Guarneri-Trio feiert in Bad Saulgau Jubiläum

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Wolfgang Lohmiller

Im Jahr 1994, also vor fünfundzwanzig Jahren, hat das Guarneri-Trio sein erstes Konzert in Bad Saulgau gegeben und ist seither ein „Segen für alle Kammermusikfreude“, wie Kulturamtsleiter Ruess zu Beginn des Konzerts betonte.

In der Tat gibt es wohl kein anderes Ensemble, das in der Lage ist, die Gefühle, die ses in den komponierten Werken entdeckt, so deutlich in seiem Spiel umzusetzen. Dies setzt natürlich eine absolute technische Perfektion voraus, die bei den drei Ausnahme-Musikern wie selbstverständlich vorhanden ist. Sie ist bei Josef Suks „Elegie“ op 23 schon bei den ersten weichen und doch ausdrucksvollen Strichen des Geigers Cenek Pavlik und des Cellisten Marec Jerie zu erkennen. Das Werk lässt den Zuhörer in einen Traum versinken, es sind aber auch Sehnsucht und Leidenschaft zu spüren. Dezent und einfühlsam spielt Ivan Klansky auf dem Flügel.

Sein berühmtes g-Moll-Klaviertrio hat Bederich Smetana nach dem Tod seiner geliebten vierjährigen Tocher Bedriska geschrieben. Geradezu aufgebracht erklangen Geige und Cello im „Moderato assai“ , dazwischen war ein liebevolles langsames Thema am Klavier zu hören. Im „Allegro ma non agitato“ waren in jedem Ton neue andersartige Gefühle zu erkennen. Im „Presto“ tobte das Klavier los, die Streicher wirbelten, dazwischen erklang ein herzzerreißendes , sinnendes Thema.

Sein Klaviertrio B-Dur hat Ludwig van Beethoven seinem Mäzen, dem Erzherzog Rudolf von Österreich, gewidmet. Mit dessen Unterstützung hatte Beethoven ein „bedingungsloses Grundeinkommen“, wie Marek Jerie einleitend bemerkte und ergänzte: “Es ist ein großer Vorteil, wenn man etwas Wichtigem Freiraum gibt“ .

Freiraum gaben sich die Spieler auch im Beethoven-Trio: Im „Allegro moderato“ entwickelte sich ein Gespräch zwischen Klavier und den Streichern. Im „Scherzo allegro“ wurde es lebhaft und locker. Getragen und ausdrucksvoll erklang das „Andante cantabile“ . Alle Instrumente ließen sich „ausreden“, fügten sich später ineinander und endeten in großer Gemeinsamkeit. Dies ging in ein abschließendes „Presto“ über, das lustvoll, zuweilen auch wuchtig erklang und unisono endete.

Für den großen Beifall und die Ehrung für das fünfundzwanzigjährige Jubiläum bedankte sich das Guarneri-Trio mit Beethovens letztem Klaviertrio: Beethoven hatte eigentlich sein zwölftes Klaviertrio als das letzte betrachtet. Für seine junge Schülerin und „kleine Freundin“ Maxe Brentano komponierte er einen Triosatz „zur Aufmunterung im Klavierspielen“, wie Marek Jerie erläuterte. Tänzerisch und sehr gefühlvoll brachte das Guarneri-Trio das Werk zu Gehör.

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