Riedlinger Quartett startet bei WM

Lesedauer: 6 Min
Starten ab heute bei der Weltmeisterschaft der Schulen in Brasilien im Triathlon (v.l.): Lukas Müller, Helen Scheffold, Jana Mül
Starten ab heute bei der Weltmeisterschaft der Schulen in Brasilien im Triathlon (v.l.): Lukas Müller, Helen Scheffold, Jana Müller und Tobias Kapp, allesamt Schüler des Kreisgymnasiums Riedlingen. (Foto: Fotos: Marc Dittmann)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Die Schul-Weltmeisterschaft im Triathlon beginnt am heutigen Mittwoch im brasilianischen Aracaju. Mit von der Partie ist auch ein Team des Kreisgymnasiums Riedlingen. Lukas Müller, Jana Müller, Helen Scheffold und Tobias Kapp starten sowohl in der Teamstaffel als auch im Einzel. Die vier Nachwuchssportler haben sich beim Bundesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“ für den Weltentscheid der International School Sport Federation (ISF), der alle zwei Jahre in einem anderen Teilnehmerland stattfindet, qualifiziert.

Übertrieben gesagt hätte Lukas Müller die Suche nach seinen Mannschaftskollegen auch unter das Motto „Riedlingen sucht den (Super-)Triathleten“ stellen können. Denn der Weg zur Mannschaft lief über eine Art Casting. „Ich komme vom Triathlon, bin eigentlich der einzige echte Triathlet in der Mannschaft. Meine Mannschaftskameraden kommen vom Schwimmen“, erklärt der 15 Jahre alte Schüler des Kreisgymnasiums Riedlingen, der seit zweieinhalb Jahren bei Wolfgang Zilian und Mengens Triathleten trainiert.

Gemeinsam mit der Lehrerin Claudia Weiser suchte man nach Mitschülern, die infrage kommen könnten - und fand Jana Müller, Helen Scheffold und Tobias Kapp. Wenn man wolle, könne man das schon so nennen, sagt Lukas Müller. „Klar, schaut man sich die anderen an und fragt, wer es sein könnte“, sagt er, lacht recht kieksend, wohl wissend, dass er seine Bemerkung nicht ganz Ernst genommen hat. Lukas Müller selbst kam vor drei Jahren über den Schultriathlon zum sportlichen Dreikampf. Jetzt hat er also seine Mitstreiter angesteckt mit dem Triathlon-Virus.

Seine drei Teamkollegen, die ebenfalls in Brasilien starten, sitzen neben ihm in der Cafeteria des Kreisgymnasiums und lachen mit. Tobias Kapp, Helen Scheffold und Jana Müller haben ihre Wurzeln eigentlich im Schwimmen, in den Schwimmabteilungen des TSV Riedlingen und des TV Mengen, Jana Müller startet dazu für die Leichtathleten des TSV Riedlingen. „Ich habe mit sechs Jahren den Schwimmkurs gemacht“, erklärt Helen Scheffold, die anderen beiden schwimmen ebenfalls seit knapp acht Jahren.

Das ganz spezielle Casting liegt jetzt knapp zwei Jahre zurück, als man nach einer möglichen Mannschaft Ausschau hielt. Eigentlich gehören neben dem Quartett, das da in der Caféteria sitzt, auch noch Jan Scheffold, Alessia Maile, Xenia Hindahl und Luca Haid, die aber wegen ihres jungen Jahrgangs noch nicht in Brasilien starten dürfen, dafür aber noch beim nächsten Mal dabei sein könnten.

Ziel war „nur“ Quali für Berlin

Für die Schul-Weltmeisterschaft qualifizieren sich die jeweiligen Landessieger des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“. Im Falle des Kreisgymnasiums Riedlingen fand der Bundeswettbewerb, der Vergleich der 16 Bundesländer, die ihren Ausscheid im jeweiligen Bundesland gewonnen hatten, im vergangenen Herbst in Berlin statt. Zwar belegte das Kreisgymnasium Riedlingen „nur“ Rang drei, da aber die vor den Oberschwaben platzierten Mannschaften auf die auch kostspielige Reise nach Brasilien verzichteten, darf die Riedlinger Mannschaft in Südamerika starten, aber eben ohne die Jahrgangsjüngeren.

Bereits vor zwei Jahren war eine Mannschaft aus Riedlingen knapp an der Qualifikation für den Bundesentscheid in Berlin gescheitert. „Dieses Mal wollten wir unbedingt die Qualifikation für Berlin schaffen“, sagen die Vier zu den Anfängen des Teams. Nachdem dieser Punkt abgehakt war, ging es also nach Berlin. Dort startete das Quartett - so wie alle anderen Mannschaften - mit einem Mountainbike. Jetzt, in Brasilien, wird umgesattelt, auf ein Rennrad.

„Wir leihen die Räder vor Ort in Brasilien. Da gibt es eine Möglichkeit“, sagt Jana Müller. Denn die eigenen Räder nach Südamerika zu transportieren, das wäre zu aufwändig.

In Brasilien wartet auf die vier, die Brasilien mit ihren Familien bereisen und die Zeit dort für ein ausgiebiges Sightseeing nutzen, ein echtes sportliches Großereignis. Nach der Eröffnungszeremonie am heutigen Mittwoch und dem offiziellen Training wartet am Freitag, 9. Juni der ersten Wettbewerb: Im Einzel müssen die Teilnehmer 400 Meter schwimmen, zehn Kilometer Rad fahren und 2,5 Kilometer Laufen, in der Mannschaft am Sonntag muss jeder einzelne Teilnehmer die halbe Strecke zurücklegen. Die Konkurrenz kommt aus Brasilien, aus anderen europäischen Ländern, aber auch aus China.

Insgesamt nehmen Athleten aus zehn verschiedenen Ländern der Erde an diesem Vergleichskampf teil. „Für uns ist die Teilnahme in Brasilien voll cool und es ist toll, dass Schule, Eltern und Sponsoren uns das ermöglichen“, sagen die vier Nachwuchssportler.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen