Mengen lässt Altheim keine Chance

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 Patrick Spies (re.) steht gegen Mengens rechten Außenverteidiger David Bachhofer fast immer auf verlorenem Posten. Spies ist di
Patrick Spies (re.) steht gegen Mengens rechten Außenverteidiger David Bachhofer fast immer auf verlorenem Posten. Spies ist die fehlende Spielpraxis nach langer Verletzungspause amzumerken. (Foto: Thomas Warnack)
Sportredakteur

Der FC Mengen hat am Samstag vor 300 Zuschauern mit einem 4:0-Erfolg beim FV Altheim eindrucksvoll seine derzeit überragende Form bewiesen. Die Mannschaft von Trainer Miroslav Topalusic ließ dem Bezirksrivalen keine Chance. Für die personell wie mental angeschlagenen Grün-Weißen aus Altheim, die neben einigen Spielern auch auf den privat verhinderten Trainer Marc Max verzichten mussten, verschärft sich die Situation im Abstiegskampf weiter.

1:10 Tore, keine Punkte aus den jüngsten drei Spielen - Altheim ist jeglicher Schwung abhanden gekommen. Nach gutem Start in die Restrunde zu Beginn des Jahres, mit vier Punkten aus zwei Spielen (1:1 gegen Straßberg, 3:2 in Kehlen) sucht die Mannschaft von Trainer Marc Max nach ihrer Form. Die scheint mit der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den SV Dotternhausen vor 14 Tagen abhanden gekommen zu sein. Denn auf das 0:4 am vergangenen Wochenende in Balingen, folgte nun die 0:4-Pleite gegen Mengen. „Wir können unsere Ausfälle derzeit einfach nicht kompensieren“, sagte Co-Trainer Martin Schrode nach der Partie. „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, haben wir nicht umgesetzt. Wir haben nur reagiert. Statt gut von hinten raus zu spielen, über unseren Torwart Xaver Spitzfaden, haben wir lange Bälle geschlagen.“

Ganz andere Stimmung herrscht derzeit beim FC Mengen. „13 Punkte aus fünf Spielen ist eine sehr gute Bilanz“, sagte Mengens Trainer Miroslav Topalusic, der trotz des klaren Siegs mit der Angriffsleistung seiner Mannschaft nicht ganz zufrieden war. „Bevor wir in Führung gehen, müssen wir eigentlich schon 2:0 oder 3:0 führen“, sprach er die vergebenen Chancen der Anfangsviertelstunde an. In der Tat, wäre Mengen am Samstag vor dem Tor kälter gewesen, hätte Altheim im eigenen Stadion ein Debakel erlebt. Von Beginn an machten die Schwarz-Gelben Druck. Doch erst Tobias Nörz erlöste Topalusic und die Seinen von ihren Leiden, als er nach einer Einzelleistung mit einem Flachschuss ins lange Eck traf (22.). Acht Minuten später zeigte Alexander Klotz seine Klasse bei ruhenden Bällen und versenkte einen Freistoß von der linken Seite aus rund 20 Metern Torentfernung ins kurze Eck - 0:2 (30.). Altheim hatte acht Minuten später seine erste Chance im Spiel. Nach einem Zuspiel des angeschlagen ins Spiel gegangenen Martin Schrode setzte sich Florian Geiselhart ein einziges Mal gegen die starke Mengener Innenverteidigung Wolfert/Schuler durch, doch Merk im Mengener Tor lenkte den Ball zur Ecke (38.). Mengen blieb am Drücker, doch Xaver Spitzfaden, für den verletzten Johannes Reuter im FVA-Tor - rettete zweimal gegen Alex Klotz (40./45. + 1). In der zweiten Szene hatten der starke Bachhofer und Frommeld vorbereitet.

Lob an die Defensive

Im zweiten Abschnitt erwischte Altheim den besseren Start, auch weil Mengen den Gastgebern zunächst zu viel Platz ließ. Martin Schrode traf mit einem Freistoß das Außennetz (51.), ehe Mengen nach und nach wieder das Kommando übernahm. Das gipfelte nach 66 Minuten im dritten Mengener Treffer. Nach einem Pass in die Tiefe des Raumes erlief Klotz das Zuspiel, schien sich das Leder zunächst zu weit vorzulegen, spitzelte es aber am herauseilenden Spitzfaden vorbei ins Tor (66.). Altheim hatte dann auch noch das Pech, dass der ansonsten gut leitende Schiedsrichter Herrmann den Grün-Weißen nach einem Foul von Anton Hartock, am Samstag in ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld, an Jens Hahn, einen Elfmeter verweigerte (75.). Der wäre aber ohnehin nur Kosmetik gewesen. Der eingewechselte Maximilian Stumpp setzte nach einem Zuspiel von Max Schuler in die Spitze den Schlusspunkt - 0:4 (87.).

„Wir hätten die Chancen konsequenter nutzen müssen“, erklärte Miroslav Topalusic seine Lautstärke in einigen Phasen des Spiels. „Wir haben zu Beginn der zweiten Halbzeit zu viel Larifari gespielt. Ein Lob verdient unsere Defensive um die Innenverteidiger Daniel Wolfert und Max Schuler... und das sage ich nicht, weil Du gerade hier vorbeiläufst“, richtete er die Worte an Max Schuler, als dieser hinter Topalusics Rücken Richtung Bank kreuzte. Beide lachten. „Dass wir nach 21 Spielen 34 Punkte haben, hätte ich selbst nie gedacht, alles gut“, sagte Topalusic entwaffnend ehrlich. Sein Anflug schlechter Laune war verflogen.

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