Stadt weist die Kritik der Kirche zurück

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Der Kindergarten in Braunenweiler wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Landesverband katholischer Kindertagesstä
Der Kindergarten in Braunenweiler wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der Landesverband katholischer Kindertagesstätten kritisiert die Pläne der Stadt, die wiederum sich gegen die Vorwürfe wehrt. (Foto: Archiv: Rudi Multer)
Redaktionsleiter

Die Stadt Bad Saulgau weist die Kritik des Landesverbands katholischer Kindertagesstätten zurück, bei der Planung des neuen Kindergartens in Braunenweiler Fehler begangen zu haben. Vorausgegangen war eine schriftliche Stellungnahme des Fachberatungsstelle des Landesverbands, in der etliche Mängel aufgelistet wurden. In Braunenweiler entsteht ein dreigruppiger Kindergarten mit rund 1800 Quadratmeter Grundfläche. Die Einrichtungen in Renhardsweiler und Bondorf werden geschlossen.

Die Fachberatungsstelle des Landesverbands katholischer Kindertagesstätten weist in der Stellungnahme unter anderem darauf hin, dass im Pflege- und Wickelraum ein Wickeltisch, eine Kleinkinder-Toilette und ein Handwaschbecken vorhanden sein müssen. Laut der Fachberatungsstelle fehlen außerdem eine Küche für Erwachsene, ein etwa zehn Quadratmeter großer Wasch- und Trockenraum und eine Kinderküche.

Alle Vorgaben erfüllt

Den Vorwurf der Fehlplanung lässt die Verwaltung jedoch nicht auf sich sitzen und nimmt ebenfalls schriftlich Stellung zu den Vorwürfen. „Das Raumprogramm erfüllt alle Vorgaben, die der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg zur Erteilung einer Betriebserlaubnis zu Grunde legt“, heißt es in dem Schreiben. Für den Bau und den Betrieb von Kindergärten gibt es strenge Regeln und hohe Standards. Maßgeblich sind die Vorgaben des Kommunalverbands für Jugend und Soziales. „Die Stadtverwaltung hat im Vorfeld die Fachbehörden, also das Landratsamt und den Kommunalverband für Jugend und Soziales, beteiligt“, schreibt die Verwaltung, die ihr bisheriges Handeln verteidigt.

Zu den Forderungen des Landesverbands katholischer Kindertagesstätten nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: „Seitens des Landesverbands katholischer Kindertagesstätten wurden zahlreiche Forderungen gestellt, die im jetzigen Stadium der Planung noch gar nicht konkret festgelegt werden müssen oder können – insbesondere bei der Möblierung.“

Die Verwaltung betont auch, dass von Anfang an sowohl die katholische Kirche als künftige Trägerin als auch die betreffenden Ortschaften sowie die Erzieherinnen umfassend involviert gewesen seien. „Alle Beteiligten haben das Vorhaben und auch die Planung der Stadtverwaltung als sehr gut beurteilt und mitgetragen“, heißt es in der Stellungnahme. Und auch der Gemeinderat habe die bisherigen Planungsschritte mit großer Mehrheit befürwortet.

Schreiben löst Irritationen aus

In der letzten Gemeinderatssitzung vor den Sommerferien, am 26. Juli, war die Stellungnahme des Landesverbands katholischer Kindertagesstätten der Auslöser einer Diskussion. Für Irritationen sorgte vor allem der Umstand, dass der Verwaltung das Schreiben des Landesverbands nicht vorlag. Die Stadt – so weiter in der Stellungnahme – habe erst in einer Ortschaftsratssitzung in Renhardsweiler am 24. Juli von der Existenz des Schreibens erfahren und das Schreiben erst auf Nachfrage zur Verfügung gestellt bekommen. Eingegangen sei das Schreiben dann letztendlich am 27. Juli. Liegt der Fehler also bei der Post? Jedenfalls liegt der „Schwäbischen Zeitung“ Bad Saulgau das Schreiben des Landesverbandes an die Stadt Bad Saulgau vor – mit Datum vom 13. Juli.

Die Stadt äußert sich außerdem zur Differenz zwischen den im Haushalt eingestellten Mitteln von 1,9 Millionen Euro und der aktuellen Kostenschätzung von 2,8 Millionen Euro. Bei der ersten Schätzung wurde von einer einfachen Modulbauweise ausgegangen. Inzwischen werde aber ein baulich höherer Standard realisiert. Außerdem sei bei der aktuellen Prognose – 2,8 Millionen Euro – die momentane konjunkturelle Situation in der Bauwirtschaft einkalkuliert.

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