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Vasile Daniel Balan (hinten) steigt hoch. Gegen Wangen braucht der TSV Bad Saulgau einen Höhenflug, um zu bestehen, sonst ist der Abstieg in die Landesliga eigentlich besiegelt. (Foto: Karl-Heinz Bodon)
Schwäbische Zeitung
Thomas Lehenherr

Zum letzten Heim- und drittletzten Saisonspiel empfängt der TSV Bad Saulgau am heutigen Samstag (18 Uhr, Kronried) in der Handball-Württembergliga die MTG Wangen. Vorletzter gegen Drittletzter. Die beiden Letzten der Tabelle steigen ab. Das Derby verspricht also, heiß zu werden. Beide Mannschaften werden alles geben, Bad Saulgau will die letzte Restchance auf den Klassenerhalt nutzen.

Denn: Für den TSV Bad Saulgau ist die Lage noch prekärer als für die MTG Wangen. Das ewig junge Duell zwischen Obverschwaben und Allgäu ist für die Oberschwaben die wohl letzte Chance, doch noch den den drohenden Abstieg abzuwenden. Wangen kann, bei einem Spiel weniger und zwei Punkten mehr auf der Habenseite, sich eigentlich sogar eine Niederlage leisten und wäre in diesem Fall mit Bad Saulgau punktgleich. Bei Punktegleichstand am Saisonende zählt der direkte Vergleich. Das Auswärtsspiel hat Bad Saulgau in der Vorrunde mit zwei Toren Differenz (25:27) verloren. Um wenigstens für den Moment an Wangen vorbeizuziehen, müsste also ein Sieg mit drei Toren Differenz her.

Doch der letzte Sieg gegen Wangen liegt schon viele Jahre zurück. Statistik hin oder her: Bad Saulgau muss gewinnen. Verliert die Mannschaft von Trainer Gabriel Senciuc, kann sie zwei Spieltage vor Saisonende fest für die Landesliga planen. Winzingen, Herbrechtingen/Bolheim und Hegensberg/Liebersbronn sind zwar theoretisch auch noch in Reichweite, doch ist dieses Trio um vier Punkte enteilt. Bad Saulgau könnte nur noch mit zwei Auswärtssiegen gleichziehen, wenn Winzingen, Herbrechtingen und/oder Hegensberg nicht mehr punkten.

Die MTG Wangen hat vor einigen Wochen gehandelt und angesichts der kritischen Situation Trainer Markus Rosenwirth entlassen. Für Rosenwirth sprang Ex-Spieler und Ex-Trainer Timo Feistle ein, zusammen mit Reinhard Geyer. Beide sollen Wangen vor dem drohenden Abstieg bewahren. Und: Die beiden haben schon einige Ausrufezeichen gesetzt. Nach dem Trainerwechsel und der Rückkehr des lange Zeit verletzten Ausnahmekönners und Regisseurs Aaron Mayer, dem wohl besten Spieler der gesamten Liga, scheint es bei der MTG wieder zu laufen: Ohne Mayer hatte die MTG kaum Punkte eingefahren, mit ihm siegte Wangen deutlich gegen Schlusslicht Albstadt und zuletzt auch in Laupheim mit 28:17. Seit dem Ende des Engagements von Markus Rosenwirth steht auch dessen Bruder, der reaktivierte Linksaußen und Ex-Torschützenkönig Stephan Rosenwirth nicht mehr im Kader.

Von Wangens Bilanz seit der Rückkehr von Feistle sollte sich Bad Saulgau nicht abschrecken lassen. Beim bis dato letzten Heimspiel zeigte Bad Saulgau eine engagierte Aufholjagd gegen den Aufstiegsaspiranten TSV Heiningen und rang diesem nach einem zwischenzeitlichen Neun-Tore-Rückstand sogar noch ein Unentschieden ab. Doch wie schon in der gesamten Saison folgte auf ein gutes Spiel ein schlechtes: In Langenau (25:33) am vergangenen Samstag spielte Bad Saulgau leidenschaftslos.

Engagiert präsentierte sich der TSV Bad Saulgau unter der Woche im Training. Das schürte die Hoffnung bei Mannschaft und Trainer. Mindestens zwei Leistungsträger jedoch werden Bad Saulgau am Samstag fehlen. Nelu Rosca ist noch rotgesperrt, für Linkshänder und Abwehrrecke Sebastian Luib ist die Saison nach einem Handwurzelbruch zu Ende. Der Rest scheint einsatzbereit, obgleich einige Akteure angeschlagen sind. „Wir haben uns auf den Gegner vorbereitet und gut trainiert. Jeder weiß, dass es unsere letzte Chance ist, in der Klasse zu bleiben. Ich habe den Eindruck, dass die Spieler sehr motiviert sind und alles daran setzen werden, zu gewinnen“, hofft Gabriel Senciuc. „Wir versuchen zu retten, was zu retten ist“, sagt der Trainer.

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