„Trachten stehen für Lebensfreude“

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 Vereinsvorstand Thomas Funk mit Rosi und Kurt Hinderhofer, die zu den Vereinsgründern gehören und zu Ehrenmitgliedern ernannt w
Vereinsvorstand Thomas Funk mit Rosi und Kurt Hinderhofer, die zu den Vereinsgründern gehören und zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. (Foto: MF)
Monika Fischer

Vor vierzig Jahren ist der Heimat- und Trachtenverein Bad Saulgau aus der Taufe gehoben worden. Mit vielen Gästen und großem Programm haben die Vereinsmitglieder am Erntedanksonntag ein eindrucksvolles Jubiläumsfest gefeiert. Zahlreiche Redner hoben die Bedeutung der Heimat- und Traditionspflege hervor.

Die langen Vorbereitungen haben sich gelohnt: Vereinsvorsitzender Thomas Funk kann auf ein rundum gelungenes, von Herzlichkeit geprägtes Fest zurückblicken, bei dem viele weitere Bad Saulgauer Traditionsgemeinschaften ihre Aufwartung machten. Der Programmauftakt erfolgte im Alten Kloster mit dem Empfang der Ehrengäste, darunter zahlreiche Delegationen befreundeter Trachtenverbände. Den weitesten Weg hatten die Mitglieder der Hessischen Volkskunstgilde, die ihre zur Jahrestracht 2018 gewählte Evangelische Marburger Tracht vorstellten.

Gruppe wird der Zunft einverleibt

Allen entbot Thomas Funk ein herzliches „Guata Morga“, bevor er in der Vereinschronik blätterte. Danach gab es in Saulgau bereits vor über 60 Jahren eine Trachtengruppe, die der damalige Zunftmeister Karl Teufel 1954 der Dorauszunft einverleibte. Diese Verbindung hielt bis 1978, als sich die Gruppe zur Selbstständigkeit entschloss. Seither habe mal viel geleistet entsprechend dem Wahlspruch „Treu dem guten alten Brauch: Sitt' und Tracht der Alten wollen wir erhalten.“

Bürgermeisterin Doris Schröter stellte die Bedeutung der Trachten heraus. Sie vermittelten ein Zusammengehörigkeitsgefühl und stünden für Selbstbewusstsein, Heimatverbundenheit und Lebensfreude. Der Heimat- und Trachtenverein repräsentiere Bad Saulgau bei vielen Gelegenheiten und sei ein Aushängeschild der Stadt. Dafür gab es ein herzliches Dankeschön und natürlich „a aschtändigs Geburtstagsgschenk“.

Zu den Gratulanten gehörte auch der Vorsitzende des Bodensee-Heimat und Trachtenverbands, Werner Halder, der Hochprozentiges aus der Bodenseeregion mitbrachte. Ihm folgte der Landtagsabgeordnete Klaus Burger ans Mikrofon. Er beschwor den Verein, Geschichte für künftige Generationen zu bewahren und die Erinnerung auch an schwere Zeiten wie Hunger, Flucht und Vertreibung wachzuhalten. Als Gastgeschenk versprach er „a Fässle Moscht“ aus eigener Produktion.

Da die Dorauszunft quasi Mutterstelle am Trachtenverein vertrat und die „Tochter“ 1978 in die Selbstständigkeit entließ, gab es auch Glückwünsche des aktuellen Zunftmeisters, Raphael Osmakowski-Miller. Damit war die Rednerliste offiziell zu Ende, doch Thomas Funk vermutete zurecht, dass sich weitere Gratulanten im Publikum befanden. Als Vertreter des Bürgerausschusses dankte Richard Frey für die gute Zusammenarbeit der beiden Vereine. Ex–Landrat Dirk Gaerte erinnerte daran, dass der Trachtenverein auch den Landkreis Sigmaringen hervorragend repräsentiert habe, und Pfarrerin Zerfass wünschte von Seiten der evangelischen Kirchengemeinde alles Gute.

Hinderhofers als Ehrenmitglieder

Bevor sich die Ehrengäste in den farbenprächtigen Zug zur Johanneskirche einreihten, lag Thomas Funk noch eine Ehrung am Herzen. Sie galt dem Ehepaar Rosi und Kurt Hinderhofer, die zu den Vereinsgründern gehören und jetzt zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Nach einem feierlichen Gottesdienst in der prall gefüllten Johanneskirche, bei dem die zentnerschwere, von Vereinsmitgliedern gefertigte Erntekrone im Kirchenschiff verankert wurde, bewegte sich der Festzug Richtung Stadtforum. Dort hatten sich auch viele Bürger aus Stadt und Umland eingefunden, um ihre Verbundenheit mit dem Trachtenverein zu bekunden.

Für die musikalische Unterhaltung der Gäste sorgten die Stadtmusik und die Original Sulgamer Crown Swanp Pipers, dazu gab es schwungvollen Tanz- und Gesangseinlagen, unter anderem von Mitgliedern der Hessischen Volkskunstgilde.

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