HBW mit Blitzstart - jetzt gegen Rimpar

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Martin Strobel (links, HBW Balingen) feiert mit seiner Mannschaft den ersten Auswärtssieg der Saison.
Martin Strobel (links, HBW Balingen) feiert mit seiner Mannschaft den ersten Auswärtssieg der Saison. (Foto: EIBNER/eer)
Schwäbische Zeitung

Der HBW Balingen-Weilstetten hat am Sonntag den ersten Auswärtssieg der Saison in der 2. Bundesliga gefeiert. Mit einer überragenden Anfangsphase legten die Balinger den Grundstein zum 29:26 (14:6)-Auswärtserfolg bei der HSG Nordhorn-Lingen.

Dass HBW-Trainer Jens Bürkles Ankündigung, in Nordhorn gewinnen zu wollen, nicht dahergesagt war, unterstrich seine Mannschaft von Beginn an. In der Emslandarena wussten die Hausherren zunächst nicht, wie ihnen geschah. HBW-Torhüter Tomáš Mrkva nagelte von der ersten Minute an seinen Kasten zu, vorne agierten Strobel und Co. hochkonzentriert. Marcel „Manni“ Niemeyer veredelte die erste Mrkva-Parade zum 1:0 und Lars Friedrich die zweite zum 2:0. Auch zwei schnelle Zeitstrafen hintereinander für „Manni“ Niemeyer konnten den Lauf der Balinger nicht sonderlich beeinflussen. Allerdings hatten sie zur Folge, dass Jens Bürkle seine „Kreis-Maschine“ in der Abwehr nicht mehr einsetzen konnte. Der HBW-Coach nutzte auch den Vorsprung, um seiner Start-Sieben die ersten Verschnaufpausen zu geben. Den Emsländern gelangen in den ersten 30 Minuten gerade mal sechs Treffer.

„Dass Nordhorn in der zweiten Hälfte nochmals zurückkommt, war klar“, sagte Jens Bürkle nicht verwunderlich, dass seine Mannschaft den Vorsprung nicht bei acht Treffern halten konnte. Dazu trugen auch die beiden Unparteiischen bei, die immer wieder einen Balinger für zwei Minuten von der Platte stellten. Die zahlreichen Unterzahlspiele, vor allem zum Ende der ersten Hälfte, kosteten nicht nur viel Kraft, sondern Bürkle musste auch taktisch immer wieder reagieren und umstellen. Das versuchte die HSG zu nutzen und konnte den Vorsprung der Balinger weiter verkürzen. Ernsthaft in Gefahr geriet der HBW aber nicht mehr. Bürkle konnte sich auf seine etablierten Kräfte verlassen. Vor allem Kapitän Martin Strobel übernahm Verantwortung und wurde nicht von ungefähr zum Top-Scorer der Balinger. Auch Lars Friedrich und Marcel Niemeyer überzeugten in der Crunchtime und immer, wenn die Fans der HSG die Hoffnung hatten, dass das Spiel vielleicht doch noch kippen könnte, legten die Schwaben einen Treffer nach.

Viel Zeit zum Feiern haben Jens Bürkle und seine Jungs allerdings nicht, denn bereits am kommenden Mittwoch (Tag der Deutschen Einheit), taucht mit der DJK Rimpar Wölfe ein richtig schwerer Brocken in der Balinger Sparkassenarena auf und die Heimniederlage der Franken gegen den ASV Hamm-Westfalen macht die Aufgabe sicher nicht einfacher. Drei Tage nach dem Sieg gegen die HSG Nordhorn empfängt der HBW Balingen-Weilstetten am Mittwoch, 3. Oktober die DjK Rimpar Wölfe. Anwurf ist in der Sparkassenarena um 19.45 Uhr.

Gegen die Franken will Bürkle an der Leistung in Nordhorn anknüpfen. Doch er weiß: „Rimpar hat es in den letzten Jahren immer wieder geschafft, die Leistungsträger zu halten und hat mit Max Brustmann einen der stärksten Torhüter der Liga und mit Steffen Kaufmann einen der stärksten Halbrechten der Liga.“

Rimpar war die erste Station in der Trainerlaufbahn des Sportwissenschaftlers Bürkle. Er war es, der die DJK in die 2. Liga führte. Während seiner Zeit bei den Franken wurde er gleich zwei Mal in Folge zum besten Trainer der Liga gewählt. Er schaffte mit den Rimpar Wölfen nach dem Aufstieg nicht nur den Klassenerhalt, sondern etablierte die DJK in der Tabellenspitze. Sein ehemaliger Co-Trainer Matthias Obinger hat die Rimpar Wölfe übernommen, als Bürkle zum TSV Hannover-Burgdorf wechselte. Unter Obingers Leitung hat sich die Mannschaft zu einer festen Größe in der 2. Liga weiterentwickelt. „Die Gegner gegen die Rimpar bisher verloren hat, waren schon gut“, lässt sich Bürkle von den 4:6 Punkten und dem 14. Tabellenplatz nicht blenden. „Mit Rimpar ist auswärts immer zu rechnen“, weiß der HBW-Coach aus Erfahrung, will aber an der HBW-Heimserie weiterstricken. Zehn Mal sind die Gallier von der Alb zwischenzeitlich Saison übergreifend ungeschlagen. Ein Spiel in dieser Serie war auch die empfindliche Niederlage der Rimparer in der vergangenen Saison. Mit 27:18 mussten die Franken die Heimreise aus der Balinger Sparkassenarena damals antreten.

Möglicherweise wird am Mittwochabend sogar eine Frage beantwortet, die sich der Balinger Coach selbst stellte. Nachdem die Grünweißen um den ehemaligen HBW-Spieler Benjamin Herth am Sonntagabend gegen den ASV Hamm-Westfalen verloren haben, überlegte Bürkle, wie die Mannschaft reagiert, wenn sie unter Druck gerät. Er selbst und seine Mannschaft haben sich am Sonntagabend viel von einem solchen Druck genommen. Es wäre zwar keine größerer Beinbruch gewesen, in Nordhorn-Lingen bei einem der Aufstiegsfavoriten zu verlieren, aber mit den zwei Punkten im Gepäck fiel die lange Heimfahrt deutlich leichter.

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