SV Bronnen - Scheer/Ennetach: Der Etablierte ist der Außenseiter

 Akin Aktepe (rechts, hier im Trokot des FC Albstadt) und der SV Bronnen wollen in die Kreisliga A. Im Weg steht die SG Scheer/E
Akin Aktepe (rechts, hier im Trokot des FC Albstadt) und der SV Bronnen wollen in die Kreisliga A. Im Weg steht die SG Scheer/Ennetach. (Foto: SZ-Archiv)
Sportredakteur

Der SV Bronnen, Zweiter der abgelaufenen Saison in der Kreisliga B 3, und die SGM TSV Scheer/SV Ennetach, Tabellenvierzehnter der Kreisliga A 2, bestreiten am Samstag, 18. Juni, 17 Uhr, das Relegationsspiel um den letzten verbliebenen Platz in der Kreisliga A 2 in der Saison 2022/2023. Gespielt wird beim TSV Sigmaringendorf.

Bronnens Trainer Akin Aktepe sagt: „Nach der Vorrunde hätten wir uns schon ein bisschen mehr ausgerechnet, hatten auf Platz eins gehofft. Aber zu Beginn der Rückrunde hatten wir einige verletzte Spieler, einige Ausfälle.“

Aktepe hatte Bronnen vor dieser Saison übernommen, davor war er jahrelang Leistungsträger beim FC Albstadt in der Verbandsliga, davor spielte er für die TSG Balingen II in der Landesliga, unterbrochen von einer kurzen Phase als spielender Co-Trainer beim TSV Gammertingen.

98 Saisontore des SV Bronnen

Mit der Saison ist Aktepe trotzdem trotzdem zufrieden, erreichte die Mannschaft doch neben Platz zwei in der Liga auch das Viertelfinale im Pokal, scheiterte knapp an der SG Altshausen/Ebenweiler. „Wir sind gegen Altshausen nur knapp ausgeschieden, waren Kreisliga-B-Bester. In der Liga war Bingen/Hitzkofen am Ende einfach konstanter und hat den Titel deshalb auch verdient“, sagt Aktepe. Trotz 98 Bronnener Tore.

In Sigmaringendorf schickt er eine junge Mannschaft ins Rennen. „Wenn ich unsere drei ältesten Spieler rausrechne, Raphael Göggel mit 29, Christoph Lieb mit 31 und mich selbst mit 30, haben wir einen Schnitt von 22, höchstens 23.“ Trotz des jugendlichen Alters seiner Mannschaft sagt Aktepe: „Zu früh aufsteigen kann man nicht. Und wenn wir aufsteigen, sind wir in einer Liga, in der meine Spieler noch mehr und von besseren Gegnern lernen können.“

Rund 1000 Zuschauer im Dorf?

Mit der zu erwartenden Kulisse habe seine Mannschaft keine Probleme. „Es ist doch toll, vor so einer Kulisse zu spielen. Wir hatten schon im Pokal viele Zuschauer, auch in der Liga gegen den SV Bingen/Hitzkofen“, macht er deutlich, dass die erwarteten rund 1000 Zuschauer die Mannschaft beflügeln können. Akin Aktepe stehen alle 18 Spieler aus dem Kader der ersten Mannschaft zur Verfügung. „Wir haben volle Kapelle“, meldet Aktepe, der den Gegner im letzten Saisonspiel gegen den SC Türkiyemspor beobachtet hat und seine Mannschaft davor warnt, die SG zu unterschätzen.

Am Ende einer schwierigen Saison steht für Aktepes Gegenüber Ingo Czarkowski ein schwieriges Ende. „Das Relegationsspiel ist ein Spiegelbild der gesamten Saison“, sagt Czarkowski. „Wir werden in Sigmaringendorf auf einige Spieler verzichten müssen.“ Eigens „eingeflogen“ werden aber einige „Southside-Besucher“, die das Festival quasi unterbrechen, um ihre SGM Scheer/Ennetach vor dem Absturz in die Kreisliga B zu retten. Andere wie Jaquille Manzie oder Michael Beck stehen aus privaten Gründen nicht zur Verfügung.

Scheer/Ennetach will Absturz verhindern

„Aber es ist so wie es ist“, sagt der Coach. „Natürlich sind wir gegen den SV Bronnen nicht der Favorit. Aber es ist ein Spiel“, deutet Czarkowski an, dass in einem Do-or-die-Spiel alles möglich ist. „Wir werden und wollen versuchen, den Absturz abzuwenden. Aber wenn es passieren sollte, haben wir die Weichen gestellt.

Vor allem die Rückrunde mit gerade mal sechs Punkten bereitete Scheer und Ennetach großes Kopfzerbrechen. Auch Czarkowski räumt ein, zwischendurch auch mal erwogen zu haben, sein Amt zur Verfügung zu stellen. „Ich habe schon mal gesagt: Vielleicht braucht es einen neuen Impuls. Aber dann war die Reaktion eindeutig. Ich soll weitermachen“, sagt Czarkowski, der Bronnen gegen Veringenstadt beobachtet hat.

Zahlreiche Ausfälle bei der SGM

Der SGM-Absturz hat Gründe. Zum einen fiel die gesamte etatmäßige Offensive der Vorrunde aus. Florian Lehr (Knie), Jakob Schaffer (studienbedingt), Jaquille Manzie (verletzt), dazu musste die SGM auf Kapitän Heiko Reck (Kreuzbandriss) verzichten, genauso wie auf einige andere Spieler. „Wir sind jede Woche mit einer anderen Mannschaft angetreten. Die Vorbereitung war auch coronabedingt nichts. Ich habe 40 Spieler eingesetzt. Manche haben gesagt: Dass ihr überhaupt so viele Spieler habt? Aber Konstanz kriegst du so auch nicht rein.“

Und so ist die SGM Scheer/Ennetach derzeit dabei, sich neu aufzustellen. „Wir haben gesagt: Entweder wir führen das jetzt halbherzig so weiter, oder wir machen es richtig.“ Der erste Schritt sei die Auflösung der zweiten Mannschaft gewesen. Dadurch spielen alle Mannschaften am gleichen Ort, alle sind zusammen. Das habe einen neuen Schub des Zusammenhalts gegeben, auch wenn die Ergebnisse nicht wirklich besser wurden. „Für die kommende Saison kommen viele junge Spieler fest zum Kader.

Außerdem wird Klaus Lehr den Co-Trainer-Posten übernehmen“, sagt Czarkowski. Und das Relegationsspiel? „Wir versuchen alles, um drin zu bleiben. Und sollten wir es schaffen, kann das ja auch einen Schub für die neue Runde geben“, so Czarkowski.

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