Mit roten Schenkeln das Stadtforum verlassen

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 Ulrich Boettcher (rechts) und Bernd Kohlhepp sind dabei.
Ulrich Boettcher (rechts) und Bernd Kohlhepp sind dabei. (Foto: FANY FAZII)
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Sie heißen erstmals Kabarett- und Mundarttage und lösen nur dem Titel nach die Kabarett- und Mundartwoche ab. Denn der neue Name ändert nichts am bewährten Erfolgskonzept. Seit 2008 bucht die Tourismusbetriebsgesellschaft (Tbg) Bad Saulgau verschiedene Künstler für fünf Veranstaltungen im Stadtforum. „Den Besuchern gefällt unser Programm“, sagt Markus Barth, Prokurist der Tbg.

Mundartkünstler mit Lokalkolorit, Kabarett zum Nachdenken, unterhaltsame Stunden mit Lachgarantie: Die Kabarett- und Mundarttage haben seit zehn Jahren ihren festen Platz im Veranstaltungskalender der Stadt Bad Saulgau. „Wir versuchen jedes Jahr, die ganze Bandbreite abzudecken“, sagt Markus Barth, der gemeinsam mit Vanessa Killenberger die Auswahl der Künstler trifft. „Viele Künstler kommen zum wiederholten Male ins Stadtforum“, sagt Killenberger. Die beiden Kabarettistinnen „Dui do ond de Sell“ gehören zum Beispiel zu den Künstlern, die fast jedes Jahr das Programm bereichern. Dieses Jahr sind die beiden bei den Kabarett- und Mundarttagen am Sonntag, 18. November, an der Reihe. Für „Dui do ond de Sell“ sind die Karten schnell vergriffen. Für die „Damen vom Dohlengässle“ wird vermutlich auch kein Stuhl mehr frei bleiben. „Die Besucher identifizieren sich mit Mundart und Dialekt. Das macht sympathisch“, ergänzt Markus Barth. Kleinkunst und Kabarett gab es im Stadtforum schon vor 2008 als Gegenpol zu hochtrabender Kultur oder Theateraufführungen – allerdings verteilt auf das Jahr. „Wir wollten die Veranstaltungen aber kompakt in eine Woche packen“, sagt Barth.

Bei der Auswahl der Künstler können die Veranstalter aber auch einmal daneben liegen. Das Theater Distel aus Berlin wurde auch schon im Programm berücksichtigt. Die Nachfrage war eher gering. „Mit politischen Themen tun sich die Besucher meistens schwer“, ergänzt Barth, der sich selbst die Veranstaltungen anschaut und zu der Erkenntnis kommt. „Die Leute wollen lachen, bis ihre Schenkel rot sind.“ Vanessa Killenberger stellt ihre eigenen Interessen zurück. Stattdessen seien ihr die Rückmeldungen des Publikums wichtig. „Das Publikum muss Spaß daran haben“, sagt sie.

Rekord mit Grachmusikoff

Die Tbg ist in all den Jahren nie großartig in die Verlegenheit geraten, das Konzept der Kabarett- und Mundarttage zu überdenken oder es sogar infrage zu stellen. Die Anzahl der Besucher ist letztendlich die Währung für die Tbg, die im Stadtforum Platz für bis zu 550 Besucher bieten kann – und dazu eine optimale Beschallung, eine angenehme Raumtemperatur und klare Lichtverhältnisse. Weiche Faktoren, die auch dazu beitragen sollen, dass sich die Besucher wohlfühlen. Der Rekordbesuch war im vergangenen Jahr, als bei der Abschiedstour von Grachmusikoff für 650 Besucher gestuhlt werden musste. Weniger als 150 Besucher waren es bei den Veranstaltungen nie. „Es sind geschätzt 2000 Besucher pro Jahr“, so Barth, der nach zehn Jahren genau weiß, dass die Besucher einfach nur ein paar Stunden unterhalten werden wollen – am besten im schwäbischen Dialekt.

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