Tempo bei den interkommunalen Gewerbegebieten

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Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Im Bereich der interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich der Gewerbegebiete tut sich etwas. Heute, Dienstag, tritt der gemeinsame Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Bad Saulgau-Herbertingen zusammen. Dabei geht es bereits um einen Aufstellungsbeschluss für die Fortschreibung des Flächennutzungsplans diese Gewerbegebiete neuer Art in Bad Saulgau und Herbertingen. Erste Unternehmen haben nach Auskunft der Stadt Bad Saulgau bereits angefragt. Die Planung nimmt also Fahrt auf.

„Interkommunale Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde“, sagt Thomas Schäfers, Sprecher der Stadtverwaltung Bad Saulgau über den Sinn der Zusammenarbeit. Mit dem Zusammenschluss mit anderen Kommunen und der Ausweisung interkommunaler Gewerbegebiete sind aber weitere Vorteile für die Gemeinden verbunden. „Für Kommunen wir es immer schwieriger Gewerbeflächen für den örtlichen Bedarf auszuweisen“, sagt der Vertreter der Stadtverwaltung. Ein interkommunales Gewerbegebiet wird auch für die Abdeckung des regionalen Bedarfs herangezogen.

So sind inzwischen zwei Zweckverbände zur Entwicklung interkommunaler Gewerbegebiete gegründet worden. Die Städte Mengen und Scheer haben mit den Gemeinden Hohentengen und Herbertingen den Gewerbe- und Industriepark Donau Oberschwaben (IGI DOS) gegründet. Bad Saulgau hat zusammen mit den Gemeinden Aulendorf, Aulendorf und Boms den Gewerbe- und Industriepark Oberschwaben (GIO) aus der Taufe gehoben.

Für Bad Saulgau wird das interkommunale Gewerbegebiet südlich der Kernstadt in Richtung Boms für die interkommunale Entwicklung vorgesehen. Die Fläche in Bad Saulgau entlang der B 32 in Richtung Boms ist 31,3 Hektar groß, wird aber jenseits der Gemarkungsgrenze in Boms weitergeführt. 21,8 Hektar möchte Herbertignen als interkommunales Gewerbegebiet ausweisen. Dafür vorgesehen sind Flächen, die an das bestehende Gewerbe- und Industriegebiet „Obere Bergen/Mengener Steig“ in Richtung Mengen anschließen. Weitere Gewerbegebiete in den anderen Gemeinden des jeweiligen Zweckverbands kommen dazu. Die Flächen würden auf längere Sicht „mit der Zeitperspektive von einer Generation ausgewiesen“, sagt Schäfers. Die neuen Flächen stünden auch nicht von heute auf morgen zur Verfügung. Einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren bis zur ersten Ansiedlung halte er für realistisch. Doch dass die Flächen gefragt sind, zeigt sich schon jetzt. „Wir haben bereits erste unverbindliche Anfragen“, so Schäfers.

Bereits erste Anfragen

Künftig wird es also Gewerbeflächen für den interkommunalen und solche für den örtlichen Bedarf geben. In Herbertingen wird das zu Verschiebungen führen. Zur Deckung des örtlichen Bedarfs soll eine Fläche zwischen dem bestehenden Gewerbegebiet „Riedmühle“ und der Bundesstraße sowie eine weitere Fläche an der Ölkofer Straße vorgesehen werden.

Inzwischen ist die Vorberetiung für die interkommunalen Gewerbegebiete so weit konkret, dass der gemeinsame Ausschuss bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplans heute über einen Aufstellungsbeschluss und eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit entscheiden kann. Die Planungsarbeiten sollen an das Büro LARS Consult in Memmingen vergeben werden.

Da die neuen Gewerbegebiete nicht deckungsgleich mit den Gebieten der Verwaltungsgemeinschaften sind, ist dies Zusatimmung mehrerer Verwaltungsgemeinschaften notwendig. Für die Realisierung der drei Gewerbeflächen der IGI DOS in Herbertingen, Mengen und Hohentengen muss der Flächennutzungsplan der Verwaltungsgemeinschaft Mengen/Hohentengen/Scheer fortgeschrieben werden.

Für die Realisierung der beiden Standorte im Bereich des Zweckverbands GIO sind neben der Fortschreibung des Planes für den Bereich Bad Saulgau-Herbertingen Änderungen der Flächennutzungspläne der Stadt Aulendorf - dort ist die zweite Fläche geplant – und des Gemeindeverwaltungsverbands Altshausen notwendig.

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