Teilnehmer sprechen über Mobilitätskonzepte

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In einem Pressegespräch stellen Mobilitätsexperten ihre Erkenntnisse vor. Der Landkreis Sigmaringen ist eine von 18 Modellregio
In einem Pressegespräch stellen Mobilitätsexperten ihre Erkenntnisse vor. Der Landkreis Sigmaringen ist eine von 18 Modellregionen für die Sicherung von Mobilität im ländlichen Raum. (Foto: Christoph Klawitter)
Christoph Klawitter

Der Landkreis Sigmaringen ist eine von 18 Regionen bundesweit, die derzeit am Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ teilnimmt. Im Stadtforum in Bad Saulgau trafen sich die Vertreter der Regionen zu einer Fachveranstaltung unter dem Titel „Im ländlichen Raum innovativ mobil“, um unter anderem eine Karte für das Internet freizuschalten. Diese zeigt an, welche Lösungsansätze in den Modellregionen verwirklicht wurden. Das Modellprojekt ist vom Bundesverkehrsministerium eingeführt worden.

Im Kreis Sigmaringen nimmt Herdwangen-Schönach als Pilotgemeinde an dem Modellprojekt teil. Beispielsweise wurde der sogenannte Linzgau-Rufbus eingeführt, damit die dort lebenden Bürger mobil bleiben können. Max Stöhr, Fachbereichsleiter für Kommunales und Nahverkehr im Landratsamt, wies auf dieses Projekt in einem Pressegespräch hin. Er betonte, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement bei solchen Vorhaben sei. „Nicht wir sagen: ‚So muss es sein‘, sondern von der Bürgerseite muss das kommen“, sagte er. Die Einführung des Ruf-Busses sei ein Ergebnis von Bürgerdialogen und den anschließenden Arbeitskreisen gewesen.

Domino-Effekt

Die ländlichen Regionen sind besonders stark von zurückgehenden Geburtenzahlen betroffen. Gebe es immer weniger Kinder im Ort, schließe zuerst der Kindergarten und später die Schule, der Schülerverkehr mit dem Bus gehe zurück, schreibt das Bundesverkehrsministerium in einem Papier zum Modellvorhaben. Gebe es immer weniger Menschen im Ort, schließe der Bäcker, der Fleischer, der Lebensmittelhändler, die Arztpraxis. Im Rahmen des bundesweiten Modellvorhabens werden nun 18 ländliche Regionen dabei unterstützt, innovative Konzepte zu erarbeiten, mit denen in Zukunft sowohl die Daseinsvorsorge und Nahversorgung sowie auch die Mobilität gewährleistet werden kann. Auf eines wies dabei Andreas Birkle, im Landratsamt Sigmaringen für das Projekt in Herdwangen-Schönach zuständig, explizit hin: „Es gibt nicht die eine große Lösung.“ Vielmehr handle es sich dabei um eine Kombination von mehreren kleineren Lösungen.

Wie Bernd Rittmeier, Leiter der Projektgruppe demografischer Wandel im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, erläuterte, sei der Landkreis Sigmaringen auch wegen seiner geografischen Lage für das Projekt ausgewählt worden. Der Kreis liege zu weit weg von Stuttgart und abseits der Hauptverkehrsachsen. Das Anliegen des Ministeriums sei, bei dem Modellvorhaben mit den Betroffenen vor Ort Lösungen zu suchen. „Damit wir nicht nur am grünen Tisch in Berlin reden“, sagte Rittmeier. Bei der Fachveranstaltung im Stadtforum ging es um Mobilitätsstrategien, digitale Vernetzung oder auch autonomes Fahren im öffentlichen Personennahverkehr. Praktische Beispiele wie Bürgerrufauto, flexibler Bürgerbus und Einkaufsbus wurden vorgestellt.

Die Internet-Karte kann man unter modavo.innovationslandkarte.de angeschaut werden.

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