Klare Mehrheit für die Querung am bisherigen Bahnübergang

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 Nach dem Beschluss des Gemeinderats wachsen die Hoffnungen, dass die Querung der Bahn für Radfahrer und Fußgänger in Bad Saulga
Nach dem Beschluss des Gemeinderats wachsen die Hoffnungen, dass die Querung der Bahn für Radfahrer und Fußgänger in Bad Saulgau nun bald kommt. (Foto: Daniel Karmann, dpa)
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Das Ende einer fast unendlichen Geschichte: Die seit sieben Jahren diskutierte Bahnquerung für Fußgänger und Radfahrer im südlichen Teil der Stadt wird nun unmittelbar am jetzigen Bahnübergang geplant. Der Gemeinderat gab am Donnerstag mehrheitlich grünes Licht für weitere Planungsschritte. Weiterhin unklar bleibt die Finanzierung der Baukosten in Höhe von geschätzten 2,7 Millionen Euro.

Einen „Brüxit“ - also einen Ausstieg auf den Planungen für eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer – wollte Bürgermeisterin Doris Schröter auf jeden Fall vermeiden. Denn diese Verbindung zwischen östlichem und westlichem Teil der Stadt in diesem Bereich hält sie notwendig. Und ein Ende ist in Sicht. „Nach sieben Jahren und der 14. Variante, sind wir jetzt so weit, dass wir eine Entscheidung treffen können.“

Die von Manfred Gebhart und Pascal Friedrich vom Stadtbauamt vorgestellte Variante sieht eine Zufahrt über eine Rampe hufeisenförmig von der Karlstraße und von der Josef-Bautz-Straße vor. Über Treppen kann die Querung aus Richtung Breitenlohweg und Altshauser Straße erreicht werden. Helga Brey (SPD) sah in dem Entwurf eine „sehr gute Lösung, um die östlichen und westlichen Teile der Stadt miteinander zu verbinden“. Josef Beschauer (Freie Wähler) nannte den Entwurf einen „Kompromiss“.

Der Standort sei ausreichend zentral und von der Konstruktion machbar, weil an dieser Stelle nur zwei Gleise zu überspannen seien. Auch Wolfgang Lohmiller (Grüne) nannte die jetzige Variante sinnvoller als die früheren. Auf Nachfrage bestätigte die Verwaltung, dass eine mögliche künftige Elektrifizierung der Bahnstrecke auch unter der Bahnquerung möglich sei.

Uneinheitlich war das Bild in der CDU-Fraktion. Klaus Nerlich war der Standort zu zentral und für „nahezu drei Millionen Euro“ zu teuer. Thomas Zimmerer wollte die Brücke lieber in ein Gesamtkonzept auch für den Autoverkehr einbinden. Regine Reisch, ebenfalls CDU, dagegen sagte: „Die Querung ist notwendig und sie wird frequentiert sein, davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Der Gemeinderat vergab den Auftrag für die weitere Projektarbeit mit dem beauftragten Büro Schütz Ingenieure in Kempten bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung.

Gespräche zur Finanzierung

Ungeklärt ist nach wie vor die Finanzierung. 2,7 Millionen Euro soll die Brücke kosten, die Projektpartner Bahn und Bund haben bislang 1,35 Millionen Euro zugesagt. Gespräche über eine höhere Beteiligung sollen nun geführt werden. „Da drücken Sie uns bitte die Daumen“, sagte Bürgermeisterin Doris Schröter. Die Bahn hat ein Interesse an dem Projekt, weil sie den Bahnübergang an dieser Stelle schließen möchte.

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