Klaus Burgers Kontrahent rechnet sich gute Chancen aus

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Mann im Anzug vor neutralem Hintergrund
Raphael Osmakowski-Miller rechnet sich bei der Nominierung am 20. März für die Landtagswahl gute Chancen gegen Klaus Burger aus. (Foto: Ingo Rack)
Schwäbische Zeitung

Der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Burger bekommt bei der parteiinternen Nominierung am 20. März im Bürgerhaus in Ennetach für die Landtagswahl 2021 einen Herausforderer: den 49-jährigen Raphael Osmakowski-Miller, Bürgermeister von Beuron und Zunftmeister der Dorauszunft Saulgau. SZ-Redakteur Dirk Thannheimer unterhielt sich mit dem Bad Saulgauer über seine Motivation für die Kandidatur.

Herr Osmakowski-Miller, war es Ihr eigener Antrieb oder gab es Motivation von außen, sich als Gegenkandidat von Klaus Burger nominieren zu lassen?

Ich wurde schon vor längerer Zeit von guten Freunden und verschiedenen Seiten aus der CDU gefragt und angesprochen, ob ich mir das nicht vorstellen könnte. Nach reichlicher Überlegung und nach Absprache mit meiner Familie habe ich mich dann dazu entschlossen. Ich will einfach, dass die CDU lebendiger wird und in der Partei mehr diskutiert wird. Die CDU sollte einen offenen Umgang untereinander pflegen.

Und wie waren die Reaktionen, nachdem die „Schwäbische Zeitung“ über Ihre Kandidatur berichtet hatte?

Ich habe viele Anrufe von Menschen erhalten, die es gut finden, dass es einen Mitbewerber gibt. Genauso gibt es Menschen, die mir das vielleicht nicht zutrauen.

Wieso nicht?

Ich war 19 Jahre alt, als ich beim TSV Bad Saulgau Volley-Abteilungsleiter wurde. Da wurde ich von vielen nicht ernst genommen. Elf Jahre später spielte die erste Mannschaft in der Bundesliga. Auch das Amt des Zunftmeisters hatten mir nur wenige zugetraut. Jetzt bin der Ansicht, dass sich die Dorauszunft seit 2007 sehr gut weiterentwickelt hat und weit über die Region hinaus bekannt ist.

Was reizt Sie daran, möglicherweise CDU-Landtagsabgeordneter zu werden?

Ich bin fest davon überzeugt, mit meiner Art etwas Positives für die Region zu bewegen. Es gehört zu meinem Naturell, für eine Sache, für die ich mich einsetze, nicht locker zu lassen. Das Handeln muss auf die Allgemeinheit ausgerichtet sein. Mich reizt daran, den Menschen zu dienen, für die man da ist.

Werden Sie denn einen Wahlkampf machen?

Bis Aschermittwoch bleibe ich völlig unpolitisch. Ich werde mich nur meiner Aufgabe als Zunftmeister widmen. Danach will ich Termine mit den Stadt- und Ortsverbänden vereinbaren. Ich werde mich auch mit einem Brief bei allen CDU-Mitgliedern vorstellen. Es werden also anstrengende Wochen bis zum 20. März.

Was steht in dem Brief drin, den die 1331 CDU-Mitglieder im Landkreis Sigmaringen lesen sollen?

Ich werde mich in dem Brief kurz vorstellen und meine Gründe für die Nominierung nennen. Ich werde schreiben, dass ich mich beherzt für den ländlichen Raum einsetzen will. Mir geht es vor allem darum, strukturelle Probleme wie den öffentlichen Nahverkehr oder den Ausbau des Glasfasernetzes zu lösen. Natürlich wird auch die innere Sicherheit eines meiner Themen sein. Um die örtlichen Problemstellungen aufnehmen zu können, sind die Gespräche mit den Stadt- und Ortsverbänden wichtig.

Sie sind im Juli 2019 zum zweiten Mal als ehrenamtlicher Bürgermeister von Beuron gewählt worden. Können Sie davon profitieren?

Ich denke schon, weil ich es auch in Beuron geschafft habe, einiges auf die Beine zu stellen. Als Bürgermeister habe ich gelernt, zuzuhören, gleichzeitig aber meine eigenen Idee zu verfolgen und umzusetzen. Insofern ist es ein großer Vorteil, sich mit unserer Kommunalpolitik auszukennen.

Angenommen, Sie werden nominiert und 2021 in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Würden Sie dann auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Beuron bleiben?

Jetzt warten wir erst einmal die Nominierung ab und danach sehen wir weiter. Das gilt auch für mein Amt als Zunftmeister der Dorauszunft. Das ist alles zu früh, um darauf eine seriöse Antwort zu geben.

Wie stehen Ihre Chancen in Prozenten?

Die Chancen sind reell.

Dann frage ich anders. Warum rechnen Sie sich Chancen gegen Klaus Burger aus?

Weil ich ein Mensch bin, der unerschrocken, nicht angepasst und unbequem ist. Ich kann meine Meinung vertreten, lasse aber auch eine andere zu, wenn die Argumente besser sind als meine. Ihr Kollege Michael Hescheler hat mich in seinem Text Artikel als Heißsporn bezeichnet. Und genau das ist meine Stärke. Denn nur ein Heißsporn kann für eine gute Sache brennen. Ich werde mich sicher nicht verbiegen.

Wie schlimm wäre es für Sie, nicht nominiert zu werden?

Dann dreht sich die Welt für mich normal weiter. Ich bleibe im Fall einer Niederlage weiterhin hauptberuflich Polizeibeamter, Bürgermeister von Beuron und Zunftmeister der Dorauszunft.

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