Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt

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Oftmals vergeblich rennt der TSV gegen die kompakte Abwehr der HSG an. David Tovmasyan vom TSV (gelbes Trikot) wird von Nico Hei
Oftmals vergeblich rennt der TSV gegen die kompakte Abwehr der HSG an. David Tovmasyan vom TSV (gelbes Trikot) wird von Nico Heilig gestoppt. (Foto: Karl-Heinz Bodon)
Schwäbische Zeitung
Thomas Lehenherr

Der TSV Bad Saulgau hat es am vergangenen Samstag bei seinem Heimspiel in der Handballliga-Württemberg Süd vor 700 Zuschauern in der Kronriedhalle verpasst, sich etwas Luft zu den Abstiegsrängen zu verschaffen. Der TSV Bad Saulgau verlor gegen die HSG Winzingen/Wißgoldingen/Donzdorf mit 22:28 (10:14).

Für den erkrankten TSV-Coach Gabriel Senciuc sprangen die ehemaligen Württembergliga-Spieler Frederik Söder und Alexander Osswald ein. Die beiden legten sich mächtig ins Zeug, doch Gegner Winzingen / Wißgoldingen / Donzdorf war am Samstagabend zu stark für die Gastgeber. Der Sieg ging völlig verdient an den Gast, der von Beginn an in Führung lag und diese nicht mehr aus den Händen gab. Das Hinspiel hatten die Bad Saulgauer noch mit 22:21 für sich entschieden. Am Samstag setzte die Spielgemeinschaft ihren Höhenflug fort und landete den dritten Sieg in Folge. Wie vom TSV befürchtet, waren Spielmacher Nico Heilig, Fabian Schneider und Philipp Köller die spielentscheidenden Akteure, die die Bad Saulgauer Abwehr vor große Probleme stellten. Noch größere Probleme hatten die Platzherren jedoch im Angriff. Die Chancenverwertung war wesentlich schlechter als die der Gäste. Kämpfte sich der TSV einmal durch die dicht gestaffelte HSG-Abwehr, stand im Tor noch ein hervorragend aufgelegter Marius Wirtl, der ab und an spektakulär parierte.

Sieben Minuten, vier Gegentore

Den Beginn verschlief der TSV völlig. Nach fünf Minuten stand es bereits 0:4 und es dauerte bis zur 7. Minute, bis das Leder das erste Mal im Netz der HSG zappelte. Dann schien es besser zu laufen für die Gastgeber. Torhüter David Bakos konnte einige Male abwehren und der TSV kam durch drei Treffer des entfesselt aufspielenden David Tovmasyan und einen Treffer von Kreisläufer Patrick Osterc bis auf 4:6 heran. Doch immer wieder stoppten Philipp Köller und Nico Heilig mit ihren Treffern die kurze Hochphase des TSV. Viele Fehlwürfe und Fehlabspiele erschwerten den Einheimischen den Spielfluss noch zusätzlich. Fast jeder individuelle Fehler des TSV wurde vom Gegner mit einem Gegentreffer bestraft. In der 23. Minute betrug der Rückstand schon sieben Treffer. Durch eine sehenswerte Energieleistung kam Bad Saulgau noch zur Halbzeit bis auf vier Treffer an die HSG heran.

Nach der Pause lief es plötzlich wie am Schnürchen für den TSV. Schnell holte er Treffer für Treffer auf und in der 35. Minute traf Patrick Osterc zum 13:15. Eine doppelte Überzahl konnte der TSV jedoch nicht zu seinen Gunsten nutzen, im Gegenteil. Der TSV foulte selbst zwei Mal. So hatte der Gast plötzlich eine doppelte Überzahl für sich und vergrößerte den Vorsprung wieder auf vier Treffer. Immer wieder konnten die Platzherren verkürzen, doch dann wurde wieder leichtsinnig gespielt oder sie scheiterten am Torhüter. Der für David Bakos eingewechselte TSV-Torhüter Jonas Engler bekam zwar einige Bälle zu fassen, musste aber zusehen, wie seine Vorderleute die Chancen gleich reihenweise vergaben. Manch einer haderte auch zu lange mit den Entscheidungen der Unparteiischen, die insgesamt 18 Hinausstellungen (zehn gegen den TSV, acht gegen die HSG) und zehn Strafwürfe (sieben gegen den TSV, drei gegen die HSG) verhängten. So bekam Nelu Rosca auf der Bank sitzend für eine wohl eindeutige Geste in Richtung der Schiedsrichter die Rote Karte mit Eintrag. Wie lange er dadurch dem TSV fehlen wird, war bei Spielende noch nicht zu erfahren.

Missglückter Start

Dem zweiten Vorsitzenden der Handballabteilung, Alexander Osswald, stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Der Sieg für die HSG war verdient. Wir haben die ersten Minuten verschlafen. Dann ist der Kopf entscheidend. Wären die ersten Minuten anders verlaufen, dann hätten wir möglicherweise ein ganz anderes Spiel gesehen. In Angriff und Abwehr haben wir viele Fehler gemacht und sind das ganze Spiel über einem Rückstand hinterhergelaufen. Wir haben nun ein paar schwere Spiele vor uns und müssen schauen, dass wir den Kopf wieder frei bekommen, Kraft tanken und müssen nun gegen einen stärkeren Gegner punkten. Möglicherweise muss dann der eine oder andere Routinier aus der zweiten Mannschaft aushelfen“, sagte Osswald.

HSG-Trainer Marc Neher war dagegen zufrieden mit der beherzten Leistung seines Teams. „Wir hatten solch ein kampfbetontes Spiel bei dieser Kulisse und dieser Stimmung erwartet, hatten einen super Start, waren nach etwa 20 Minuten sieben Tore weg und haben dann den Gegner wieder ins Spiel gebracht. Nach der Halbzeit wurde es nochmals eng, aber wir haben kühlen Kopf bewahrt und spielten eine gute Abwehr und hatten im Tor einen guten Rückhalt", freute sich Neher.

Nächster Gegner des TSV ist am Samstag, 17. März, um 20 Uhr der TSV Wolfschlugen.

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