Rotes Trio feiert eine Super-Premiere

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Jan Scheffold erzielt - wie erwartet als Schwimmer - eine Topschwimmzeit und behauptet sich auch auf der Laufstrecke.
Jan Scheffold erzielt - wie erwartet als Schwimmer - eine Topschwimmzeit und behauptet sich auch auf der Laufstrecke. (Foto: Thomas Warnack)
Sportredakteur

203 Starter haben am vergangenen Samstag bei den baden-württembergischen Meisterschaften in Mengen teilgenommen. Wieder einmal fiel auf, dass auch in diesem Jahr viele unterschiedliche Vereine teilnahmen und diese sich die Titel teilten. So konnte kein Verein zwei Einzeltitel auf sich vereinigen. Mengens Triathleten waren vor allem in der Jugend A mit den Neu-Mengenerinnen Helen Scheffold und Jana Müller erfolgreich, die in dieser Altersklasse Silber und Bronze im Einzel holten und damit den Schritt vom Schul-Triathlon „Jugend trainiert für Olympia“ in den Wettkampftriathlon eindrucksvoll geschafft haben. Von Haus aus Schwimmerinnen beim TSV Riedlingen hatten beide im Rahmen der Wettkämpfe der International School-Sports-Federation (ISF) im vergangenen Jahr an den Schul-Weltmeisterschaften in Brasilien teilgenommen.

„Wir sind sehr, sehr zufrieden“, sagte der Leiter der Mengener Jugend und Junioren, Wolfgang Zilian, zu den Ergebnissen der „Roten“ von Mengen beim Swim & Run. „Ich denke, alle haben ihre Leistung gebracht, die ihnen möglich war, einige waren leider im Winter krank, deshalb war es bei manchen vielleicht noch nicht so, wie sie es sich selbst erhofft haben“, relativierte Wolfgang Zilian aus seiner reichhaltigen Erfahrung heraus die Leistungen seiner Schützlinge und die der Mengener im Gesamten. Lob gab es von Zilian auch für die Arbeit bei den Schülern, um die sich nach wie vor Wolfgang Rudnick und inzwischen auch Annegret Hoffmann kümmern. Das zeigen auch die Mannschaftsergebnisse. Mengen holte zwei Mannschaftstitel und drei zweite Plätze mit dem Team sowie einen vierten und einen fünften Rang. Auch mit dem Ablauf des Wettbewerbs zeigen sich Mengens Triathleten zufrieden. „Wir, vor allem Stefan Vollmer (sportlicher Leiter von Mengens Triathleten, d. Red.), konnten sehr viel Lob vom Verband entgegennehmen. Aber so eine Veranstaltung geht auch nur, wenn du so viele freiwillige Helfer hast, die einen super Job machen“, sagte Zilian. Mengens Triathleten hatten rund 80 Helfer im Einsatz.

Kaderathletin gewinnt

Herausragend: die Ergebnisse der Neu-Mengenerinnen in der Jugend A Helen Scheffold und Jana Müller. Sie feierten eine starke Premiere in dieser Altersklasse und auf dieser Distanz. Beide gehören zum einen dem jüngeren Jahrgang, zum anderen ist es noch nicht so lange her, da betrieben sie Triathlon zwar auf gutem Niveau, doch erst seit kurzer Zeit trainieren beide, eigentlich als Schwimmerinnen beim TSV Riedlingen unter der Ägide von Winfried Craemer groß geworden, in der Hochburg Mengen den sportlichen Dreikampf. „Da beide im ersten Jahr hier trainieren, ist das von beiden ein ganz tolles Ergebnis“, sagte Zilian. Beide erfahren im Triathlon erstmals eine für diese Sportart gezielte Trainingssteuerung. „Siegerin Sophia Weiler, die vor den beiden gelandet ist, ist eine Kaderathletin. Hinter ihr darf man schon mal Zweite und Dritte werden“, sagte Wolfgang Zilian in der Rückschau am Montag. Dazu gab es den Sieg im Team. Schon am Samstag hatte er nach dem Zieldurchlauf der Jugend A ein recht breites Lachen aufgesetzt und sich mit den beiden Mädchen über ihre eindrucksvolle Leistung gefreut.

