Kaffeetassen aus Ghana und Tee aus Vietnam für eine gerechtere Welt

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 Im Rahmen der Carrot-Mob-Aktion haben acht Klassen der Helene-Weber-Schule nacheinander den Weltladen besucht und viel Wissensw
Im Rahmen der Carrot-Mob-Aktion haben acht Klassen der Helene-Weber-Schule nacheinander den Weltladen besucht und viel Wissenswertes über den Fairen Handel erfahren (Foto: Anita Metzler-Mikuteit)
Anita Metzler-Mikuteit

Im Rahmen der Fairen Woche hat die Helene-Weber-Schule im Weltladen Asante eine Carrotmob-Aktion organisiert. 140 Schüler der Schule informierten sich über die Zusammenhänge rund um den Fairen Handel und setzten damit ein Zeichen – Nicht nur für mehr Klimaschutz, sondern auch für eine gerechtere Welt.

Der Name Carrotmob klingt zunächst fremd, leitet sich aber schlicht von dem Bild ab, dass einem Esel eine Karotte vor die Nase gehalten wird, um ihn mit dieser Leckerei in eine bestimmte Richtung bewegen zu können. Die Richtung ist in diesem Zusammenhang klar definiert: Es geht darum, im öffentlichen Raum auf den Klimaschutz und entsprechend notwendige Maßnahmen aufmerksam zu machen.

Die Organisatoren an der Helene-Weber-Schule haben sich für diese Aktion den Weltladen ausgesucht, weil sich auf diese Weise die Themen Klimawandel und Fairer Handel ganz praktisch miteinander verbinden lassen. Die Schüler, die sich an diesem Tag im Klassenverbund mit ihren Lehrern auf den Weg zum Weltladen machen, bekommen Einblicke in den Fairen Handel und erfahren, wie der ökologische Fußabdruck errechnet wird. Klar wird, dass bei dieser Form des Warenhandels auf Kinderarbeit verzichtet wird.

Die Ladeninhaber Ilse und Engelbert Wurmser stellen den Schülergruppen fair gehandelte Produkte vor, wie etwa handbemalte Kaffeebecher oder Schmuck aus Ghana, der aus recyceltem Altglas hergestellt wird. Der Verkauf dieser Waren stellt für die Menschen vor Ort eine wesentliche Einnahmequelle dar. Die Jugendlichen erfahren, wie in Afrika produzierte Schokolade Arbeitsplätze schafft und das lokale Einkommen vervielfacht.

Eine gute Sache

„Der Faire Handel ist eine gute Sache“, sind sich die Schüler vor dem reich gefüllten Kaffeeregal einig. Marcel kauft grünen Jasmintee aus Vietnam und Kaffeebohnen – und findet es „super“, dass die Wertschöpfung im Ursprungsland bleibt. Said hat sich für Kokosöl entschieden, das den Erzeugern ebenfalls ein stabiles Einkommen gewährleistet. Nebenbei können Schüler und Lehrer Kokos- und Bananenkuchen, Quinoa-Mozzarella-Spieße und andere Leckereien kosten.

Was und wie viel brauche ich wirklich, um ein gutes Leben führen zu können? Um diese und andere Fragen geht es im Kurzfilm „Herr Meier und der ökologische Fußabdruck“. Die Jugendlichen nutzen die Aktion, um im Weltladen einzukaufen. Das gehört zum Konzept des Aktionstages. Verknüpft mit der Forderung, dass die Ladeninhaber einen Teil der Tageseinnahmen in klimaschonende Maßnahmen investieren. „Wir werden 25 Prozent des Tagesumsatzes in klimafreundliche Beleuchtung investieren“, so Ilse Wurmser, die sich über das große Interesse der jungen Generation freut. „Das spürt man Kraft für positive Veränderung, die müssen wir einfach gemeinsam gestalten, statt in Hoffnungslosigkeit zu verfallen“, freut sich die Geschäftsfrau.

Das sehen auch Markus Barg-Rothmund und Gudrun Egerer so. Die Lehrer an der Helene-Weber-Schule haben die Aktion federführend organisiert – und haben, gemeinsam mit Kollegen noch viel mehr Ideen. Das Thema Nachhaltigkeit soll ein Schwerpunktthema im aktuellen Schuljahr sein. Da geht es dann etwa um Müllvermeidung, nachhaltige Ernährung oder die UN-Nachhaltigkeitsziele. Die Schule hat eine begehbare Weltkarte angeschafft, um die globalen Zusammenhänge transparent zu machen. „Und dazu gehört auch der Faire Handel“, sagt Markus Barg-Rothmund, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Bildungseinrichtung.

Der Lehrer verrät schon mal, dass es im November an der Schule eine Fridays-for-Future-Aktion geben wird. Die VAB-Klasse (Vorqualifizierung Arbeit und Beruf) und das Berufskolleg mit Schwerpunkt Ernährung und Hauswirtschaft hat sich an diesem Tag mit fair gehandelter Mangosoße und Schokolade eingedeckt und wird daraus in den nächsten Tagen im Unterricht leckere Desserts zubereiten.

„Wir werden uns auch weiterhin mit unseren Schülern mit diesem Themenkomplex intensiv auseinandersetzen“, so die Lehrerinnen Gudrun Egerer und Inge Fink-Spöri. Zudem werden im Berufskolleg Pflege in mehreren Schülerteams wissenschaftliche Arbeiten zu den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung erarbeitet.

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