Joachim Riebsamen reicht nach 15 Jahren den Dirigentenstab weiter

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 Emotional: Die Wolfartsweiler Musikanten verabschieden Joachim Riebsamen nach 15 Jahren als Dirigent.
Emotional: Die Wolfartsweiler Musikanten verabschieden Joachim Riebsamen nach 15 Jahren als Dirigent. (Foto: Fotos: Eugen Kienzler)
Eugen Kienzler

„Es war eine schöne, mit vielen positiven Erfahrungen gespickte Zeit, die ich so jederzeit wieder machen würde“, war das zufriedene Fazit nach 15 Jahren Dirigententätigkeit von Joachim Riebsamen am Ende des überaus gelungenen Abschiedskonzerts am vergangenen Samstagabend. Dass dies auch die Wolfartsweiler Musiker so erlebten, bewiesen die kleinen und großen Gesten, die den sonst so souveränen Mann am Dirigentenpult auch emotional berührten.

Der herbstlich-festlich geschmückte Bürgersaal im Schützenhaus konnte die Besucher kaum fassen, die Joachim Riebsamen ihre Referenz erwiesen – darunter neben einer großen Zahl an Ehrengästen und Vertretern anderer Musikvereine als Überraschungsgäste eine Abordnung aus dem hohen Norden, der Partnerkapelle aus Ovelgönne. Den musikalischen Reigen eröffnete der Nachwuchs, die Jungmusikanten der Wolfartsweiler Musikanten unter der Leitung von Stephan Kinzinger mit der Ballade „Irish Dream“. Melodisch und hochkonzentriert zeichneten sie mit sanften und verträumten Melodien dabei die irische ursprüngliche Landschaft nach. Ganz anders dann beim „Monster-Rock“, wo sie mit düsteren Moll-Harmonien, passend zu Halloween ins Land der Gruselmonster entführten.

Für den verdienten Beifall gab es dann noch die rockige, temporeiche Version des Nr.1-Hits „Party Rock Anthem“ als Zugabe.

Das Moderatorenduo Lisa Meßmer und Tobias Feyrer, das humorvoll – so manche Anekdote verratend – und kurzweilig durch den Abend führte, kündete Joachim Riebsamen und seine Musiker an. „Euphoria“ stammt aus dem Griechischen und bezeichnet ein Gefühl des Wohlbefindens und der Lebensfreude. Genau dies gelang dem 37-köpfigen Orchester beim Auftakt mit der Scharnagl-Komposition, dem Jubiläumsmarsch „Euphoria“. Raumfüllend und beschwingt war die Eröffnung, fließend die ruhigen Passagen mit den Einwürfen der Bleche, das lockende Spiel der Hölzer sprühte vor Freude und Euphorie. „The Lion King – Broadway Selections“ ist eine reizvolle Zusammenstellung der schönsten Titel des von Elton John komponierten Musicals, aber auch eine rhythmische Herausforderung, die die Truppe um Joachim Riebsamen bravourös meisterte. Besonders gelungen, das ausdrucksstarke und ruhig fließende „Can You Feel The Love Tonight“. Erinnerungen an seine ersten Auftritte als Dirigent gab es bei der „Sobulanka Polka“, mit der er 2005 beim Zeltfest in Hochberg sein Debüt gab und dem „Rosenstrauß-Walzer“ von Peter Fihn.

Gute Repräsentanten für den Ort

Das Grußwort von Ortsvorsteher Eugen Störk, der die 15 Jahre Dirigententätigkeit von Joachim Riebsamen würdigte und die Wolfartsweiler Musikanten als gute Repräsentanten des Ortes bezeichnete, leitete zum zweiten Konzertteil über. Von kräftigen Fanfarenstößen eingeleitet, eröffneten die Musiker den festlichen Marsch „Salomonia“, den Kurt Gäble ursprünglich für das Schlossfest in Salem komponiert hatte, der beschwingt leicht und abwechslungsreich und dank dem sonoren und melodischen Mittelteil zum Zurücklehnen und Genießen einlud.

Dem stand das Saxophone-Quartett beim „Singing Sax“ im Stile alter Big-Band Tradition nicht nach. Weiche Klänge mit schönen Melodienbögen kamen den singenden Saxofone nahe und zauberten einen musikalischen Farbtupfer. Die ruhige, fast schon sinfonische Polka „Zeitlos“ von Martin Scharnagl mit ihren lyrischen und einfühlsamen Melodien, die alle Register einbezogen, war mit ein Hinhörer des Abends und läutete den Abschluss dieses kurzweiligen Konzertabends ein. Damit war auch der Moment des Verabschiedens von Joachim Riebsamen als Dirigent gekommen. Der Vorsitzende Thomas Riebsamen dankte seinem Bruder und begrüßte ihn gleichzeitig wieder als Posaunist in den Reihen der Musiker. Als Dank für seine Arbeit gab es als schwergewichtiges Geschenk die von der vereinseigenen „Edel-Geschenke-Manufaktur“ hergestellte Outdoorküche für den begeisterten Grillmeister und Blumen für seine Ehefrau Martina.

Dies war auch die Zeit, das Geheimnis zu lüften, wer Nachfolger wird. Es ist aus den eigenen Reihen Stephan Kinzinger, der die Wolfartsweiler Musikanten als musikalischer Leiter führen wird. Stephan Kinzinger ist der neue Dirigent der „Wolfartsweiler Musikanten“. Er kommt aus Göffingen am Bussen und ist seit sechs Jahren bei den Wolfartsweiler Musikanten als erster Trompeter und seit vier Jahren der musikalische Leiter der Jungmusikanten engagiert.

Zum Abschluss gab es dann noch das zum Anlass bestens passende „An Tagen wie diesen“, dem Hit der Toten Hosen. Der begeisterte und dankbare Schlussbeifall galt nicht nur dem scheidenden Dirigenten, sondern auch den Musikerinnen und Musikern für einen ansprechenden, kurzweiligen Konzertabend. Diese revanchierten sich mit dem neuen Gassenhauer der Blasmusik, dem „Kaiserin-Sissi-Marsch“ von Timo Dellweg.

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