Physiker ergründen auch den Weg des Golfballs

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Konzentriert bei der Sache: Die Teams müssen gut aufeinander eingespielt sein. (Foto: SFZ)
Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Einer der Schwerpunkte der Mitgliederversammlung des Trägervereins des Schülerforschungszentrums war die Organisation des Physik-Weltcups IYPT vom 20. bis 29. Juli in Bad Saulgau. Es bahnt sich bereits eine Änderung an: Statt in den Gebäuden der früheren Toin Gakuen Schule steht für die Wettbewerbe das Gebäude der Kaufmännischen und Sozialpflegerischen Schule im beruflichen Schulzentrum als Austragungsort der Wettbewerbe in der Diskussion.

Eine Frage für die Schwimmer: Ist es möglich, in einem Bassin mit Luftblasen zu schwimmen? Und eine für Golfspieler: Weshalb ärgern Golfbälle diese immer wieder, weil sie kurz nachdem sie ins Loch geschlagen wurden, dort wieder heraushüpfen? So simpel klingen die Fragen, um die es im Juli beim Physik-Weltcup in Bad Saulgau gehen wird. Außer dem Problem mit den Luftblasen und dem neckischen Golfball stehen 15 weitere Fragen auf dem Aufgabenzettel. Darüber brüten momentan Physik-Teams auf der ganzen Welt. Denn: Was sich so simpel anhört, ist in Wirklichkeit ein hochkomplizierter Vorgang. Um den zu untersuchen, werden die Teams mit Versuchsaufbauten das Problem möglichst exakt nachvollziehen, mit Hochgeschwindigkeitskameras die Bewegungen aufnehmen und diese in mathematischen Formeln beschreiben. Rudolf Lehn betont die Leistungen der Jungforscher schon in der Vorbereitung: „Es ist eine Herkulesaufgabe, so viele Forschungsprojekte in einem Jahr zu bearbeiten.“

Kleinstadt nach Großstädten

Eine Herkulesaufgabe haben auch die Organisatoren des diesjährigen Physik-Weltcups in Bad Saulgau vor sich. Nach Austragungsorten wie Seoul in Südkorea, Brisbane in Australien, der österreichischen Hauptstadt Wien und dem letztjährigen Austragungsort Teheran konnte SFZ-Leiter Rudolf Lehn das IYPT in diesem Jahr nach Bad Saulgau holen. Die Übersichtlichkeit der Stadt im Vergleich zu den großen Austragungsorten hat für Rudolf Lehn durchaus Charme. „In Seoul hat man außerhalb des Wettkampfortes von IYPT nichts gemerkt.“ Das soll in Bad Saulgau anders sein.

300 Teilnehmer werden erwartet, dazu Juroren und Fachpublikum. Schon jetzt sind 100 Hotelzimmer in Bad Saulgau und Umgebung reserviert. Die Teams werden in der ehemaligen Toin Gakuen Schule ihre Zimmer haben. Ob sie dort auch die Wettkämpfe ausrichten, ist inzwischen nicht mehr sicher. Die Kaufmännische und Sozialpflegerische Schule habe sich inzwischen als Austragungsort angeboten, so Lehn. Der Vorteil: Die notwendigen Strippen für die Computer müssten nicht mehr gezogen werden. Eine bauliche Herausforderung, die in den alten Gebäuden der Toin Gakuen Schule auf die Organisatoren noch dazukäme. Ein schwäbischer Abend, das Finale und – im beschränktem Maße – die Eröffnungszeremonie und die Siegerehrung werden öffentlich sein. Thomas Dannegger, Kassierer des Trägervereins, macht die finanzielle Dimension deutlich. Das Projekt ist mit 400 000 Euro budgetiert und liegt damit weit über dem Jahresbudget von 280 000 Euro. Mit dem Geld werden 50 Führer der Gruppen (Guides) gesucht, der Transport vom und zum Flughafen in Stuttgart organisiert, das öffentlichen Programm und das Rahmenprogramm für die Teilnehmer bestritten und die Gebäude in der früheren Toin Gakuen Schule für den Wettbewerb hergerichtet. Finanziert wird das Projekt ausschließlich durch Sponsorengelder. Thomas Dannegger konnte gute Nachrichten verbreiten. Ein Großteil sei bereits in Form von Spenden oder Spendzusagen sicher. „Momentan haben wir noch eine Deckungslücke von 135000 Euro, aber wir haben auch noch einige Gespräch ausstehen“, so Dannegger optimistisch. Allerdings beklagt der Kassierer, dass davon nur 15 Prozent aus dem Kreis Sigmaringen stammen. Das Spendenkonto erhöht an diesem Abend Alois Zimmermann, der Regionaldirektor der Kreissparkasse Sigmaringen, beträchtlich. Zusammen mit den Kreissparkassen Biberach, Ulm, Pfullendorf-Meßkirch und dem Sparkassenverband Baden-Württemberg sagte er ein Sponsoring des IYPT von 20000 Euro zu.

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