Neue Schulart an der Willi-Burth-Schule

 Die AVdual-Schüler mit den beiden Werkstattmeistern vor ihrem selbstgebauten Regal für die offenen Lernzeit.
Die AVdual-Schüler mit den beiden Werkstattmeistern vor ihrem selbstgebauten Regal für die offenen Lernzeit. (Foto: W. Ott)
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Seit September 2021 gibt es mit dem AVdual eine neue Schulart an der Willi-Burth-Schule in Bad Saulgau. AVdual steht für Arbeitsvorbereitung mit dualem Schwerpunkt. Es bedeutet, dass die Schüler*innen bestmöglich an eine Ausbildung herangeführt werden sollen. Dieses Konzept ist zwischen dem Kultus- und dem Wirtschaftsministerium abgestimmt und wird mit vielen Maßnahmen unterstützt. Bis 2025 soll diese Schulart flächendeckend in Baden-Württemberg umgesetzt werden und die bisherigen Schularten BEJ und VAB ersetzen.

Das AVdual zeichnet sich durch eine besondere Pädagogik aus. Die Schüler*innen werden zu mehr Eigenständigkeit motiviert und durch eine enge Begleitung von Lernberatern, AVdual-Begleitern und den jeweiligen Fachlehrern individuell gefördert. In regelmäßig stattfindenden Einzelgesprächen und den drei Zielvereinbarungsgesprächen, in die auch die Eltern mit einbezogen sind, werden die Lernfortschritte geprüft und weitere Lern- und Entwicklungsschritte vereinbart.

Der Lehrkraft vollzieht dabei immer mehr eine neue, manchmal ungewohnte Rolle, weg vom zentralen Informationsgeber im Frontalunterricht hin zum begleitenden Trainer, der dem Schüler in selbständigen, beaufsichtigten Lehrphasen hilft, immer mehr eigenverantwortlich zu arbeiten und zu lernen.

Gleichzeitig wird die verpflichtende Ausführung von mehreren Praktikumsphasen in Betrieben von den AV-Begleitern begleitet und kontrolliert. Die Tätigkeiten hat der Schüler Woche für Woche in einer Lernagenda beziehungsweise einem Berichtsheft festzuhalten. Somit sollen die Schüler auf eine erfolgreiche Ausbildung vorbereitet werden.

Parallel dazu wird in pädagogischen Aufgabenstellungen die Teamfähigkeit gefördert, so zum Beispiel durch den Besuch eines Hochseilgartens zu Beginn des Schuljahres. Ziel ist es, das Klassenklima und die Teamfähigkeit in der Klasse so schnell wie möglich aufzubauen und zu stärken. Pragmatische Ansätze sind der grundlegende Charakter dieser Schulart, so wurden fehlende Regale für die offene Lernzeit durch die Schüler geplant, in den Werkstätten gefertigt, lackiert sowie in Eigenarbeit aufgebaut. Voller Stolz nutzen nun die Schüler*innen ihr selbstgebautes Regal. Das Ziel der Bemühungen aller Lehrer und Begleiter ist die Vermittlung der Jugendlichen in ein Ausbildungsverhältnis gepaart mit der Überzeugung, dass Schule auch Spaß und Erfolg bringen kann.

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