Ortschef „Robse der Erste“ macht Reime

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 Das Urgestein der Königseggwalder Fasnet, der Räuberhauptmann „Schwarz Vere“ und seine Räuberbraut „Senze“.
Das Urgestein der Königseggwalder Fasnet, der Räuberhauptmann „Schwarz Vere“ und seine Räuberbraut „Senze“. (Foto: Eugen Kienzler)

Mit Zunftmeisterempfang, Narrensprung und abendlicher Party haben die Krähbach-Narren Fulgenstadt ihr 25-jähiriges Bestehen gefeiert. Gut vertreten waren die Zünfte des VAN, des Verbandes Alb-Bodensee oberschwäbischer Narrenvereine.

„Kräh Robse der I. lässt euch grüßen, denn ihr seid wohl die allergrößten Gaben, von Alb, Donau, Bodensee und Oberschwaben“ war die zünftige Begrüßung durch den „Ortschef Robert Eisele beim Zunftmeisterempfang anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Krähbach-Narren Fulgenstadt“. Die Fulgenstadter Narren um ihr Zunftmeisterduo Kevin Kraft und Rosi Jäger hatten zum Jubiläumsumzug am vergangenen Samstagnachmittag ins Dorf am Krähbach eingeladen und 35 Narrenzünfte und Musiken waren gekommen.

Als echter Muntermacher erwies sich die „Kondemusik Reichenbach“. Mit ihrer swingenden und rockigen Musik sorgte sie beim Zunftmeisterempfang im Pfarrsaal in Fulgenstadt für das erste Stimmungshoch und animierten zu den ersten Schunkelrunden. Zunftmeister Kevin Kraft strahlte bei seiner Begrüßung angesichts des guten Zuspruchs durch die Zunftoberen und dem VAN-Präsidium. Die Vereinigung machte den Fulgenstadt Narren mit den beiden Präsidiumsmitgliedern Harald Paschen und Stefan Vochatzer ihre Aufwartung.

Mit Pater Shinto Kattoor war auch die kirchliche Prominenz vertreten. Stimmgewaltig und in gekonnter Versform stellte Robse der I. die Zünfte vor. Mit „Vo Gottmadingen kommet die heit it zum relaxa – herzlich willkomma ihr Heilsberg-Hexa“ galt der Gruß der am weitesten angereisten Zunft aus Gottmadingen im badischen Hegau, sparte aber auch nicht mit so mancher Anspielung. So begrüßte er die Bolsterner mit „Dene ghot’s ganz Leaba gut. Hont statt Blutkörperla weißa und rota Hagnauer im Blut“ oder die Friedberger mit „im gläubiga Friedberg findet sich it nur die ganz Fromme z’samm. Noi au so Kerle wie Öhlers Willi hont se fescht im Programm“.

Nach dem Grußwort des „Chefs“ der VAN-Region Oberschwaben, Stefan Vochatzer, hatte Gerd Miller, der letzte Überlebende der „Hemoridenband Wolfartsweiler“ seinen Auftritt. Wie von ihm gewohnt, nahm er so manchen und so manches mit seiner Schnodderigkeit auf die närrische Schippe, um dann die arteriovenösen Gefäßpolster zu besingen. Natürlich durfte auch das vom Publikum frenetisch geforderte Spottlied auf die Nachbargemeinden nicht fehlen. Dass hinter der schnodderigen Fassade eine ganze Portion Menschenfreundlichkeit verborgen ist, bewies er mit seiner spontanen Spendenaktion, die 300 Euro einbrachte. Über die Spende durfte sich der Kindergarten St. Josef in Fulgenstadt freuen.

Harte Zeit für den Zunftmeister

Nach diesem Vorspiel und dem gemeinsamen Verspeisen der von Robse dem I. gekochten Gulaschsuppe kam dann das Defilee der teilnehmenden Gruppen und damit die Leidenszeit des Zunftmeisters, der so allerhand über sich ergehen lassen musste. Die Aufgabe, eine Eckbank mit närrischen Stoffresten neu zu gestalten, gehörte noch zu den Aufgaben der leichteren Sorte. Anspruchsvoll ein kulinarisches Schockerlebnis bei der zweiten Aufgabe. Äußerlich als schokoladenüberzogener Fruchtspieß wirkend, hatte es der Inhalt, den er wacker verspeiste, in sich. Ein Mix aus Rollmops, Zwiebel, Knoblauch und Ingwer ist nicht unbedingt eine wünschenswerte Variation. Beim Rate- und Antwortspiel zeigte der erst kurz im Amt weilende Zunftmeister, dass er sich schon gut eingearbeitet und in die VAN-Welt eingelebt hat. So stand der Taufe und der Aufnahme in den hochwohllöblichen Kreis der VAN-Zunftmeister nichts mehr im Wege.

Nach allerhand närrischen Gelübden und dem kräftigen „Narri-Narro, oh Schreck, oh Schreck – d’r Krähaschreck“ hieß es noch die Unmengen an Taufwasser aus dem Krähbach zu überstehen, was Kevin Kraft mit Contenance tat. Das von der „Kondemusik Reichenbach“ intonierte und von den Narren inbrünstig gesungene VAN-Lied „Wir sind vereint im VAN“ bildete den Abschluss dieses humorvollen Empfangs, bei dem die Mitglieder des Kirchenchores dafür sorgten, dass keiner der Gäste Hunger und Durst leiden musste.

Höhepunkt des Jubiläums war dann der närrische Umzug durchs Dorf. Über 60 Minuten boten die 35 Narrenzünfte und Musikgruppen den Zuschauern, die ein bisschen zahlreicher hätten sein dürfen, für ein farbenfrohes närrisches Treiben. Selbst der Wettergott hatte wohl seine Freude daran, denn der angesagte Regen wartete bis zum Umzugsende.

Viel los war im Anschluss an den Umzug dann bei der Party Pur im Festzelt und in der Halle, wo Plätze Mangelware, dafür aber die Stimmung prächtig war.

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