Konstanz will Balingen ein Bein stellen

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Martin Strobel (HBW, re.) kann in Konstanz mit seiner Erfahrung der Schlüsselspieler zu Gunsten des HBW werden.
Martin Strobel (HBW, re.) kann in Konstanz mit seiner Erfahrung der Schlüsselspieler zu Gunsten des HBW werden. (Foto: Baur/Eibner-Presse)
Schwäbische Zeitung
Heinrich Müller und Andreas Joas

Nach der kurzen, nachösterlichen Länderspielpause setzt auch die 2. Handball-Bundesliga ihren Spielbetrieb fort. Nur noch neun Spieltage stehen auf dem Programm. Die Reise führt den HBW Balingen-Weilstetten am Samstag (20 Uhr, Schänzlehalle) zur abstiegsgefährdeten HSG Konstanz.

In der kürzesten Verbindung trennen die zwei südlichsten Klubs der 2. Handball-Bundesliga nur knapp 100 Kilometer. Im Vergleich mit dem Großteil der anderen Spielorte der Liga für Mannschaft und Fans geradezu ein Katzensprung. Zahlreiche Zuschauer aus der Zollernalb-Region werden sich am Samstagnachmittag auf den Weg an den Bodensee machen, um die Schwaben im südbadischen Konstanz zu unterstützen. Die Verantwortlichen der HSG sind seit einiger Zeit an den Vorbereitungen und werden in der Halle Zusatztribünen hinter den Toren aufbauen und direkt am Ufer des Seerheins mit Blick auf den See, eine „Fanmeile“ mit Grill-, Essens- und Getränkeständen einrichten.

„Das Derby war ein Thema“, sagt HBW-Coach Jens Bürkle. Auch auf der Alb herrscht Vorfreude. „Es ist ein Spiel, in dem es für beide Mannschaften um sehr viel geht. Für Konstanz allerdings noch mehr, als für uns.“ Bürkle sieht die Hausherren unter Zugzwang. Konstanz wiederum geht als Außenseiter ins Spiel, aber „wir werden alles für die zwei Punkte reinlegen - und werden mit unseren Fans im Rücken unsere Außenseiterchance bekommen“, macht HSG-Kreisläufer Chris Breitenreicher deutlich, dass es kein einfaches Spiel für den HBW geben wird.

„Konstanz wird in diesem Spiel ganz anders auftreten, als im Hinspiel“, sagt Bürkle. Er ist davon überzeugt, dass es für seine Mannschaft nicht so einfach wird, wie bei seinem Debüt Anfang November vergangenen Jahres in Balingen. Damals war bereits nach 20 Minuten die Entscheidung gefallen, die Fronten beim Stand von 11:4 geklärt. Doch in Konstanz tritt die HSG ganz anders auf als auswärts. Das bekam zuletzt der TV Emsdetten zu spüren. Der Tabellenneunte war ebenfalls als Favorit angereist und unterlag mit 22:34. Und: Emsdetten war nicht die erste Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte, die von der HSG böse gerupft wurde.

Und so gehen die Konstanzer nicht chancenlos ins erste Derby vor heimischer Kulisse seit 2004. Konstanz’ Trainer Daniel Eblen erwartet ein in emotionaler Hinsicht einfacheres Spiel als in der Hinrunde. „Aber das ist nicht alles. Wir müssen uns auch handballerisch auseinandersetzen – das wird eine große Aufgabe.“ Eblen sieht im HBW „ein hochtalentiertes Team“, das zudem über „große und erfahrene Spieler“ verfüge, wie den Kopf der Mannschaft, den 135-fachen deutschen Nationalspieler Martin Strobel, Europameister und Olympiadritter 2016. Aber auch der Ex-Hamburger Matthias Flohr, Deutscher Meister mit dem HSV und Champions-League-Sieger, ist als Allrounder eine feste Größe im Kader des HBW. „Und natürlich Gregor Thomann“, lächelt der HSG-Coach beim Gedanken an seinen Rechtsaußender vergangenen Saison, der aktuell mit 127 Treffern bester HBW-Schütze ist.

Eblen will, dass sich seine Mannschaft anders präsentiert als im November 2017. „Dieser Tag war einfach Mist, richtig komisch“, sagt der 43-Jährige. „Ich bin schon beim Reingehen in die Halle über ein Kabel gestolpert“, erzählt er, „und die Treppe hinuntergestürzt. Da dachte ich mir schon: Das kann was werden. Wir haben richtig schlecht gespielt. Dazu kam natürlich, dass Balingen nach dem Trainerwechsel richtig unter Druck stand und unbedingt etwas zeigen musste.“ Um mit dem HBW mitzuhalten, müsse die HSG am oberen Limit spielen. das sei „Grundvoraussetzung“., Geduld und ein wenig Glück erfordere das.

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