Schwaben-Derby hebt die Stimmung

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„Ich freue mich unheimlich auf das Spiel, die Stimmung in der Halle und die Möglichkeit weitere Punkte zu holen“, sagt HBW-Train
„Ich freue mich unheimlich auf das Spiel, die Stimmung in der Halle und die Möglichkeit weitere Punkte zu holen“, sagt HBW-Trainer Jens Bürkle vor dem Derby zu Hause gegen Stuttgart. (Foto: David Inderlied)
Schwäbische Zeitung
Heinrich Müller

Derbyzeit: Der HBW Balingen-Weilstetten empfängt in der Handball-Bundesliga am Donnerstag, 7. November, 19 Uhr, den TVB Stuttgart, den schwäbischen Konkurrenten aus der Landeshauptstadt in der Sparkassenarena.

Derbys sind die Spiele, auf die sich die Mannschaften und auch die Fans besonders freuen. Es sind die Spiele, für die es im Vorfeld erfahrungsgemäß eher schwierig ist, eine Prognose abzugeben. Wenn die zwei Mannschaften dann auch noch Tabellennachbarn sind, ist davon auszugehen, dass am Ende die Kleinigkeiten entscheiden.

Während die Gallier aus Balingen mit dem Verlauf der Saison hochzufrieden sein dürfen, läuft es beim TVB bisher noch nicht so richtig rund. Erst ein Sieg, drei Unentschieden, dafür aber sechs Niederlagen stehen auf dem Konto der „Biddafelder“. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Es gab vor der Saison eine größere Zäsur. Gleich acht Spieler haben den Verein verlassen oder, wie zum Beispiel Michael Schweikardt, haben die Karriere beendet. Sechs Neue gilt oder galt es zu integrieren und Ausfälle durch Verletzungen mussten kompensiert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass Mannschaft und Trainer noch gar nicht so richtig wissen, wo sie eigentlich stehen. Davon zeugten die letzten Spiele des TVB. Das Auf und Ab im Leistungsbereich zog sich wie ein roter Faden durch die Begegnungen.

Der 23:27-Erfolg Anfang Oktober gegen Die Eulen war bisher das einzige Spiel, das Stuttgart souverän gemeistert hat. Danach folgte das Heimspiel gegen Lemgo. Der TVB hat lange und zeitweise deutlich geführt. Am Ende war es Torhüter Jogi Bitter, der den letzten Lemgoer Wurf parieren und damit eine Niederlage noch abwenden konnte. Im Auswärtsspiel in Magdeburg ein ähnlicher Verlauf. Nach einer Sechs-Tore-Führung in der ersten Hälfte, setzte es am Ende eine deutliche 33:28-Niederlage. Auch im letzten Heimspiel gegen Flensburg sah man den roten Faden wieder. In der heimischen Porsche Arena führten die Stuttgarter bis in die Schlussphase und mussten am Ende tatsächlich noch froh sein, dass Adam Lönn nach einer Jogi-Bitter-Parade mit einem Gewaltwurf einen Punkt rettete. Gegen einen an diesem Tag eher schwachen und verunsicherten Deutschen Meister am Ende zu wenig, um sich über das Unentschieden richtig freuen zu können.

Im Derby gegen den Aufsteiger aus Balingen muss die Stuttgarter Mannschaft jetzt liefern. Der Kader von Trainer Jürgen Schweikardt ist komplett. Ausreden gibt es keine mehr. Bis Ende Dezember möchte der TVB-Coach laut eigener Homepage mindestens zehn Punkte auf der Habenseite sehen und da sind Zähler gegen Kellerkinder auf jeden Fall eingerechnet. Die Gallier wissen was auf sie zu kommt und sind trotzdem guten Mutes. „Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft in Minden gekämpft und Nervenstärke bewiesen hat“, sagt HBW-Trainer Jens Bürkle zur Leistung seiner Truppe am vergangenen Wocheende beim 30:30 in Minden. „Ich bin mir aber auch sicher, dass wir das noch besser können und wir werden es am Donnerstag auch besser machen“, schaut er Richtung Schwaben-Derby. „Ich freue mich unheimlich auf das Spiel, die Stimmung in der Halle und die Möglichkeit weitere Punkte zu holen“, zeigt er sich sehr zuversichtlich, zumal ihm, ähnlich wie beim TVB, sein kompletter Kader zur Verfügung stehen wird.

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