Stadt macht ihren obersten Feuerwehrmann zum Profi

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 Die Stadtverwaltung Bad Saulgau strukturiert die Führung der Feuerwehr neu und macht den Stadtbrandmeister zum Hauptamtlichen.
Die Stadtverwaltung Bad Saulgau strukturiert die Führung der Feuerwehr neu und macht den Stadtbrandmeister zum Hauptamtlichen. (Foto: Christian Flemming)
Schwäbische Zeitung

Die Bad Saulgauer Feuerwehr bekommt einen hauptamtlichen „Stadtbrandmeister“. Die dafür notwendigen Satzungsänderungen hat der Gemeinderat am Donnerstag in öffentlicher Sitzung beschlossen. Die Stelle muss nun besetzt werden.

Die personelle Entscheidung, wer diese Stelle bekommt, fiel in der Sitzung zwar nicht. Dem amtierenden Stadtbrandmeister Karl-Heinz Dumbeck (Foto: wortschatz) werden aber beste Chancen auf die Stelle eingeräumt. Die „umfangreichen Aufgaben“ der Leitung der Feuerwehr sowie der Organisation der Bereiche „Brand- und Bevölkerungsschutz“ haben die Stadtverwaltung dazu bewogen, die bisher ehrenamtliche Stelle des Stadtbrandmeisters in eine hauptamtliche umzuwandeln.

Die Diskussion um einen hauptamtlichen Feuerwehrchef ist nicht neu. Schon 2008, bei der Neubesetzung der, sei überlegt worden, ob das Amt des Stadtbrandmeisters „noch im Ehrenamt“ ausgeübt werden könne, erinnert sich Karl-Heinz Dumbeck. Seither sei die Zahl der Einsätze nochmals stark angestiegen.

Der amtierende Stadtbrandmeister Karl-Heinz Dumbeck ist schon bisher bei der Stadt angestellt und für die Bereiche Baurecht, Baukontrolle, aber auch für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz zuständig. Die Arbeit und die Einsätze als Stadtbrandmeister fallen in den ehrenamtlichen Bereich. Dafür bekam Dumbeck zusätzlich Aufwandsentschädigungen.

Neues Sachgebiet

Mit einem hauptamtlichen Stadtbrandmeister wird das Feuerwehrwesen in der Stadtverwaltung neu organisiert. Der hauptamtliche Stadtbrandmeister soll Leiter des Sachgebiets „Brand- und Bevölkerungsschutz“ werden, die als Stabsstelle dem Ersten Beigeordneten Richard Striegel zugeordnet wäre. Die bereits jetzt für die Feuerwehr angestellten Gerätewarte und eine Verwaltungskraft werden dieser Stabsstelle zugeordnet. Vorbeugender und abwehrender Brandschutz fallen ebenfalls in diesen Zuständigkeitsbereich. Die Gebiete Bauüberwachung und Baukontrolle werde der Hauptamtliche künftig nur noch vertretungsweise bei Verhinderung des Kollegen übernehmen, so Dumbeck.

Da der oberste Feuerwehrmann in Bad Saulgau nach dem Tarif für den öffentlichen Dienst entlohnt werden soll, dafür aber die ehrenamtliche Entschädigung entfällt, rechnet die Stadt mit keinen großen Mehrkosten. Die Vertretung der Feuerwehren, der Feuerwehr-Ausschuss, hat dieser Umstrukturierung zugestimmt.

Der künftige Stadtbrandmeister wird von Amts wegen gleichzeitig Kommandant der Abteilung Stadt sein. Damit entfällt für die Feuerwehrangehörigen die Möglichkeit ihren Kommandanten zu wählen. Er wird künftig nach Anhörung des Feuerwehrausschusses vom Gemeinderat bestimmt. Für Karl-Heinz Dumbeck ist vor allem der zeitliche Aspekt ausschlaggebend. Den ehrenamtlichen Einsatz für die Wehr erbrachte er bisher zusätzlich zu seiner Arbeit bei der Stadt. Als Hauptamtlicher hätte er eine 41-Stunden-Woche. Einsätze der Feuerwehr wären dann mit dieser Stundenzahl zu verrechnen.

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