Hohentengen holt den Hallen-Pott

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 Die beiden Siegermannschaften des SV Hohentengen (Männer) und des SC Blönried (Frauen) mit Ennetachs Ortsvorsteher Wolfgang Ebe
Die beiden Siegermannschaften des SV Hohentengen (Männer) und des SC Blönried (Frauen) mit Ennetachs Ortsvorsteher Wolfgang Eberhart (hinten, M.,), Mengens Bürgermeister Stefan Bubeck (hinten, rechts.) und Joachim Gäbele, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins SV Ennetach (hinten, 3.v.re.). (Foto: Fotos: Karl-Heinz Bodon)
Sportredakteur

Der SV Hohentengen hat - auf den ersten Blick etwas überraschend - die Hallenfußballkreismeisterschaft gewonnen. Im Finale besiegte der Bezirksligist am Sonntag in Mengen (Ausrichter: SV Ennetach) den Landesligisten Ostrach mit 3:1 nach Neunmeterschießen. Nach der regulären Spielzeit hatte es 0:0 geheißen, nach fünfminütiger Zugabe 1:1. Ostrach verlor damit erstmals überhaupt ein Finale einer Hallenkreismeisterschaft. Der Titel bei den Frauen ging an die Gäste aus dem Kreis Ravensburg, den SC Blönried.

Auf den zweiten Blick war der Titel des SV Hohentengen aber durchaus verdient. Bereits am Freitag hatte die Mannschaft aus der Göge dem FC Mengen in der Vorrunde Paroli geboten und sich erst durch ein spätes Tor von Maximilian Stumpp geschlagen geben müssen (die SZ berichtet). Und auch am Sonntag präsentierten sich die Gögekicker in starker Verfassung, mussten sich in der Zwischenrunde nur knapp dem FC Ostrach geschlagen geben, ehe die Siegesserie der von Co-Trainer Andreas Remensperger (er vertrat Cheftrainer Jürgen Michel) betreuten Mannschaft begann. Im entscheidenden Match um den Einzug ins Halbfinale, im letzten Gruppenspiel der Zwischenrunde, besiegten die Hohentengener zunächst die Sportfreunde Hundersingen mit 4:0, watschten im Halbfinale den FC Mengen mit 1:0 ab, dank eines Treffers von Kai Remensperger.

Im Finale boten der SV Hohentengen und der FC Ostrach einen echten Krimi. Die Ostracher hatten sich in der Vorschlussrunde gegen die eigene zweite Mannschaft deutlich durchgesetzt und schickten sich an, sich mit fünf Titeln zum Rekordchampion aufzuschwingen. Doch daraus wurde nichts. Patrick Leichtle, während der Turniertage in Mengen ein wahrer „Hexer“ im Kasten des SV Hohentengen, vernagelte das Tor und wurde völlig zurecht zum besten Torhüter des Turniers gewählt. Seine Vorderleute um Ex-Oberligaspieler Fabian Beckert, Manuel Sommer, Kai Remensperger und Jamie Lutz setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche und besaßen insgesamt vielleicht sogar die besseren Chancen.

Thomas Löffler trifft zur Führung

Einen ersten Aufreger gab es, als Thomas Löffler aus der Sicht des Schiedsrichters einen Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand klärte. Der fällige Freistoß brachte nichts ein. Die nächste Chance für Hohentengen besaß Beckert aus vollem Lauf, auf der Gegenseite rettete Leichtle gegen Gugglielmo und FCO-Torwart Thomas Löffler, der sich - um eine Überzahl zu erzielen - immer wieder ins Angriffsspiel seiner Mannschaft einschaltete. Trotzdem fand Ostrach einfach nicht die Anspielstationen in der Spitze wie noch im Halbfinale gegen die eigene zweite Mannschaft oder in den Vorrunden- und Zwischenrundenspielen. Auch weil Hohentengen mit Spielern wie Dominik Kramer, Michael Rist oder Martin Löffler die Räume gut zustellte. Kurz vor der Schlusssirene rettete Löffler gegen Beckert, der aus der Drehung abgezogen hatte, dann vergab Gipson die letzte Chance der regulären zwölf Minuten, als Leichtle ihm mutig entgegen stürzte.

