In Sießen legt die CDU im Bericht über 80 Prozent nochmals zu

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Die Forschungsgruppe Wahlen war für die Prognose des ZDF im Wahllokal der Berta Hummel-Schule vor Ort. (Foto: Rudi Multer)
Schwäbische Zeitung
stellv. Redaktionsleiter

Wie 2009, so war es auch 2013: Das beste Ergebnis fuhr die CDU in Bad Saulgau im Wahlbezirk Haid, Sießen ein, zu dem das Kloster Sießen gehört. Mit 81,8 Prozent gab dort abermals ein Traumergebnis, das sogar noch über dem Ergebnis von 2009 mit 80,4 Prozent lag.

Grundsätzlich ist in den Bad Saulgauer Ortschaften im Vergleich zu den Wahlbezirken in der Kernstadt die Wahlbeteiligung höher, der Stimmenanteil der CDU liegt in der Regel ebenfalls über den Prozentzahlen in der Kernstadt.

Der Spitzenreiter bei der Wahlbeteiligung ist gleichzeitig CDU-Hochburg. 85,71 Prozent der Wähler gingen in Haid, Sießen zur Wahl, nur ganz wenige blieben dort am Sonntag den Wahllokalen fern. In anderen Ortschaften ist die Wahlbereitschaft ähnlich hoch: In Wolfartsweiler (84,9 Prozent), in Bolstern (84,6 Prozent) und Großtissen (80,21 Prozent) liegt die Wahlbeteiligung über 80 Prozent. Die niedrigste unter den hohen Wahlbeteiligungen in den Ortschaften weist Hochberg (73,0 Prozent) auf. Allerdings: Der niedrigste Wert in den Ortschaften liegt immer noch über der durchschnittlichen Wahlbeteiligung in Bad Saulgau (71,5 Prozent).

Anders stellt sich die Wahlbeteiligung in der Kernstadt dar. Die meisten gingen im Beruflichen Schulzentrum zur Wahl (74,03 Prozent), gefolgt vom Wahllokal im Kindergarten St. Elisabeth (67,8 Prozent) Die niedrigste Wahlbeteiligung weist mit 54,2 Prozent das Wahllokal Berta Hummel-Schule auf.

Vor allem auf den Ortschaften hatten die Christdemokraten ihre höchsten Wahlanteile. Neben dem Spitzenreiter Haid, Sießen gibt es weitere deutliche CDU-Siege in Wolfartsweiler (73,2 Prozent), in Großtissen (71 Prozent), in Moosheim (69,3 Prozent), Fulgenstadt (66,8 Prozent). In Hochberg erreichten die Christdemokraten mit 53,7 Prozent ihr niedrigstes Spitzenergebnis in den Ortschaften. Auch das liegt allerdings weit über den Ergebnissen in der Kernstadt. In der Berufsschule erzielte die CDU mit 51,1 Prozent ihr bestes Kernstadt-Ergebnis. Einen Wert von unter 50 Prozent, aber eine satte Mehrheit, erzielten die Christdemokraten in drei von sechs Bezirken. Mit 47,4 Prozent erreichte die CDU im Wahllokal im Kindergarten Don Bosco den niedrigsten Wert. Allerdings ist auch dieser Wert gegenüber der vergangenen Bundestagswahl verbunden mit einem Plus von über elf Prozent.

So stark der Zuwachs der CDU, so extrem die Verluste der FDP . Das Zusammenspiel zwischen der Erosion des FDP-Anteils und Zugewinnen der CDU lässt sich am deutlichsten in den Ortschaften erkennen. Hier verloren die Liberalen mehr Stimmenanteile als in der Kernstadt. Besonders bitter für die FDP dürfte das Beispiel Moosheim sein. Nach einem Spitzenergebnis mit 21,7 Prozent im Jahr 2009 kam die FDP am Sonntag hier nur auf 3,1 Prozent, ein Absturz von 18,6 Prozent. Dafür erhöhte die CDU ihren Stimmenanteil in Moosheim von 50 auf 69,3, plus 19,3 Prozent. Vom Spitzenergebnis in Lampertsweiler von 23,4 Prozent im Jahr 2009 blieb den Freien Demokraten mit 6,4 Prozent allenfalls der Trost, dass es sich hier um eines ihrer besseren Ergebnisse in den Ortschaften handelt. Im Vergleich dazu blieb die FDP in der Kernstadt stabiler über fünf Prozent. Mit 8,7 Prozent erreichte die FDP im Wahllokal Berufsschule ihr bestes Ergebnis in der Stadt, allerdings ebenfalls verbunden mit einem Absturz von 24 Prozent.

