Hitze macht den Kleintieren zu schaffen

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Cindy Birkhofer (links) und ihre Halbschwester Jasmin Göswein gehören zu den Besuchern des Krautlandfests.
Cindy Birkhofer (links) und ihre Halbschwester Jasmin Göswein gehören zu den Besuchern des Krautlandfests. (Foto: Katrin Liedtke)
Katrin Liedtke

Der Kleintierzuchtverein Bad Saulgau hat am vergangenen Sonntag sein Krautlandfest gefeiert. Dazu kamen mehr als 100 Besucher im Vereinsheim im Glockeneichweg zusammen.

„Hasenheim“ nennen sie ihr schmuckes Vereinsheim inmitten der Krautländer liebevoll. Rund 70 Mitglieder zählt der Verein Z 142, doch nicht alle sind selbst Züchter. Das Z bezeichnet dabei die Zugehörigkeit zum Landesverband Württemberg und Hohenzollern, die 142 zeigt, dass es sich um einen der älteren Vereine handelt. Die Vereinsgeschichte reiche zurück bis ins Jahr 1904, sagt Vorsitzender Gebhard Schmid nicht ohne gewissen Stolz.

Das Sommerfest begann mit einem Frühschoppen, musikalisch untermalt vom Duo Andi und Nici, das bereits im vergangenen Jahr für gute Stimmung gesorgt hatte. In der Ausstellungshalle des Vereinsheims entzückten Kaninchen, Meerschweinchen, Enten, flauschige Küken und Hühner verschiedenster Rassen die Herzen beileibe nicht nur der kleinen Besucher. Auch Ziegen luden zum Streicheln ein, obgleich sie streng genommen nicht den Kleintieren zuzurechnen waren. Für einige Kaninchen fanden sich auch gleich ein paar Kaufinteressenten.

Ursprünglich war für Kinder auch ein Ponyreiten vorgesehen, das aber wegen der brütenden Hitze ausfallen musste. Pferde vertragen die Hitze noch viel schlechter als Menschen. Auch für Kaninchen ist die Wärme problematisch, denn sie können nicht schwitzen und regulieren ihre Körpertemperatur lediglich über die Ohren. Eigentlich haben die Kleintierzüchter mit mehr Kindern gerechnet, aber die suchten dieses Jahr wohl lieber die Abkühlung beim Baden. Nicht so Cindy Birkhofer (11), erfolgreiche Jungzüchterin aus Hohentengen. Hingebungsvoll sorgte sie für ihre acht Kaninchen, und auch beim Bächtlefestumzug läuft sie jedes Jahr für ihren Verein, der einen eigenen Festwagen hat.

Präsentation bei Schauen

Neben Traditionen wie dem Ringpaschen an Dreikönig, dem Sauschwanzessen zur Fasnet und dem Stellen ihres eigenen Maibaums liegt das Hauptaugenmerk des Kleintierzuchtvereins auf der Präsentation bei verschiedenen Schauen. Da gibt es zunächst einmal die Lokalschau in Bad Saulgau und die Kreisschau an wechselnden Orten, auf höherer Ebene folgen die Landesschau in Ulm und schließlich alle zwei Jahre die Bundesschau, die vergangenes Jahr in Leipzig stattfand.

Da bei den Schauen nur jährige Hasen gezeigt werden und die Termine in der Zeit von Oktober bis Februar liegen, beginnt die Zuchtsaison immer im Januar/Februar. Die Häschen werden geimpft und zur Feststellung von Herkunft und Alter an beiden Ohren tätowiert. Zuchtwart Arno Arnegger sucht die Halter einzeln auf und beurteilt ihre Tiere, denn nicht immer ist für die Züchter sofort erkennbar, inwieweit die Kriterien für Preiswürdigkeit erfüllt sind.

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