Internet-Wunder bis Ende des Jahres geschafft

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Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Für 13 Ortschaften in Bad Saulgau sowie in der Gemeinde Boms steht das Zeitalter des schnellen Internets unmittelbar bevor. Die Franz und Regine Frauenhoffer-Stiftung hat im Schulterschluss mit der Stadt und mit engagierten Initiativen vor Ort das schier Unglaubliche geschafft. Mit fast 350 000 Euro an Spendengeldern wird das schnelle DSL–Internet für diese Ortschaften voraussichtlich bis zum Ende des Jahres 2012 Wirklichkeit. Einige Ortschaften bekommen den Anschluss schneller als geplant: In Steinbronnen ist es in zirka vier Wochen so weit, die Internet-Nutzer in Bierstetten, Haid und Wilfertsweiler können ihr Internet in etwa acht Wochen aufrüsten.

„Ich habe gedacht, jetzt versuchen wir es einfach“, sagt Werner Merkle aus Renhardsweiler. Der Chef eines Betonwerks in der Bad Saulgauer Ortschaft wollte nicht so recht daran glauben, dass die 380 000 Euro zusammenkommen. Trotzdem sammelte er Spenden für die örtliche DSL-Initiative. Die Summe verlangte die Telekom in einem Angebot an die Frauenhoffer-Stiftung dafür, dass die Orte und die Gemeinde Boms mit dem schnellen Internet versorgt werden.

Merkle lag mit seiner Skepsis nicht ganz daneben. Es kamen 30 000 Euro weniger an Spenden herein als geplant und doch beachtliche 350000 Euro, 150000 Euro davon spendierte die Bürgerstiftung Bad Saulgau. Franz Frauenhoffer wagte den Start des Projektes trotzdem. „Ich bin mit der Frauenhofer-Stiftung ins Risiko gegangen“, sagt der Stiftungsvorsitzende. Mit schriftlichen Spendenzusagen in der Tasche schloss er für die Ortsteile Verträge mit der Telekom ab. Die fehlenden 30000 Euro will er bei den Tiefbauarbeiten sparen. Frauenhoffer: „Die machen wir selber. Wir bekommen das günstiger hin.“ Schwerpunkt der Tiefbauarbeiten ist der Bereich Hochberg, Luditsweiler und Lampertsweiler. Die Stadt Bad Saulgau unterstützt die Stiftung und übernimmt Arbeiten für Planung und Ausschreibung. „Momentan läuft die Ausschreibung“, so Frauenhoffer. Die Hochberger Ortsvorsteherin Andrea Schneider freut sich, dass ihr Teilort trotz der aufwändigeren Bauarbeiten bis Ende des Jahres mit schnellem Internet versorgt sein wird. „Wir werden den Rückstand zu den anderen jetzt im Sommer aufholen und im Herbst gleichziehen“, sagt sie im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Sie ist begeistert von der Spendenbereitschaft in ihrem Ort über Generationengrenzen hinweg. Selbst ältere Hochberger hätten gespendet. Die Enkel sollten mit dem schnellen Internet versorgt sein. In Hochberg wie in den anderen Ortschaften gingen Engagierte der DSL-Initiativen von Haus zu Haus und sammelten Spendenzusagen.

„In der Regel wird das Internet 20-mal schneller sein als heute“, verspricht Frauenhoffer. Je nach Lage des Grundstücks sind noch höhere Geschwindigkeiten möglich. Nach dem Anschluss von Friedberg im Jahr 2008, dem von Bolstern und Wolfartsweiler im Jahr 2011 ist dies die dritte Stufe bei der Verbesserung der DSL-Versorgung in Bad Saulgau. Und die vierte Stufe ist schon in Planung. Frauenhoffer: „Ich habe von der Telekom konkrete Angebote für Bondorf und Braunenweiler“. Und auch die Kernstadt bleibt im Blick: vor allem die Gewerbegebiete sollen ein beschleunigtes Internet bekommen.

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