Krankenhäuser: Vier Prozent mehr in der Pflege

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 Das Krankenhaus Sigmaringen gehört zusammen mit den Krankenhäusern in Bad Saulgau und Pfullendorf zum SRH-Verbund.
Das Krankenhaus Sigmaringen gehört zusammen mit den Krankenhäusern in Bad Saulgau und Pfullendorf zum SRH-Verbund. (Foto: Anna-Lena Janisch)
Schwäbische Zeitung

Der Klinikverbund Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH) und die Gewerkschaft Verdi haben sich in den Tarifverhandlungen für Pflege und Therapie geeinigt. Danach sollen Löhne und Gehälter ab dem 1. Juli um vier Prozent, zum 1. Mai 2020 um weitere 3,2 Prozent steigen. Außerdem wurde eine Mindesterhöhung von 100 Euro und eine Einmalzahlung von 600 Euro vereinbart. Während der Verhandlungen zu dem Haustarifvertrag ist in den SRH Kliniken in Sigmaringen, Bad Saulgau und Pfullendorf in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach zu Aktionen und Kundgebungen an allen drei Standorten im Kreis gekommen.

In einer Pressemitteilung weist der Klinikverbund darauf hin, dass er als erster großer Klinikträger gleiche Stundenlöhne in den Tarifgebieten Ost und Westbezahle. Das Gesamtpaket umfasst zudem Zulagen von bis zu 150 Euro monatlich, besseren Ausgleich für Bereitschaftsdienste und unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

„Wir stellen uns als gemeinnütziges Stiftungsunternehmen der gesellschaftlichen Herausforderung, insbesondere die Pflege aufzuwerten. Und wir investieren in die Ausbildung junger Menschen, um Gesundheitsberufe noch attraktiver zu machen“, sagte der Geschäftsführer der SRH Kliniken, Werner Stalla.

Auszubildende erhalten rückwirkend zum 1. Januar 100 Euro mehr Lohn und zum 1. Januar 2020 eine weitere Erhöhung um 50 Euro. Wer eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege, Operationstechnischen oder Medizinischen Assistenz abschließt, wird garantiert in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Mit mehr als 500 Auszubildenden allein in der Pflege leistet die SRH bereits jetzt einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel in der Pflege in Deutschland.

In der Tarifauseinandersetzung verhandelt wurde ein sogenannter Haustarifvertrag. Im Gegensatz zum Flächentarifvertrag, bei dem in einem Verband zusammengeschlossene Arbeitgeber mit der Gewerkschaft verhandeln, sind beim Haustarifvertrag ein Unternehmen, das nicht an den Flächentarifvertrag gebunden ist, und die Gewerkschaft Verhandlungspartner. Die SRH-Kliniken im Kreis Sigmaringen unterliegen diesem Haustarifvertrag

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