sieht schon gut aus“, sagt Braig, der optimistisch ist, dass sich die Gruppe bis zum Beginn des Bächtlefests in anderthalb Wochen noch steigern wird. „Wenn erst einmal die Kostüme angezogen sind, steigern sich alle automatisch“, ergänzt Braig. 29 Kostüme wurden vom Bürgerauschuss für die Schwedentrommler und das Renaissance-Trommlercorps angefertigt. Dazu 13 große und sechs kleine Fahnen sowie sechs Schwingerfahnen angeschafft. Die historischen Kostüme, Trommeln und Fahnen verweisen einerseits auf die Renaissancezeit, als Saulgau als einer der fünf Donaustädte unter Habsburg zu Österreich gehörte, und andererseits auf den Dreißigjährigen Krieg, als die Schweden von 1632 bis 1634 in Saulgau waren.

Die Stadt repräsentieren

Nächstes Jahr ist Florian Stützle dann zu alt für die Gruppe die Schwedentrommler, die 1984 von Joachim Neher gegründet wurde. Aber Volker Braig und Matthias Schweizer machen sich keine Sorgen, dass ihnen die Trommler ausgehen. „Es gibt genügend junge Leute, die auf diese Aufgabe Lust haben und dabei ihre Stadt repräsentieren“, ergänzt Volker Braig. Allerdings müssen die Teilnehmer bereit sein, sich in einer Arbeitsgruppe nach dem Schulunterricht über einen Zeitraum von etwa einem Vierteljahr einmal wöchentlich nach der Schule zu treffen, um die Rhythmen und Stücke einzustudieren. Die historischen Lieder und Spielstücke wurden ebenfalls von Joachim Neher arrangiert. Dieses Jahr ergänzen die Schwedentrommler ihr Repertoire um ein weiteres Stück.

1987 wurde von Joachim Neher das Renaissance-Trommlercorps gegründet, in der nur Mädchen mitmachen dürfen. „Es macht riesigen Spaß“, sagt Inga Baur, die in dieser Gruppe das Kommando übernimmt. Die Mädchen üben auf dem Schulhof des Störck-Gymnasiums, zeichnen Kreide auf dem Boden auf, um sich orientieren zu können. „Es muss alles synchron sein“, sagt Volker Braig über die Schwierigkeit des Fahnenschwingens. „Sie wechseln bei ihrer Choreografie auch die Fahnen, indem sie übergreifen“, so Braig. Sieht auf den ersten Blick zwar leicht aus, ist in Wirklichkeit aber verdammt schwierig. „Und das Lächeln nicht vergessen“, ergänzt Braig, der gemeinsam mit Matthias Schweizer den Gruppen auch beibringen muss, im Gleichschritt zu marschieren. „Es sind verschiedene Disziplinen, die beherrscht werden müssen“, sagt Braig, der die Gruppen lobt für ihr Engagement und ihren Fleiß. Schließlich werden die Trommler und Fahnenschwinger von zahlreichen Zuschauern beobachtet.

Eröffnung musischer Abend

Die beiden Schülergruppen haben während des Bächtlefests mehrere Auftritte. Sie eröffnen mit einer jährlich wechselnder Choreografie die beiden musischen Abende in der Stadthalle, sie beleben den historischen Handwerker- und Bauernmarkt.

Das Renaissance-Trommlercorps ist außerdem seit 1998 bei der Serenade am Sonntagabend mit Musik und Tanz im Oberamteihof zu hören. Und beide Gruppen treten am Bächtlefest-Montag bei der Ehrung der Schützenkönige in großer Formation auf und nehmen am historischen Festzug auf – im Gleichschritt selbstverständlich.

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