Heiterkeit vom ersten Moment an

Lesedauer: 5 Min
 Die Akteure des Konzerts stehen gemeinsam auf der Bühne.
Die Akteure des Konzerts stehen gemeinsam auf der Bühne. (Foto: Fischer)
Monika Fischer

Der Besucherstrom beim Konzert „Heimat, verdammt ich lieb dich“ hat es einmal mehr bewiesen: Die Volksmusik mit ihren teils TV-bekannten Stars hat – überwiegend bei der Generation jenseits der 50 – eine zuverlässige Fangemeinde, die auch weitere Anfahrtswege in Kauf nimmt. Beim Konzert am Sonntagabend im Stadtforum sorgte Moderator Hansy Vogt auf Anhieb für Heiterkeit im Publikum, Oswald Sattler präsentierte sich als charismatischer Sänger, die drei „Feldberger“ punkteten mit Rhythmus und Temperament ebenso wie Überraschungsgast Daniel aus Tirol.

Obwohl Hansy Vogt mittlerweile den 50. Geburtstag hinter sich hat, brachte er immer noch den jugendlichen Charme über die Bühnenrampe, mit dem er bei vielen Müttern als Lieblingsschwiegersohn punkten würde Er zeigte sich bestens informiert darüber, dass Bad Saulgau vor 1200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde. Und dass die Stadt dies am Wochenende mit einem opulenten Festakt gefeiert hatte, bei dem Ministerpräsident Kretschmann den Bürgern ein Exzellenzgymnasium quasi zusagte. Wer denn eigentlich aus Bad Saulgau im Saal sei, wollte der Moderator in diesem Zusammenhang wissen. Zu seiner Überraschung hoben sich lediglich ein paar wenige Hände – was wiederum zeigte, welch großes Einzugsgebiet die Veranstaltungen des Stadtforums besitzen.

Den Bogen zum Thema des Abends, der geliebten Heimat, schlug er mit Erinnerungen an seine Jugend in der Schwarzwaldgemeinde Feldberg. In schönster Mischung aus Badisch und Schwäbisch erzählte er vom „Samstagnachmittagsbaden“, als seine Mama ihre fünf Buben nacheinander in die Wanne setzte. Bei ihm als Drittem sei das Wasser noch klar gewesen,stellte er zum Vergnügen des Publikums fest. Ebenso viele Lacher kassierte er mit Grüßen von „Frau Wäber“, seiner Paraderolle bei Comedy-Veranstaltungen. Die Dame sei gerade im Skiurlaub und habe einen Nebenjob als Pistenwalze angenommen. Als Überraschungsgast kündigte er den jungen Tiroler Sänger und Akkordeonprofi Daniel an, der mit seinem Titel „Jetzt geht‘s los“ den Stimmungspegel im Saal weiter nach oben schraubte.

Sattlers Heimat ist Südtirol

Mit Oswald Sattler betrat ein Gründungsmitglied der Kastelruther Spatzen die Bühne, der auch als Solist eine große Anhängerschaft um sich schart. Ehrensache, dass auch zahlreiche Mitglieder des Sigmaringer Fanclubs im Saal saßen. Sattlers großes Thema ist die Südtiroler Heimat mit ihren Bergen, die er mit volumenreicher, ausgebildeter Tenorstimme besang. Überdies widmete er sich Herz- Schmerzgeschichten, Sehnsüchte und Ängsten. Immer wieder erinnerte er die Zuhörer daran, dass auch kleine Dinge wie Blumen, liebe Worte der Mitmenschen, ein Dankeschön das Leben bereichern.

Weniger meditativ hielten es die drei „Feldberger“, die das Publikum mit rasanten Harmonikaklängen von Chris Laubis, schnellen Beats des Schlagzeugers Joe Kuttruff und der versierten Bassbegleitung durch Lothar Böhler in Bewegung brachten. Hatte man zuvor schon mal geschunkelt, manche Lieder mitgesummt und den Takt geklatscht, so hieß es jetzt: „Die Arme hoch und schwingen!“, „Alles singt mit“. Wobei Letzteres nur bei textsicheren Besuchern klappte, während andere über die erste Zeile nicht hinaus kamen. Egal. Ob bei der kleinen „Schwarzwaldmarie“, den flotten Damen „Edeltraud“ und „Michaela“ oder dem Medley aus Gassenhauern wie „Gehn wir mal rüber“ und „Du, du liegst mir im Herzen“ – die Zuhörer waren spendierten begeistert Beifall, durchsetzt von Bravorufen. Als nach knapp drei Stunden das Finale nahte, intonierten die sechs Akteure ein gemeinsames „Muss i denn zum Städtele hinaus“ und ließen sich auch durch heftige „Zugabe“-Rufe nicht zu einer Verlängerung bewegen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen