Stadtgeschichte und Museumskultur werden erlebt

Der Arbeitskreis Stadtmuseum besucht die Stadt Ehingen.
Der Arbeitskreis Stadtmuseum besucht die Stadt Ehingen. (Foto: Arbeitskreis)
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Über den Tellerrand zu schauen erweitert den Horizont. Deshalb ist es dem Arbeitskreis immer wieder ein Anliegen, Städte in Oberschwaben zu besuchen und vor allem dort Stadtgeschichte und Museumskultur zu erleben. Ziel der diesjährigen eintägigen Reise mit der Bahn war kürzlich die Stadt Ehingen.

Am Bahnhof wurde die 16-köpfige Reisegruppe von Gaby Braun und Eberhard Gölz empfangen. Sie unternahmen mit uns einen besonderen Stadtgang, der am Stadtpark Groggensee startete. Immer mit Blick auf die eindrucksvollen Türme der drei Kirchen Liebfrauen, St. Blasius und Herz-Jesu, ging es an der Schmiech entlang in Wohnquartiere und zurück zum Marktplatz mit Theodulbrunnen und dem Ständehaus. Mit Eintrittskarten ins Saulgauer Thermalbad und Bächtlefestbier aus der Sonderedition bedankte sich Beate Rimmele bei beiden für die Stadtführung.

Als große Kreisstadt trägt Ehingen den Sondertitel Bierstadt, denn bezogen auf die Einwohnerzahl weist sie heute die höchste Brauerei-Dichte in ganz Baden-Württemberg auf. Um 1890 waren es 22, heute immer noch fünf Brauereien, die den beliebten Gerstensaft produzieren und vertreiben. Darunter Als bekannteste und größte die Berg-Brauerei im Besitz der Familie Zimmermann. Dies sind vergleichsweise ähnliche Zahlen wie in Bad Saulgau, leider gibt es hier keine Brauerei mehr.

Fach- und sachkundig führte uns Herr Jürgen Braun, 2. Vorsitzender der Museumsgesellschaft Ehingen, durch die Sonderausstellung „Bier – von der Aussaat bis zum Ausschank“. Gerstenanbau, Hopfengärten, Bierherstellung, Abfüllung, Transport und die interessante Familiengeschichte der Brauer-Dynastien sind in dieser Ausstellung anschaulich dargestellt.

Das Museum Ehingen verfügt über eine Ausstellungsfläche von 600 m2 und ist im ehemaligen Heilig-Geist-Spital als historisches Gedächtnis dieser Stadt untergebracht. Alle Themenbereiche wie Archäologie, Sakralkunst des Mittelalters, Humanismus und Renaissance, Bürgertum, Kriege und Katastrophen (Stadtbrände), Wirtschaftskraft, von der Zunftverfassung zur Industrialisierung bis hin zur Neuzeit wurden in der zweieinhalbstündigen Führung besichtigt.

Ein Highlight ist die zweite derzeitige Sonderausstellung „ Mode und Manufaktur“ und kam bei den Damen im Arbeitskreis sehr gut an. Dahinter verbirgt sich ein kleines Unternehmen, das 1948 von Anneliese Müller-Bohnet, einer tatkräftig mit Pioniergeist, Kreativität und technischem Know-how ausgestatteten Modedesignerin, im Schloss Zwiefaltendorf gegründet wurde und bis 1970 Frauen mit hochwertiger Kleidung beglückte. Die ausgestellten Kleidermodelle waren bestens präsentiert in der profanierten Hauskapelle des Spitals. Mit einem kleinen Präsent bedankten sich die Saulgauer Gäste bei Jürgen Braun.

Nach so viel kulturellen Eindrücken wartete eine zünftige Einkehr im Adler/Paulas Alb mit sehr gutem Essen und Getränken.

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