In der Verlängerung zeigte dann ausgerechnet Ostrachs Thomas Löffler seinen Vorderleuten wie man Tore erzielt. Geht es nicht mit Kombinationen, geht es mit Gewalt. Mit einem wuchtigen Schuss bezwang er Patrick Leichtle. Fast schien es so, als sollte dies die Entscheidung sein, doch knapp 15 Sekunden vor Schluss nutzte Kai Remensperger einen Lattenabpraller per Kopf aus kurzer Distanz zum Ausgleich. Im Neunmeterschießen vergaben die Routiniers Gipson und Hornstein für den FCO, als sie die Kugel über den Kasten jagten, während zunächst Sommer und dann Remensperger die entscheidenden Neunmeter verwandelten.

Remensperger gleicht aus

Und so feierten die Hohentengener ausgelassen ihren Titel „Derbysieger, Derbysieger“, stimmten sie an. Kein Wunder nach den Siegen gegen Hundersingen, den FC Mengen und den FC Ostrach. So ein Titel gebe natürlich immer ein gutes Gefühl. Und natürlich ist das schön“, meinte auch Manuel Sommer, der von der Turnierleitung zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, das aber fast ein bisschen herunterspielte. „Ja, es lief ganz gut, vor allem im Finale. Aber vielleicht war die Wahl von Patrick Leichtle zum besten Torhüter des Turniers noch ein bisschen eindeutiger und verdienter“, meinte Sommer. „Ich denke, unser Sieg war verdient“, meinte auch Co-Trainer Andreas Remensperger. „Und natürlich kann man sich mit so einer guten Leistung in der Halle auch ein bisschen Selbstvertrauen holen.“ Denn draußen will der SV Hohentengen an die Leistung anknüpfen. Am 29. Januar steigt die Mannschaft in die Vorbereitung auf die Restrunde ein.

Das Finale der Frauen bestritten die beiden Gastmannschaften aus dem Kreis Ravensburg, der SC Blönried und die FG Wilhelmsdorf/Riedhausen/Zussdorf. Zwar hatten die Wilhelmsdorferinnen mit Leonie Bilgen die beste Spielerin und beste Torschützin des Turniers, doch das Kollektiv gab am Ende den Ausschlag zu Gunsten des SC Blönried, der die Wilhelmsdorferinnen mit 4:3 in der Verlängerung des Finals besiegte. Das entscheidende Tor fiel etwas kurios: Nicole Metzler fasste sich ein Herz aus der Distanz und der Ball senkte sich über Wilhemsdorfs Torfrau ins Netz.

„Das ist ein sehr schönes Turnier hier, sehr gut organsiert und die Mädchen sind immer ganz heiß drauf, hier zu spielen“, sagte Blönrieds Trainer und Ehemann der Siegtorschützin Christoph Metzler. „Natürlich gibt uns das auch für draußen Selbstvertrauen. Wir starten am 6. Februar in die Vorbereitung“, sagte Metzler.

Auch David Haubner aus der Turnierleitung war mit den drei Tagen in Mengen eigentlich vollauf zufrieden. „Das Positive ist, dass sich niemand verletzt hat. Schade war aus meiner Sicht nur, dass die Vereine aus dem südbadischen Kreisteil nicht teilgenommen haben. Und auch sonst haben sich einige Vereine stark bitten lassen. Obwohl wir den Termin bereits bei den Staffeltagen im Sommer verkündet haben - wir haben eigens alle Staffeltage besucht - mussten wir einigen Vereinen immer wieder hinterhertelefonieren“, sagte Haubner.

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