„Ich habe leider in der dritten Runde Seitenstechen bekommen“, gestand die zweitplatzierte Helen Scheffold im Ziel, als sie von ihrer Mutter und ihren Geschwistern empfangen worden war. „Aber natürlich bin ich mit dem Resultat super zufrieden.“ Das große Talent, das da in Mengen und Riedlingen heranwächst, hat auch schon das Interesse höherer Stellen geweckt. Ab Sommer wird Helen Scheffold in Freiburg, am Olympiastützpunkt, leben, die Schule besuchen und mit den Landestrainern trainieren. „Ich wechsle zum neuen Schuljahr. Das wird spannend“, sagte Helen Scheffold auf die Frage, was sie dort erwarte. Bis zu diesem Zeitpunkt werde er, so Wolfgang Zilian, mit dem Teenager noch im Rad- und Laufbereich arbeiten. Genauso wie mit der Drittplatzierten Jana Müller. „Beide haben da noch ein Riesenpotenzial“, sagte Zilian. Sowohl Helen Scheffold wie auch Jana Müller auf der Schwimmstrecke praktisch zeitgleich mit der späteren Siegerin, mussten aber auf der abschließenden Laufstrecke die erfahrenere Athletin aus dem nordbadischen Bretten ziehen lassen. „In den kommenden Monaten werden wir intensiv zusammen arbeiten, um den beiden das entsprechende Grundgerüst mitzugeben. Beide haben wir auch für den Deutschland-Cup der DTU gemeldet.“

Einige Mengener fehlen

Und noch ein dritter Youngster, der seine Wurzeln im Schwimmen beim TSV Riedlingen hat, vermochte in Mengen zu überzeugen. Jan Scheffold, Helen Scheffolds jüngerer Bruder, belegte Platz sechs in der Jugend B. „Nein, eigentlich hat es mir nichts ausgemacht, dass ich im zweiten Lauf ran musste und keinen Bezugspunkt hatte“, meinte der für sein Alter schon recht reif wirkende Junge, nachdem er am Samstag schon wieder die Trainingskluft übergezogen hatte. Dennoch ordnete Wolfgang Zilian ein: „Jan hatte das Pech, dass er im zweiten der beiden Zeitläufe starten musste, mit den Schwächeren, da für ihn noch keine Leistung vorliegt, da es sein erstes Rennen in dieser Kategorie war. Da kannst du, gerade im Laufen, das Tempo halt nicht abschätzen. Aber schon im nächsten Lauf wird das anders sein, dann kommt er in die stärkere Gruppe. Und in entsprechend großen Bädern starten sowieso alle in einer Gruppe. Aber insgesamt ist Jan - wie auch Helen und Jana - schon sehr cool und fokussiert.“ Der vierte Name aus dem Riedlinger Quartett fehlte: Lukas Müller. „Lukas wird nächste Woche in der LBS-Liga starten. Da hat er einen Konkurrenzkampf, der ihm für seine Entwicklung mehr bringt als ein Swim & Run“, sagte Zilian.

Ebenfalls gefehlt haben die Kaderathleten, wie zum Beispiel Jule Sauer, die in Mengen vorbeischaute, aber auf einen Start verzichtete, da sie am Sonntag in Wallisellen, in der Schweiz bei einem Einladungsrennen startete und Platz zwei belegte, hinter ihrer Dauerrivalin, Trainingsgefährtin, Freundin Katharina Möller und in der Frauen-Gesamtwertung Rang sechs belegte. (Das Profirennen bei den Männern gewann der für Mengen in der Bundesliga startende Ravensburger Valentin Wernz.). In Mengen ebenfalls gefehlt haben Christoph Fetzer, der derzeit in Neuseeland ist, und Lara Riegger, die sich studienbedingt in den USA aufhält. Außerdem erholt sich noch der eine oder andere Athlet von einer Erkrankung oder Verletzung.

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