Traditionell schwach ist die SPD auf den Ortschaften. Hinter den Grünen liegen die Sozialdemokraten in Haid, Sießen (4,2 Prozent) und in Haid, Bogenweiler (7,6 Prozent). Noch relativ stark sind die Sozialdemokraten in Bolstern (19,25 Prozent). Ihr bestes Ergebnis in der Stadt erreichen die Sozialdemokraten im Kindergarten Don Bosco (26,6 Prozent). Das schlechteste Kernstadt-Ergebnis fuhren sie in der Berufsschule ein (17,9 Prozent).

Während sich bei den anderen Parteien ein Stadt-Land-Gefälle erkennen lässt, ist das bei den Grünen nicht der Fall. Sie erreichten ihr bestes Stadtergebnis in Großtissen (9,38 Prozent), allerdings auch ihr schlechtestes Ergebnis in einem Landbezirk, 3,0 Prozent in Wolfartsweiler . Gut liegen die Grünen auch in Bierstetten mit 9,1 Prozent. In der Kernstadt lagen die Grünen im Bereich zwischen 9,2 Prozent (Berufsschulzentrum) und 7,1 Prozent (Junges Kunsthaus).

Die Partei die Linke wiederum ist in der Kernstadt stärker als auf dem Land. Mit 6,85 Prozent erreichten sie ihr Spitzenergebnis im Wahlraum Kindergarten Don Bosco . Kaum Wähler der Partei gibt es in Haid, Sießen . Ganze drei Stimmen oder 1,6 Prozent entfiel auf die linke Partei.

Die Alternative für Deutschland (AfD) erreicht ihr bestes Ergebnis in Bierstetten mit 8,0 Prozent, ihr schlechtestes mit 1,8 Prozent in Großtissen mit 1,79 Prozent. Ihr Spitzenergebnis in der Kernstadt erreichte die AfD im Kindergarten St. Elisabeth mit 4,9 Prozent.

Eine Wahl der besonderen Art führte die Realschule durch. Die Neuntklässler der Schule nahmen an der überörtlichen Juniorwahl teil. Die Schüler durften per Computer einen Stimmzettel wie zur Bundestagswahl online ausfüllen. Das Landesergebnis aller teilnehmenden Schulen kann unter www.juniorwahl.de angeschaut werden. In der Realschule erreicht Kandidat Thomas Bareiß mit 52,2 Prozent ebenfalls den Spitzenplatz, bei den Zweitstimmen bleibt die CDU stärkste Partei, allerdings nur mit 32,6 Prozent. Zur drittstärksten politischen Kraft bei den Schülern wurden aber hinter der SPD die Piraten mit 20,6 Prozent. Die Grünen landeten bei den Zweitstimmen mit 5,7 Prozent nur knapp vor der NPD (4,9 Prozent).

Die Berta Hummel-Schule war bei der Wahlprognose des ZDF mit dabei. Ein Team der Forschungsgruppe Wahlen hatte vor dem Wahllokal in der Grundschule die Aufgabe, jeden vierten Wähler abzufangen. Er musste nach er Wahl einen weiteren Wahlzettel für die ganz frühe Prognose im Zweiten Deutschen Fernsehen abgeben. Darauf gab er nicht nur seine Wahl an, sondern auch sein Alter und Angaben darüber machen, was er bei der letzten Bundestagswahl gewählt hat. Damit kann der Sender Wählerwanderungen nachvollziehn. Das ZDF-Team war mit den Wähler zufrieden: „Es gab kaum Verweigerer“, sagten die beiden Interviewer.

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