Neue Chance für den Rad- und Fußweg über die Bahn

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 Diese Planvariante berät der Gemeinderat am Donnerstag: Zwischen Kreuzkapelle und evangelischer Christuskirche soll die Auffahr
Diese Planvariante berät der Gemeinderat am Donnerstag: Zwischen Kreuzkapelle und evangelischer Christuskirche soll die Auffahrt mit einer etwa 130 Meter langen Rampe zur Überquerung der Bahn beginnen. Die Bahnüberquerung ist vor dem Bahnübergang. Auf der anderen Seite führt die Rampe ebefalls wieder auf rund 130 Metern in Richtung Josef-Bautz und Landhausstraße. (Foto: Luftbild: Dr. Schütz Ingenieure)
stellv. Redaktionsleiter

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 11. April, entscheidet der Gemeinderat Bad Saulgau über einen schon sehr konkrete Variante für die Bahnquerung für Fußgänger und Radfahrer. Gibt der Gemeinderat grünes Licht, diese Variante weiterzuverfolgen, wäre das Ende einer jahrelangen Diskussion um Standort und Ausführung dieses verkehrstechnisch wichtige Projekt der Stadt zumindest in Sicht.

Die neue Variante erstellte das Stadtbauamt mit Unterstützung des Büros Schütz Ingenieure in Kempten. Im Gegensatz zu einigen früheren Varianten sieht diese Planung zusätzlich zu einer Rampe für den barrierefreien Zugang und Radfahrer nun wieder eine Treppe für Fußgänger vor. Der barrierefreie Zu- und Abgang beginnt jeweils von der Karlstraße und von der Josef-Bautz-Straße aus. Nach Angaben von Projektleiter Manfred Gebhart ist die dafür benötigte Rampe je rund 130 Meter lang. Die Treppen sind auf der anderen Seite der Querung in Richtung Breitenlohweg und Altshauser Straße geplant.

Nach der Diskussion um einige Standorte und insgesamt 14 verschiedene Varianten soll die Brücke nun nach dem Willen der Planer an eine Stelle komme, die ganz zu Beginn der Planungen der große Favorit war: Im Bereich des jetzigen, inzwischen für den Autoverkehr geschlossenen „schienengleichen“ Bahnübergangs.

Die Diskussion um dieses Projekt ist so alt wie die Bemühungen der Stadt um die Kernstadtentlastungsstraße. Als 2013 das letzte Stück der Kernstadtentlastungsstraße mit der Überquerung der Bahn für den Autoverkehr eröffnet wurde, sollte die Alternative für Fußgänger und Radfahrer schnell folgen. Der geplante Wegzug des Kauflands und dadurch veränderte Verkehrsbeziehung ließen aber Zweifel aufkommen, ob der Standort noch der geeignete ist. Die Suche nach Alternativen war schwierig. Für Stadtbaumeister Pascal Friedrich ermöglicht die jetzt zur Entscheidung vorgelegte Konstruktion an diesem Standort aber die meisten der erwünschten Verkehrsbeziehungen. So seien durch die Abfolge Rampe-Treppe auch Diagonalbeziehungen wie die von der Josef-Bautz-Straße in den Breitenlohweg möglich. „Die lange Zeit der Diskussion zeigt, wie schwierig das Projekt ist. Diese Variante ermöglicht zwar nicht alle Verkehrsbeziehungen, aber die meisten“, so der Stadtbaumeister. Dem Stadtbaumeister gefällt die Variante auch deshalb, weil sie eine spätere Anbindung der Lagerhausstraße ermöglicht. „Das wäre dann eine sichere Verbindung für Fußgänger und Radfahrer in Richtung Innenstadt“, so Friedrich.

Offene Finanzierungsfragen

Erste Kostenschätzungen gehen von 2,7 Millionen Euro für das Bauwerk aus. Bahn und Bund sind an dem Projekt mit hohen Zuschüssen beteiligt, weil durch den Bau der schienengleiche Bahnübergang endgültig geschlossen werden kann. Die zugesagten Zuschüsse haben sich im Lauf der Jahre der Planung und Diskussion aber nicht erhöht. Mit 1,35 Millionen Euro Zuschuss kann die Stadt rechnen. So hoch lag die anfängliche Kostenschätzung für das Bauwerk. „Die Welt hat sich weitergedreht, die Baukosten sind stark gestiegen“, sagt Pascal Friedrich. Man werde bei einem entsprechenden Beschluss mit den Partnern Gespräche über die Finanzierung reden.

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