Pensionierter Physiker hat die beste Forscheridee

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 Den Preis für die beste Forscheridee im Rahmen des Stadtjubiläums 1200 Jahre Bad Saulgau erhält der Bad Saulgauer Erich Koch (l
Den Preis für die beste Forscheridee im Rahmen des Stadtjubiläums 1200 Jahre Bad Saulgau erhält der Bad Saulgauer Erich Koch (links). Dazu gratulieren ihm Bürgermeisterin Doris Schröter, Katharina Kaltenbach vom SFZ Tuttlingen und die kaufmännische Leiterin am SFZ Bad Saulgau, Konstanze Nickolaus. (Foto: Monika Fischer)
Monika Fischer

Die Stadt Bad Saulgau lädt alle zwei Jahre erfolgreiche junge Forscher aus dem Schülerforschungszentrum (SFZ) Bad Saulgau und dessen Zweigstellen ins Alte Kloster ein. Am vergangenen Freitagabend hat Bürgermeisterin Doris Schröter 146 Nachwuchsforscher für ihre Spitzenplatzierungen bei verschiedenen Wettbewerben mit Urkunden und Ehrennadeln von Bronze bis Gold mit Stern ausgezeichnet. Den Preis für die beste Forscheridee im Rahmen des Stadtjubiläums 1200 Jahre Bad Saulgau erhielt der Bad Saulgauer Erich Koch.

Die Moderatorin des Abends, Sarah Nassal, brachte es gleich zu Beginn auf den Punkt. Mit dem vor 20 Jahren durch Rudi Lehn gegründeten Schülerforschungszentrum und dem in der Planung befindlichen MINT-Exzellenzgymnasium für hochbegabte Schüler hat Bad Saulgau das Zeug zur oberschwäbischen Hochburg für den Forschernachwuchs.

In ihrem Willkommensgruß dankte Bürgermeisterin Doris Schröter unter anderem den zahlreich erschienen Gemeinde- und Kreisräten dafür, dass sie sich in ihren Gremien für die Unterstützung des Forschungszentrums einsetzten. Auch den Firmen, die den jungen Forschern praktische Hilfen bieten sowie allen Sponsoren galt ihr Dankeschön.

Internationale Wettbewerbe

Das SFZ Südwürttemberg habe eine Strahlkraft entwickelt, die weit über die Landesgrenzen hinausreiche und auch für die Wirtschaft von Bedeutung sei. Dass das SFZ Bad Saulgau zum Erfolgsmodell geworden ist, erläuterte dessen kaufmännische Leiterin Konstanze Nickolaus. Inzwischen gibt es acht weitere Standorte – Eningen, Biberach mit Laupheim und Ochsenhausen, Friedrichshafen, Langenau, Tuttlingen, Überlingen, Ulm und Wangen, an denen knapp 800 junge Leute forschen. Jeder, der ein erfolgversprechendes Projekt entwickelt, hat die Möglichkeit, dieses auf etwa 30 nationalen und bis zu zehn internationalen Wettbewerben vorzustellen. In der Regel sind es Teams, deren Mitglieder sich in ihrer Freizeit, meist am Wochenende oder sogar in den Ferien treffen und an Lösungen für eine bestimmte Problemstellung arbeiten.

Oft wird das Thema von Unternehmen ausgegeben wie 2019 von der Tuttlinger Firma Aesculap, die sich Möglichkeiten zur Überwachung der Lebensdauer von Medizinprodukten wünschte. Häufig stoßen die jungen Forscher auch selbst auf Probleme, für die sie eine Lösung finden wollen. So die beiden 17 und 18 Jahre alten Ulmer Jonas Münz und Jakob Rehberger, die eine Technik entwickelt haben, wie Schrauben für Knochenimplantate vollautomatisch entgratet werden können. Auf diese Weise werden Infektions- und Abstoßrisiken der Implantate minimiert. Dafür sind sie Bundessieger bei „Jugend forscht“ geworden und haben ihr Verfahren gleich durch zwei Patente sichern lassen. Das Quartett mit Matthias Heni, Jan Reitze, Leon Storz und Tobias Vonier hat das Modell eines vollautomatischen Rettungsroboters entwickelt, mit dem die Vier Europameister in Robotic geworden sind. Und die Geschwister Marc und Tim Auberer sowie Roman Hauel haben eine Feinstaub-App erfunden, die mittlerweile bereits international eingesetzt wird und als Selbstläufer gilt.

Nachdem die jungen Forscher durch Bürgermeisterin Doris Schröter ausgezeichnet wurden, bestieg mit Erich Koch ein Senior die Bühne, der als Sieger aus des Wettbewerbs zum Stadtjubiläum hervorgegangen war. Dabei sollten 1200 Forschungsideen gesammelt und eine davon prämiert werden.

Der pensionierte Chemiker und Physiker hatte allerdings nicht nur eine, sondern gleich 20 qualifizierte Ideen auf Lager, darunter jene zu diversen Einsatzmöglichkeiten der Silphie. Die bis zu drei Meter hohe Pflanze liefert deutlich mehr Biomasse als Mais und eignet sich unter anderem als Mais-Ersatz zur Erzeugung von Biogas.

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