Narren lassen auf dem Dorfplatz eine Tiefgarage entstehen

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 Die Bolsterner Perlen laufen beim Bürgerball in der Weinstube zur Hochform auf.
Die Bolsterner Perlen laufen beim Bürgerball in der Weinstube zur Hochform auf. (Foto: Eugen Kienzler)

„Tierisch gut drauf – Bolstern spielt verrückt, so begrüß i alle Gäste wo do machet mit“ – so hieß der Oberlöwe und Zunftmeister des Heimat- und Narrenvereins Bolstern, Stefan Vochatzer, die Narrengäste und allerlei närrisches Getier wie die Bolsterner Feuerquallen mit ihrem Neptun oder die Bierstetter Bienchen im Weinkeller willkommen, der zum närrischen Zoo umfunktioniert wurde. Wie seit 15 Jahren mit dabei war der Fanfanrenzug Bad Saulgau, der mit fetzigen Rhythmen das närrische Stelldichein eröffnete.

Dompteur und Moderator des Abends, Patrick Apelthauer, führte mit Drive durchs Programm, bei dem die jüngsten Narren mit dem „Affentanz“ nach dem Supersong „Dance Monkey“ in bester tänzerischen Manier die Runde der Darbietungen einleiteten. Die Geschichte um den Froschkönig persiflierte die Keßler’sch Ko-Produktion, bei der der gerettete Froschkönig Luca seiner Retterin Ulrike drei Wünsche freistellte, jedoch zu bedenken gab, dass ihr Ehemann das zehnfache der Wünsche bekommt. Neben Schönheit und Reichtum war der dritte Wunsch der nicht sehr liebevollen Ehefrau „ein ganz kleiner Herzinfarkt“, um dann reumütig festzustellen „sprechende und wünscheerfüllende Frösche gibt es Gott sei Dank nicht“.

Der geplante neue Dorfplatz und die weiteren örtlichen Baustellen nahm das Baustellen-Team Benny-Gebe-Nadja-Doris-Frank zum Anlass für ihr kreatives Gedankenspiel, Bolstern mit einem repräsentativen Gebäudekomplex mit Tiefgarage, einem McDrive und einem schnuckeligen Zentrum für liebeshungrige Männer zu neuer Attraktivität zu verhelfen und dabei sogar noch einen Platz für den heißbegehrten Funkmasten zu schaffen.

Mittlerweile eine feste Größe sind die „Bolsterner Perlen“ Bernadette-Daniela-Sandra-Isabell, die diesmal ihre Verfehlungen und die eheliche Untreue mit der lapidaren Entschuldigung „Mir duat der Schnaps it guat“ besangen und damit beim begeisterten Publikum ankamen. In diesem Jahr hatten die Bolsterner ihre Narrenfreunde des „schönsten Ortes der Schwäbischen Alb“, Eglingen, eingeladen. Und sie kamen in großer Zahl und aller Macht. Zuerst sorgte ihre Tanzgarde mit den hübschen Tänzerinnen und der tollen Tanzchoreografie für so manchen Hingucker. Diesem optischen Highlight folgte der akustische Gute-Laune-Macher durch die Eglinger Musikkapelle.

Als Stimmungskanonen par excellence erwiesen sich die Musiker, die nicht nur mit dem Ohrwurm des Abends, Cordula Grün, das Publikum auf die Bänke trieben und den Keller auf Betriebstemperatur brachten. Sie waren gute Botschafter der Eglinger Fasnet, die sich im nächsten Jahr auf den Besuch der Bolsterner Narren freuen dürfen. Der Spontanauftritt der „Hasenweiler Combo“ rundete den Abend ab. Mit Mitsingliedern wie „Fliege mit mir in die Heimat“ und „Die kleine Kneipe“ sorgten die vier exzellenten Blasmusiker für den perfekten Übergang zur Revival-Schlagerparty, bei der der Platz auf der Tanzfläche Mangelware war.

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