Narrenzunft Ölkofen wird als Vollmitglied im VAN aufgenommen

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Richard Strigl verteidigte seine Chefin Doris Schröter, die heuer nicht nach Moosheim kam.
Richard Strigl verteidigte seine Chefin Doris Schröter, die heuer nicht nach Moosheim kam. (Foto: Fotos (2): Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Wieder einmal hat sich die Moosheimer Narrenzunft Zenka-Rälle mit ihrem Chef Daniel Forstenhäusler als guter Gastgeber beim 29. traditionellen Narrentrunk im Klostergebäude erwiesen. Dazu hatte der Verband Alb-Bodensee-oberschwäbischer Narrenvereine (VAN) an Dreikönig eingeladen. Für die fetzige Musik zum Auftakt sorgte erstmals der Fanfarenzug Bad Saulgau mit ihrem Leiter Josef Fürst. „Hans und Hans“ brachten die illustre Gesellschaft zum Schunkeln und Mitsingen.

Mit dem Lied des Verbandes „Wir sind vereint im VAN“ wurde der Zusammenhalt und auch das gute Miteinander unterstrichen. Nachdem die Narrenzunft Ölkofen ihre Probezeit überstanden und bei ihren Paten Hohentengen und Friedberg nicht in Ungnade gefallen ist, wurde sie durch das Ordenskapitel als Vollmitglied in den Verband aufgenommen. Seit elf Jahren erschallt aus dem Mund von Präsident Siggi Burgermeister ein dreifaches Narri - Narro zur Eröffnung der Dreikönigssitzung in Moosheim. Dabei kann er auf seine Narrenbrüder und -schwestern zählen, die der Veranstaltung in Moosheim jedes Jahr ihre Aufwartung machen. Auch heuer fiel der „Landratsadel“ aus dem ganzen Oberland durch Nichtanwesenheit auf. „Eine Einladung für die Landrätin ratz-fatz - des isch doch für die Katz“, bemängelte Burgermeister das wiederholte Fehlen von Landrätin Stefanie Bürkle. Anders dagegen seine Kollegen aus sechs befreundeten Verbänden aus dem ganzen süddeutschen Raum, mit denen man mehr als freundschaftliche Bande pflegt. „Darum verkünd’ ich hier und heut’: Unser Häs ist mit Staub beschichtet, das wird nun alles hergerichtet“, so der VAN-Präsident.

Keine Lust auf Frauenwitze

„I, d’r Hüter der städtischen Moneta, soll heit wieder mol eisre Bürgermoischtre vertreta“, kündigte sich der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Saulgau, Richard Striegel, an. Sie beklage sich jedes Jahr, dass hierbei im Klostersaal in Moosheim lauter Machos rumsitzen, „die sich ergötzen an schlechten Frauenwitzen“. „Wahrscheinlich wollte sie au deswega it komma scho wieder – soviel Testosteron geladene Mannsbilder – des isch ihr halt z'wider“, entschuldigte er seine Chefin. Aber wo blieb Staatsminister Bareiß? „Seit der hot in Berlin en reachta Titel hot, goht der eher nemme uff Gass' mit ma Narrakittel.“

Und die Lokal-Politprominenz? Fehlanzeige. Nach seinem Bucherfolg „Biberbraten“ empfahl Striegel dem „Burger von Hohentengen“ zu einem weiteren Kochbuch mit lokalen Schmankerln. Da dürften die „Sauschwänze vo Sulga“ und die „Froschkuttla“ aus Riedlingen nicht fehlen.

Ein „Börger“ mit Storch oder Frosch - da laufe der Speichel zusammen in jedermanns Gosch. Dabei liege der ökologische Vorteil auf der Hand: „Ein Storch in der Pfann' verscheißt nicht mehr das ganz Land“. Und der Witz vom Scheifele von einem närrischen Original wie dem Saulgauer Wach-, Zunft- und Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller, haue auch niemandem mehr vom Hocker. Dann erinnerte sich Richard Striegel an sein „größtes Vergehen“ vor fünf Jahren, als er eine selbstgebastelte Krippe mit diversen honorigen Gesellen drapierte. Ein Sturm der Entrüstung zog über ihn her „ond beim Pfarrer hon e messa om Ablaß bitta“.

Aber bei der konservativen „Schwäbischa“ krümmte deswegen keiner den Finger. „Grad dia Gelassenheit dät i mir emmer wünscha von de Leit. Danke für d' Aufmerksamkeit, des war's wieder für heit.“

Als wahres Gesangstalent entpuppte sich an diesem Umtrunk Ortsvorsteher Peter Widmann aus Tissen. Seinen Rückblick auf das vergangene Narrentreffen in Moosheim verpackte er in Verse, wobei alle mit einstimmen durften: „'s war immer so, 's war immer so“. Doch seine Botschaft kam beim Narrenvolk an: „Traditionen sollt ma halta - 's bleibt alles beim Alta“.

Angeregt von des Ortsvorstehers Sangeskünsten wurde auch Bad Saulgaus Zunftmeister Raphael Osmakowski-Miller. „25 Johr bin i scho do - war immer so, 's war immer so“ dichtet und sang er.

Doch anscheinend gibt es immer noch welche, die seinen Witz vom Schäufele nicht kannten oder aus „Strafe“ ihn einfach hören wollten. Doch so schlimm war es nicht. Zur Dorauszunft pflegt der Verband ein gutes Verhältnis. Das erste große Freundschaftstreffen des VAN in diesem Jahr findet vom 1. bis 3. Februar in Marbach statt, wo sich 76 Gruppen und Zünfte ein Stelldichein geben.

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