Hermann Jaksche sichert sich Bronze bei der EM im Zehnkampf der Altersklasse 65.
Hermann Jaksche sichert sich Bronze bei der EM im Zehnkampf der Altersklasse 65. (Foto: privat)
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Mit Hermann Jaksche (TV Mengen) und Gerhard Schatz (PSG Sigmaringen) haben zwei Athleten aus dem Kreis Sigmaringen an den Senioreneuropameisterschaften der Leichtathleten in der Region Venedig/Italien teilgenommen. Insgesamt kämpften über 5000 Teilnehmer zwischen 35 Jahren und 100 Jahren um Medaillen und gute Leistungen. Aufgrund der Vielzahl an Teilnehmern wurden die Meisterschaften in drei Stadien in der Region Venedig ausgetragen.

Hermann Jaksche startete im Zehnkampf der Klasse M 65 in Caorle. Nach 14,80 Sekunden über 100 Meter, bei zwei Metern pro Sekunde Gegenwind, lag Jaksche zum Auftakt auf Rang drei. Mit 4,23 Metern im Weitsprung blieb er Dritter. Das Kugelstoßen wirbelte das Klassement durcheinander, aber mit tollen 10,50 Metern blieb Jaksche Dritter. 745 Punkte bedeuteten für ihn die Höchstpunktzahl in diesem Wettkampf in einer Disziplin. Jaksche sprang 1,30 Meter hoch und schob sich auf Platz zwei. Über 400 Meter, die den ersten Tag abschlossen, verlor er in 1:16,22 Minuten etwas Boden und „übernachtete“ auf Rang vier. Zum Auftakt des zweiten Tages wechselte das Wetter. Bei aufkommenden Regen machte Jaksche in 21,31 Sekunden über 100 Meter Hürden etwas Boden gut. Als bester Diskuswerfer des gesamten Feldes schob er sich mit starken 34,15 Metern wieder auf den dritten Rang. Eine Schrecksekunde ereilte den Oberschwaben im Stabhochsprung. Bei seiner Anfangshöhe von 1,80 Metern zog er sich eine Zerrung zu und verzichtete auf die weiteren Höhen. Zu seinem Glück sprangen seine Gegner nicht wesentlich höher und er verlor nicht allzu viele Punkte. Mit einem Speerwurf, fast aus dem Stand, auf 27,13 Meter hielt er sich seinen stärksten Gegner um Bronze vom Leib. Nach einer mehrstündigen Regenpause starteten die 1500 Meter. In 8:22,96 Minuten schleppte er sich trotz der Verletzung ins Ziel. Mit 5242 Punkten konnte Jaksche zusammen mit seiner Frau Birgit über Bronze jubeln.

Gerhard Schatz verletzt sich beim Weitsprung

Gerhard Schatz startete ebenfalls im Zehnkampf, in der Klasse M 60. Bei sehr hohen Temperaturen blieben auf der weichen Kunststoffbahn fast alle Zehnkämpfer zum Auftakt über 100 Meter rund eine halbe Sekunde hinter ihren Bestleistungen. Schatz konnte mit 15,93 Sekunden bei starkem Gegenwind zufrieden sein. Mit 3,94 Metern im Weitsprung stellte er zwar eine Jahresbestleistung auf, war aber nicht zufrieden und riskierte im dritten Versuch alles. Doch er er holte sich eine Zerrung am linken Oberschenkel. Elf Monate Vorbereitung waren damit umsonst. Dick bandagiert stand er zum Kugelstoßen im Ring. Mit 11,34 Metern stieß er die zweitbeste Weite im 22-köpfigen Feld. Im Hochsprung musste er, aufgrund seiner Verletzung, das Sprungbein wechseln und übersprang fast aus dem Stand 1,24 Meter. Über 400 Meter ging dann nichts mehr und er gab auf. Trotz des „Salto Nullo“ startete er am nächsten Tag über 100 Meter Hürden. Doch auch hier war nach wenigen Metern Schluss. Bei Regen schleuderte Schatz den ein Kilogramm schweren Diskus auf 36,52 Meter. Damit war er viertbester Werfer des Feldes. Der Stabhochsprung begann bei Dauerregen, Blitz und Donner um 21 Uhr. Schatz verzichtete angesichts des Wetters auf die Fortsetzung des Zehnkampfs, obwohl er als Zwölfter klassiert war. Nach einigen Diskussionen mit der Wettkampfleitung wurde der Stabhochsprung für alle gestrichen. Nach dem Speerwerfen fiel erst kurz vor Mitternacht der Startschuss zum 1500-Meter-Lauf. Es siegte der Weltrekordler in dieser Disziplin, der Südtiroler Hubert Indra, der, nach der Absage des Stabhochsprungs, der erste Europameister im Neunkampf wurde.

Drei Tage später trat Gerhard Schatz mit dick verbundenem Oberschenkel - nun in Jesolo - zum Kugelstoßen der Klasse M 60 an. Mit 11,92 Metern überraschte er sich selbst und belegte Rang 13. Seinen letzten EM-Start absolvierte Schatz im Werferfünfkampf. Die medizinische Abteilung hatte gute Arbeit geleistet, sodass er nur noch wenig gehandicapt war. Mit einem schlechten Hammerwurf auf 20,50 Meter belegte er Rang 20. Mit 11,71 Meter im Kugelstoßen verbesserte er sich. Auch im Diskuswerfen (34,50 Meter) und im Speerwerfen (32,45 Meter) gehörte er zu den besten Werfern. Im abschließenden Gewichtswurf mit dem 9,08 Kilogramm schweren Gerät stellte er mit 10,21 Metern einen neuen Kreisrekord. Mit 2679 Punkten belegte er Rang 13, war zweitbester Deutscher und in einer - inoffiziellen - Mannschaftswertung belegte Deutschland Rang zwei hinter Großbritannien.

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